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Ist der Ex-Berater des US-Präsidenten ein Betrüger?
Aus HeuteMorgen vom 21.08.2020.
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Betrugsverdacht Korrespondent: «Die Verhaftung Bannons schadet Trump kaum»

Der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, ist verhaftet worden. Es geht um möglichen Betrug. Bannon und drei weitere Beschuldigte sollen Geld aus einer Spendensammlung für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko abgezweigt haben.

Matthias Kündig

Matthias Kündig

USA-Korrespondent, SRF

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Matthias Kündig berichtet seit Herbst 2018 aus Miami über die USA, Mexiko, Zentralamerika und die Karibik. Davor war er Produzent beim «Echo der Zeit» und Sonderkorrespondent in Ägypten. Kündig studierte an der Universität Bern Geschichte und Politologie.

SRF News: Was wird Bannon und den anderen Beschuldigten vorgeworfen?

Matthias Kündig: Den vier Männern wird vorgeworfen, Spedengelder für die Organisation «We Build The Wall» für private Zwecke missbraucht zu haben. Sie sammelten über eine Crowding-Plattform rund 25 Millionen Dollar, um den Bau der Mauer privat zu finanzieren. Ein kurzes Stück Mauer wurde auch tatsächlich gebaut. Die vier Angeschuldigten behaupteten dabei stets, sie täten dies unentgeltlich, und sämtliche Spendengelder flössen in den Mauerbau. Gleichzeitig schufen sie im Hintergrund aber offenbar ein undurchsichtiges Geflecht aus Briefkastenfirmen und einer Stiftung.

Durch dieses Konstrukt schleusten sie mutmasslich mehrere Hunderttausend Dollar, die sie mithilfe gefälschter Rechnungen für private Zwecke ausgaben. Steve Bannon soll für sich mindestens eine Million abgezweigt haben – für Reisen, Autos und Kreditkartenschulden. Er bestreitet dies und hat nach seiner Verhaftung auf nicht schuldig plädiert.

Steve Bannon.
Legende: Trumps Ex-Berater Steve Bannon hat am Donnerstag vor einem Gericht in New York auf «not guilty» plädiert. Gegen eine Kaution von fünf Millionen Dollar muss der 66-Jährige nicht in U-Haft. Einen Drittel davon muss er als Sicherheit hinterlegen und den Pass abgeben. Den Nordosten der USA darf er nicht verlassen. Keystone/Archiv

Bannon war ehemals Chefstratege von US-Präsident Donald Trump. Wie hat das Weisse Haus reagiert?

Das Weisse Haus betonte umgehend, mit der Sache überhaupt nichts zu tun zu haben. Die Taten habe Bannon nach seiner Zeit als Präsidentenberater begangen. Trump seinerseits distanzierte sich nicht nur von Bannon, sondern auch von der privaten Geldsammelaktion zugunsten des Mauerbaus. Er verwies auf einen Tweet, in dem er sich vor einem Monat bereits negativ über die Aktion «We Build The Wall» geäussert habe.

Trump distanzierte sich von Bannon wie auch von der privaten Geldsammelaktion zugunsten des Mauerbaus.

Wie ist das aktuelle Verhältnis zwischen Donald Trump und Steve Bannon?

Regelmässige direkte Kontakte zwischen Trump und Bannon soll es in den letzten Monaten keine gegeben haben. Aber Bannon hatte durchaus Kontakte zu Beratern und Mitarbeitern im Weissen Haus. Zudem waren Personen aus dem Umfeld des Präsidenten als Berater in die private Geldsammelaktion «We Build The Wall» involviert. Die Verhaftung Bannons wird dem Präsidenten aber wohl kaum schaden, wenn nicht im Laufe des Gerichtsverfahrens noch direkte Verbindungen zwischen dem Weissen Haus und den mutmasslich kriminellen Machenschaften Bannons und seiner Partner ans Licht kommen.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

Heute Morgen, 21.08.2020, 06:10 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Beutler  (Peter Beutler)
    Trump wird die Wahl so oder so verlieren. Biden führt seit Wochen klar und konstant auch bei den Elektorenstimmen. Das war seinerzeit bei Clinton ganz anders.
  • Kommentar von Detlef Brügge  (Useful)
    Die Retter des Abendlandes retten sich zunächst erst mal wieder selbst. Alle Bannons, Salvinis, Orbans, Straches u. Trumps dieser Welt ticken doch gleich banal. Sie wollen Staaten- u. Politiklenker sein und lassen gleichzeitig sich in „Ibiza-Videos“, „golden shower-Suiten oder von Russlandspenden auf das Erbärmlichste verschaukeln u. korrumpieren.
  • Kommentar von Nico Basler  (Bebbi 1)
    Othello-Spielchen vom Feinsten. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Und der Pontius Pilatus im weissen Haus wäscht seine Hände in Unschuld.
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      „Es ist was faul im Staate“ USA.