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International Beim Lauschen kennt der US-Geheimdienst keine Grenzen

Während Whistleblower Snowden immer mehr Details zum Abhörprogramm PRISM bekannt gibt, treiben die US-Behörden die Strafverfolgung gegen ihn voran. FBI-Chef Robert Mueller kündigte an, «alle notwendigen Schritte» zu unternehmen, um Snowden zur Verantwortung zu ziehen.

Legende: Video Weitere Details in der Affäre um den Geheimdienst NSA abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.06.2013.
Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.
Legende: Für die Internet-Community ist Snowden ein Held – für die USA ist er ein Verräter. Reuters

Unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung macht der US-Geheimdienst NSA kaum Unterschied zwischen Freund und Feind. Snowden wirft den USA Cyberangriffe auf hunderte Ziele in China und Hongkong vor. Die Operationen seien seit 2009 im Gange, sagte Snowden der «South China Morning Post». 

Gemäss der Zeitung legte er Dokumente vor, deren Echtheit aber nicht überprüft worden sei. Die NSA hat laut Snowden weltweit mehr als 61'000 Hacking-Aktionen durchgeführt. Ziele seien unter anderem Universitäten, Unternehmen und öffentliche Funktionsträger gewesen.

Snowden hatte den Zeitungen «Washington Post» und «Guardian» Informationen über das Überwachungsprogramm PRISM zugespielt, bei dem der US-Geheimdienst NSA die Nutzerdaten grosser Internetkonzerne auswertet.
 
Der «Guardian» veröffentlichte ausserdem einen geheimen Gerichtsbeschluss, der es der NSA erlaubt, wahllos Daten über die Handyverbindungen von Millionen Menschen in den USA zu sammeln.

US-Behörden treiben Strafverfolgung voran

Der aktuelle Aufenthaltsort von Edward Snowden ist derzeit unbekannt. Ende Mai setzte sich der Whistleblower nach Hongkong ab. In seiner Heimat lösten die Enthüllungen kräftigen Wirbel aus.

FBI-Chef Robert Mueller kündigte an, «alle notwendigen Schritte» zu unternehmen, um Snowden zur Verantwortung zu ziehen. Mueller erklärte bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington: Das FBI habe strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

Die Aussagen waren die erste offizielle Bestätigung seitens der US-Regierung, dass die Bundespolizei den 29-Jährigen ins Visier genommen hat. Mit der Weitergabe vertraulicher Dokumente habe Snowden einen «bedeutenden Schaden für unsere Nation und unsere Sicherheit» angerichtet, sagte Mueller.  

Schulterzucken in China

Die US-Regierung vereidigt die Spähprogramme als erfolgreiches Mittel zur Abwehr von Terrorgefahren. NSA-Chef Keith Alexander erklärte, dass durch die systematische Überwachung «dutzende» Anschläge in den USA und im Ausland vereitelt worden seien.

Die Regierung in Peking wollte sich zum Schicksal Snowdens nicht äussern. Auf Journalistenfragen nach dem Computerexperten sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums sie habe dazu «keine Informationen anzubieten». Sie erwähnte lediglich, dass China «alle Formen von Hacker- und Cyber-Attacken» ablehnen.

12 Kommentare

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  • Kommentar von M.A. Jinnah, Bern
    Wurde uns nicht der *Kamp gegen den Terror* versprochen? Na gut dann bitte los. Bekämmpf den Terror und Datenmissbrauch der NSA!
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    NSA ante portas ! - Warum regen wir uns auf. Das haben die seit jeher getan, und sie werden es weiterhin tun. Wer Terror sät muss eben abhören. c'est la vie ! (smile)
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Die Dummheit ihrer Soldaten wird nur durch die Arroganz ihrer Regierung übertroffen! Ein kleiner, neutraler und demokratischer Staat zu erpressen - das ist die Grösse dieser kleinen Nation! Unsere Munition reicht weit - den wir haben das Pulver gesammelt - nicht verschossen! Unsere kleine Nation wird Widerstand leisten! Wir werden uns so teuer verkaufen wie nur möglich! Bis auf die letzte Patrone! Bis auf den letzten Tropfen Blut. Für unser glorreiches Land! Für unsere Mutter Helvetia!
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Eddy Dreier aus Burgdorf: Womit den ??? Mit den paar Freizeitsoldaten, die hin und wieder mal ein wenig mit dem Kriegswerkzeug spielen dürfen? - Aber gehen Sie ruhig mal vor an "bis zur letzten Patrone", die anderen können sich dann eines besseren besinnen. (smile)
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    2. Antwort von JP.Simon / Nietzscheaner, Bern
      Lieber Hr. Haller, So hart dürfen Sie mit Eddy Dreyer auch nicht ins Gericht gehen. Ihren Freizeitsoldaten darf doch einiges zugetraut werden. Es sei denn, sie haben dauernd das Handy in den Händen, so kann man natürlich nicht kämpfen. Es ist schon anzunehmen, dass der gesammelte Pulver-Widerstand am Bollen Shit eines jeden Soldaten zusammenbrechen wird.
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    3. Antwort von jo term, zürich
      dann gehen Sie mal auf das Schlachtfeld, aber ohne mich, ich ziehe die Republikflucht vor denn ich habe keine keine Lust die korrupte Helvetia zu verteidigen.
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    4. Antwort von JP.Simon, Bern
      Eddy Dreier wenn ich denn ersten Satz ihrer Schreibe lese, so habe ich sonnenklar das Bild vor den Augen, in dem Präs. GW Bush auf einem Schlachtschiff in Fliegermontur das Ende des Irak-K. in Frohlockung feiert. Hinter ihm kulissenhaft die SoldatInnen, die andächtig lauschen, als spreche Gott. Jeder noch so dumme Satz, auch noch dumm gesprochen wird beklascht und gleich in den Status eines unsterblichen Zitat erhoben – die Welt muss, hat es zu wissen.
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    5. Antwort von JP.Simon, Bern
      forts.Die gefühlslose Kulisse deckt sich einfach nicht mit dem Leid unsäglicher Frustationen und Enttäuschungen in den Kreisen der Kriegsveteranen. Damit stellt sich die Frage ob die Dummheit der Soldaten mit der Arroganz der Reg. nicht Kopf an Kopf gleich zieht, ja die Dummheit einen leichten Vorsprung aufweist, weil sie die Arroganz noch beklatscht.
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