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International Bangladesch: Neun Italiener unter den Opfern der Geiselnahme

Nach dem Ende der Geiselnahme in Dhaka wird das blutige Ausmass des Anschlags deutlich. Unter den getöteten Geiseln befanden sich neun Italiener. Die Terrormiliz IS bekannte sich zu der Tat.

Legende: Video Terror in Bangladesch abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.07.2016.
  • Geiselnahme in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka – vermutet wird der IS als Drahtzieher
  • Mindestens 20 Geiseln sterben – allesamt Ausländer
  • Laut EDA befinden sich keine Schweizer unter den Opfern.

Insgesamt 28 Menschen sind bei einer Geiselnahme in der Hauptstadt von Bangladesch nach Militärangaben ums Leben gekommen. Als Sicherheitskräfte das belagerte Restaurant im Diplomatenviertel von Dhaka stürmten, wurden 20 Geiseln und sechs Geiselnehmer getötet, wie ein Militärsprecher mitteilte. Auch zwei Polizisten seien ums Leben gekommen.

Das italienische Aussenministerium bestätigte den Tod von neun italienischen Staatsbürgern – fünf Frauen und vier Männer. Das Schicksal eines weiteren italienischen Staatsbürgers sei noch ungeklärt, sagte Aussenminister Paolo Gentiloni.

Sieben Tote stammten aus Japan, wie die Regierung in Tokio mitteilte. Ein Japaner sei zudem verletzt worden. Die Regierung in Neu Delhi bestätigte den Tod einer 19-jährigen Studentin aus Indien. Insgesamt 13 Geiseln wurden verletzt ins Spital gebracht, wie Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina erklärte. Auch ein US-Bürger ist unter den Opfern, bestätigten us-amerikanische Regierungsbehörden.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat derzeit keine Kenntnis von Schweizer Opfern, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda schrieb. Man sei aber in Kontakt mit den lokalen Behörden und kläre die Lage ab.

Täter riefen «Allahu Akbar»

In der Nacht zum Samstag hatten mehrere Bewaffnete das bei Ausländern beliebte Restaurant «Holey Artisan Bakery» angegriffen und sich dort mit Geiseln verschanzt.

Sie riefen «Allahu Akbar» (Gott ist gross) und zündeten Sprengsätze. Nach stundenlanger Belagerung stürmten Sicherheitskräfte am Samstagmorgen das Gebäude.

Zu der Gewalttat bekannte sich nach Angaben der US-Terrorbeobachtungsstelle Site die Terrororganisation IS. Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina sprach von einem Terrorakt, nannte jedoch keine Namen von Organisationen: «Wir werden keinen Akt des Terrorismus in Bangladesch dulden.»

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Viele der inzwischen mehr als 50 Opfer sind Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch Ausländer sind immer wieder Ziel der Terroristen.

Reisewarnung des EDA

Das EDA hat seine Reisehinweise für Bangladesch aktualisiert. Terroristische Akte seien im ganzen Land möglich und könnten sich auch gezielt gegen Ausländer und religiöse Minderheiten richten, schreibt das EDA. Als Beispiele nennt es die Geiselnahme vom Freitag sowie den Anschlag auf einen Japaner, der auf einer Farm in Nordbangladesch arbeitete.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    "Als Sicherheitskräfte das belagerte Restaurant im Diplomatenviertel von Dhaka stürmten, wurden 20 Geiseln und sechs Geiselnehmer getötet, wie ein Militärsprecher mitteilte." D.h. doch offensichtlich, dass es zu keinen oder sehr wenigen Toten gekommen wäre, wenn man nicht gestürmt hätte? Die Angehörigen sollten die Entscheider verklagen! – In Florida sollen auch ALLE Toten in den 2 ersten Minuten der Erstürmung umgekommen sein. Der Attentäter allein kann es also dort gar nicht gewesen sein.
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      'Viele Geiseln wurden erstochen' sagt eine andere Meldung.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    In immer kürzerer Zeit wird eine neue, sehr gut finanzierte Terror-Organisation für einen Grossteil der Angriffe weltweit verantwortlich gemacht. Vlt. ist es der Einfachheit geschuldet, dass man die Menschen nicht differenziert informieren will. Immer neue Schreckgespenste werden präsentiert, um durch Angst grundlegende Freiheiten zu beschneiden. Der Kampf gegen den Terror ist zu einer riesigen Branche mit sagenhaftem Wachstumsraten geworden. Da sind Opfer ein vertretbarer Preis.
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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Wann endlich beginnen wir auch hier in Europa, den Islamismus mit aller Härte zu bekämpfen, statt die Tendenzen immer nur schönzureden und uns so um die Verantwortung drücken?! Hassprediger in Moscheen, Aufrufe zum Dschihad, radikalisierung der Jugend, glorifizierung von Märtyrern und Selbstmordattentätern usw. Jeden Tag kommen Tausende von Migranten nach Europa, unter denen sich auch IS Terroristen befinden. Aber Europa ist wieder mal mit sich selbst beschäftigt!
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    1. Antwort von W. Ineichen (win)
      Gäbe es den Islam nicht, wäre logischerweise Islamismus undenkbar.
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