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International Beate Zschäpe spricht zum ersten Mal im NSU-Prozess

Die mutmassliche Terroristin hat im Münchner Verfahren zum ersten Mal ihr Schweigen gebrochen. Sie verlas eine Erklärung. Zuvor hatte sie über drei Jahre lang geschwiegen.

Verlas im Prozess eine Erklärung: Beate Zschäpe.
Legende: Verlas im Prozess eine Erklärung: Beate Zschäpe. Keystone

Die mutmassliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat im Münchner NSU-Prozess zum ersten Mal persönlich das Wort ergriffen. Sie verlas eine Erklärung, in der sie einräumte, sich früher «durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts» identifiziert zu haben.

Dies sei heute jedoch nicht mehr so. Zuvor hatte sie eisern geschwiegen und war damit der Strategie ihrer drei Alt-Verteidiger gefolgt.

Zschäpe bekräftigte bei dieser Gelegenheit eine frühere Entschuldigung an die Opfer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) und ihre Hinterbliebenen. Beim Verlesen der Erklärung vor dem Oberlandesgericht München wirkte sie nervös.

Sie steht seit dem 6. Mai 2013 vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen vor, die dem «Nationalsozialistischen Untergrund» vorgeworfen werden.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios. Dieses bestand aus Beate Zschäpe und ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    In dieser Sache war der Verfassungsschutz verschiedener Bundesländer bereits früh informiert oder sogar involviert. Das BKA wird ebenfalls informiert gewesen sein, wenn nur ein Teil ihrer Kompetenzen stimmen. Zschäpes Anklage und Auftritt dient der Ablenkung und Verneblung. Ein trauriges Beispiel von Justiz.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Viel mehr würde mich interessieren, welche deutschen Institutionen sehr direkt an diesen Morden beteiligt waren. Was tat der BND? Was war die Rolle dieser V-Leute? Warum wurde so lange nur nach Tätern im türkischen Milieu gesucht? Das wären die interessanten Dinge und die werden nicht aufgeklärt werden, denn dann würde es für einige hochrangige Leute unangenehm. Frau Tschäpe ist einfach die einzige Überlebende. Nachweisen können wird man ihr nicht allzu viel.
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  • Kommentar von D.E.K. Steiner (D.E.K. Steiner)
    Die deutschen Geheimdienste haben grosse Angst davor, dass im Prozess der volle Umfang ihrer Finanzierung und Unterstützung des NSU zur Sprache kommen könnte (vgl. diverse Fernsehdokus von ARD, ZDF, etc. aus letzter Zeit). Deshalb wurde mit Tschäppe ein netter kleiner Deal abgeschlossen, wonach diese darüber schweigt und sich dafür als weitgehend unschuldig darstellen darf - und dann mit einer geringfügigen Strafe davonkommt. So bleibt alles schön unter dem Deckel.
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