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Kleine Gase mit grosser Wirkung
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 20.02.2020.
abspielen. Laufzeit 08:45 Minuten.
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Bestseller zum Klimawandel Diese zwei Studenten reiten auf einer Erfolgswelle

Den Klimawandel einfach erklären: Das haben Christian Serrer und David Nelles mit einem Buch geschafft. Mit Erfolg.

Christian Serrer und David Nelles studieren Wirtschaftswissenschaft an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee. Sie diskutieren im Hörsaal über Angebot und Nachfrage, über das Marktgleichgewicht und die Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf den Finanzhaushalt.

Der Klimawandel ist längst auch ein grosses Thema in Ratgebern und Sachbüchern. Doch viele dieser Bücher sind kompliziert geschrieben – für Kinder zum Beispiel sind sie schlicht ungeeignet.

«Nur die üblichen Schlagworte gekannt»

Auch der Klimawandel sei immer wieder einmal Thema, sagt David Nelles. Aber weniger in den Vorlesungen: «Wir sassen in der Mensa in der Uni zusammen und haben uns über den Klimawandel unterhalten. Wir haben gemerkt, dass wir die üblichen Schlagworte aufzählen können, aber bei den vielen konkreten Fragen nicht weiterwussten.»

Deshalb seien sie in die Buchhandlung gegangen und hätten ein leicht verständliches Buch gesucht, das man schnell lesen kann, das aber wissenschaftlich fundiert ist. Gefunden haben sie aber nur Fachliteratur.

Universität.
Legende: Die Idee für das Buch enstand beim Mittagessen an der Universät. wikipedia commons/DKrieger

Kurzum hätten sie selbst angefangen zu recherchieren, sagt Serrer. Entstanden ist ein Büchlein mit 128 Seiten. «Für uns war wichtig zu wissen, was eigentlich die Ursache des Klimawandels ist. Wenn ich nicht verstehe, weshalb es überhaupt ein Problem ist, dass es wärmer wird, bin ich persönlich nicht bereit Dinge zu überdenken und mein eigenes Verhalten zu überlegen.»

Das Büchlein mit dem Titel «Kleine Gase – grosse Wirkung» hat eingeschlagen wie eine Bombe. Schon 230'000 Exemplare wurden bereits verkauft; bei Amazon und beim Magazin Spiegel sind Christian Serrer und David Nelles auf der Bestsellerliste.

Prüfungen an Uni verpasst

Von diesem Erfolg seien sie selbst überrascht worden, sagt Nelles. «Dass das Buch so einschlägt, hat uns überrascht. Während der Prüfungsphase im letzten Semester hatten wir mit dem Buch dermassen viel um die Ohren, dass wir keine einzige Klausur mitschreiben konnten.»

Die beiden sind für Vorträge unterwegs, sogar von der Europäischen Zentralbank sind sie bereits eingeladen worden. «Allgemein ist das Interesse der Wirtschaft extrem gross. Die Unternehmen sind bei Vorschlägen der Wissenschaft jeweils eher offen.»

Was in der Mensa der Zeppelin Universität seinen Anfang nahm, hat bei Christian Serrer rund David Nelles Spuren hinterlassen. Nach ihrem Bestseller über die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels arbeiten sie bereits am nächsten Buch. Dieses Mal geht es um Massnahmen gegen die Klimaerwärmung. Dabei können die beiden Studenten auf ihr Fachgebiet zurückgreifen, auf die Wirtschaftswissenschaft.

SRF 4 News, 25.2.2020, 06:54 Uhr; hosb

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    @ Andreas Müller: Wer sich bereits seine eigene Theorie zum Klimawandel "zusammengebastelt" hat, braucht ein solches Buch wohl nicht. Die Arbeit der Studierenden nützt der Gesellschaft mehr, als wenn sie Prüfungen absolvieren die jedes Semester tausende anderer Studierenden auch absolvieren. Bill Gates (Microsoft) und Peter Spuhler (Stadler Rail) haben beide das Studium geschmissen und wurden (ohne Abschluss) erfolgreiche Unternehmer. Hätten sie fertig studiert wären sie vermutlich unbekannt.
  • Kommentar von Larissa Möller  (Larissa Möller)
    Ihr Statement: «Allgemein ist das Interesse der Wirtschaft extrem gross. Die Unternehmen sind bei Vorschlägen der Wissenschaft jeweils eher offen.» stimmt überhaupt nicht. Ihnen geht es wie überall in der Wirtschaft und bei Amazon nur um das schnelle Geld und Profit.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Genauso wie Sie Fr. Möller meinen zu wissen um was es den beiden Studenten geht, meine ich zu wissen, dass Sie es effektiv nicht wissen, sondern nur behaupten.
    2. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      @Reuteler: Frau Möller meint mit „Ihnen“ wohl nicht die zwei Studenten, sondern die davor genannten Unternehmen.
    3. Antwort von Dominik Refardt  (Dominik74)
      Finde ich nicht. Typischerweise ist es doch immer dasselbe: der einzelne ist umweltbewusst, die grossen Firmen sind es gar nicht - warum ist das denn so? Weil wir alle eben doch günstige Angebote wählen und darum diese Firmen unterstützen. Da müssen wir uns alle an der eigenen Nase nehmen und nicht empört auf alle andere zeigen. Ich finde es super, wenn zwei Studierende so etwas anpacken und auch, dass die Wirtschaft mal prinzipiell ein offenes Ohr hat. Das ist doch ein guter Anfang!
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Spannend, da tut sich was. Statt Schulstreick - doppelte Belastung an der Uni. Man sollte und "man müsste" ist immer einfacher gesagt als "ich mache". Gatuliere den beiden.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Was kann ich denn nun genau von diesen 2 Studenten, die ihre Prüfungen verpassen, genau lernen? Wie das schnelle Geld lockt?
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Doppelte Belastung ist nicht möglich, weshalb die beiden wohl werden wiederholen müssen.