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Erste Wahlen in Katar
Aus Tagesschau vom 02.10.2021.
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Beirat mit nur wenig Macht Erstmals Wahlen für die Beratende Versammlung von Katar

  • Im arabischen Emirat Katar am Persischen Golf hat zum ersten Mal eine landesweite Wahl einer sogenannten Beratenden Versammlung stattgefunden.
  • Die Bürger durften 30 von insgesamt 45 Mitgliedern des Schura-Rates bestimmen.
  • Die übrigen 15 Mitglieder werden wie bisher von Emir Tamim bin Hamad al-Thani bestimmt.

Der kleine Wüstenstaat mit seinen rund drei Millionen Einwohnern ist eine absolute Monarchie: Dem Emir unterstehen die Exekutive und die Gesetzgebung, ein Parlament oder politische Parteien gibt es nicht. Um die 30 Sitze im Schura-Rat bewarben sich 284 Kandidierende – darunter nur wenige Frauen.

Die Versammlung hat einige begrenzte Kompetenzen. Sie kann den Haushalt billigen, die Arbeit der Minister überwachen und Gesetze anstossen. Doch braucht jede Entscheidung eine Zwei-Drittel-Mehrheit und muss vom Emir ratifiziert werden.

Grösster Teil darf nicht wählen

Die Wahl ist umstritten, weil nur eine Minderheit der Bevölkerung daran teilnehmen darf – nämlich «originale» Katarer. Gemeint sind Menschen, deren Familien bereits vor 1930 im Emirat Katar ansässig waren. Der grösste Teil der Bevölkerung ist aus dem Ausland zugezogen, darunter hunderttausende Arbeitsmigranten. So konnte nur rund eine Viertelmillion Bürgerinnen und Bürger die 30 Abgeordneten des Schura-Rates wählen.

Von diesen Wahlberechtigten beteiligten sich laut offiziellen Angaben rund 63 Prozent. Gemäss vorläufigen Ergebnissen, wurde keine der kandidierenden Frauen gewählt.

Negativschlagzeilen kratzen am Image

Katar ist Gastgeber der nächsten Fussball-WM im November und Dezember 2022. In den vergangenen Jahren haben Negativschlagzeilen jedoch das Image des Emirats angekratzt: Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe wurden laut und unmenschliche Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der kommenden Fussballweltmeisterschaften wurden kritisiert.

Mit den Wahlen in die Beratende Versammlung soll das Image des Emirates korrigiert werden. Zu einer Machtverschiebung im Land wird es dadurch aber nicht kommen.

Tagesschau, 02.10.2021, 19:30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Erstmals durfte in dem autokratisch regierten Katar auf nationaler Ebene gewählt werden. Die Rechte der Volksvertretung sind zwar beschränkt, und nicht alle dürfen abstimmen. Beobachter sehen aber einen Schritt zu mehr Demokratie. Es ist ein Wahlkampf der etwas anderen Art. Demokratie light mit vielen Hürden. Lachhaft was da vorgegauckelt wird. Katar bleibt eine Monarchendiktatur. Demokratie sieht anderes aus: mit Rechten und Pflichten für alle Bürger - das ist in Katar nicht der Fall.
  • Kommentar von Daniel Jungblut  (DaYoungblood)
    Statt islamistische Erbdikatur ist es damit eine islamistische Erbdiktatur mit Sternchen. Juhuu, lasst uns Fussball spielen gehen. Schwule, Sklaven, Frauen, wen interessieren die schon.
    1. Antwort von Kai Haudenschild  (K_Haudi)
      Zum Glück war mir der Fussballsport schon vorher unsympathisch ... Wenn man versuchen würde die Doppelmoral so gering wie möglich zu halten, müsste man die WM boykottieren, Punkt.
  • Kommentar von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
    Was ist der prinzipielle Unterschied zwischen einer „absoluten Monarchie“ und einer Diktatur? Es gibt keinen. Also sollte man die Tatsachen auch beim Namen nennen und von Golfdiktaturen sprechen, nicht von „Golfmonarchien“. Der Nordkoreaner Kim Yong Un wird ja auch nicht unterwürfig als „Monarch“ betitelt.