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International Befreit Selbstanzeige Hoeness vor Strafe?

Uli Hoeness, Präsident des FC Bayern München, hat Millionen vor dem deutschen Fiskus versteckt. Er sei zwar ein Steuerhinterzieher – doch er habe sich beim Finanzamt selbst angezeigt, sagt er. Ob der Multimillionär damit ungestraft davon kommt, bleibt fraglich.

Legende: Video Hoeness ist einer unter vielen abspielen. Laufzeit 4:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.04.2013.

Uli Hoeness hat sein verstecktes Millionen-Konto auf einer Schweizer Bank den deutschen Steuerbehörden bereits im Januar gemeldet. Normalerweise befreit eine solche Selbstanzeige vor Strafe – gilt dies auch für den Präsidenten des FC Bayern München?

Selbstanzeige muss «vollständig und richtig» sein

Rechtsanwalt Daniel Holenstein bringt Licht ins Dunkel. Der Steuerexperte arbeitet für eine internationale Wirtschaftskanzlei in Zürich, welche Deutsche bei der Selbstanzeige unterstützt.

«Eine Selbstanzeige hat nur dann strafbefreiende Wirkung, wenn sie vollständig und richtig ist», sagt Holenstein im Interview mit der «Tagesschau». Vollständig heisse, dass Selbstanzeiger alle unversteuerten Einkünfte erklären müssen, die sie in der Vergangenheit nicht versteuert hätten.

Dabei müssten die Betroffenen alle ihre Einkünfte «nacherklären». Das betreffe, nicht nur diejenigen Gelder, welche auf Schweizer Banken deponiert seien, sondern auch unversteuerte Vermögen im Ausland. «Eine Teil-Selbstanzeige ist ungültig», so Holenstein.

Zeit für Selbstanzeige läuft ab

Möglich sei eine Selbstanzeige aber nur so lange bis die Tat entdeckt wird. Danach sei eine Anzeige nicht mehr möglich, sagt der Steueranwalt weiter. Es sei umstritten, ob eine solche Anzeige auch noch nach dem Auftauchen einer Steuer-CD möglich sei.

Unklar ist auch, wie viel Geld Uli Hoeness bei der Schweizer Bank versteckt hat. Während die «Süddeutsche Zeitung» von 10 Millionen Euro ausgeht, sprechen andere wie die «Münchener Abendzeitung» von bis zu 500 Millionen – einer halben Milliarde Euro.

Normalerweise hätte die Öffentlichkeit nichts von Hoeness' Selbstanzeige erfahren. Denn üblicherweise wird eine solche Steuerangelegenheit geräuschlos zwischen dem Steuersünder und dem Finanzamt ausgeräumt. Doch beim 61jährigen wurde offenbar eine Hausdurchsuchung an seinem Anwesen am Tegernsee südlich von München durchgeführt.

Rechtsexperte Holenstein sagt dazu: «Sollte bei Uli Hoeness nach seiner angeblichen Selbstanzeige eine Hausdurchsuchung stattgefunden haben, deute dies darauf hin, dass bei Hoeness’ Selbstanzeige etwas schief lief. Entweder war die Selbstanzeige unvollständig oder die Tat war vorher bereits entdeckt.»

Legende: Video Steuerexperte Holenstein zum Fall Hoeness abspielen. Laufzeit 0:10 Minuten.
Vom 22.04.2013.

Ansturm auf Wirtschaftskanzlei

Daniel Holenstein.
Legende: Viel Arbeit für Steueranwalt Holenstein. srf

Seit Anfang des Jahres hat Steuerexperte Daniel Holenstein viel Arbeit. Warum? Der Steuerexperte nennt 3 Gründe: Das gescheiterte Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland. Der Aufruf der Banken, die ihre Kunden dazu auffordern, ihre Situation zu bereinigen. Und: Das Bekanntwerden von gekauften Steuer-CDS.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Vero Rigg, Bern
    Warum ist die Diskussion eigentlich schon beim steuerhinterziehenden Bürger beendet? Warum spricht niemand das Thema an, dass der Deutsche Staat gestohlene CDs mit Steuergeldern kauft? Warum prangert keiner den Staat an, wenn er Steuergelder verschwendet, verprasst, falsch investiert? Ist das alles rechtens?
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan, 3904 Naters
    Herr Rosen, auch wir versteuern unser Geld mehrmals. Einkommenssteuer, Vermögensst., Mietwert, Gemeindest., Staatssteuer . Bundessteuer. Bei einer Zweitwhng. Mietwert. zum zweiten mal usw. Aber im Grund haben sie recht. Erklären sie mir bitte ob dem grossen Vermögen, aus dem Ausland das ja auch irgendwann versteuert wurde, auch eine 35%ige Verrechnungsst. vom Zinsertr. abgezogen wird. Heute wenig aber bis vor einigen Jahren beträchtlich! Lasse mich gerne belehren. Wohin fliesst dieses Geld?
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  • Kommentar von tom rosen, Erlenbach
    Versteht Ihr Deutschen eigentlich nicht, dass die Menschen, die im ehemals prosperen D-Land etwas bewegen und den Grossteil der Staatseinnahmen aufbringen, ihr Geld nicht 3fach besteuert haben wollen? Solange das so ist und man sein Geld nicht in Sicherheit bringen kann NACHDEM man es 1x versteuerte, wird man sich halt gleich selbst in Sicherheit bringen. Hört mal, welche Sprache die Reichen am Genfer oder Zürisee sprechen. Belohnt wieder Leistung und Engagement, dann bleibt das Geld im Land.
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