Zum Inhalt springen

Header

Video
Streik: Personal der Deutschen Bahn fordert Coronaprämie
Aus Tagesschau vom 11.08.2021.
abspielen
Inhalt

Bis am 13. August Streik der deutschen Lokführer geht in die nächste Runde

  • Der Streik der deutschen Lokführergewerkschaft GDL zieht erhebliche Probleme im Nah- und Fernverkehr nach sich – und bis zum angekündigten Streik-Ende in der Nacht zum Freitag dürften zahlreiche weitere Ausfällen folgen.
  • Nach dem Ersatzfahrplan werden auch am Donnerstag erneut drei Viertel der Fernzüge nicht fahren, auch das Regio-Netz wird von Störungen betroffen sein.
  • Die Deutsche Bahn setzt nach eigenen Angaben alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb zu fahren.

Die Lokführergewerkschaft sprach von rund 700 Zügen, die bereits am Morgen gestanden hätten. Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft, hat bereits mit weiteren Streiks gedroht.

Mehr Lohn und längere GAV-Laufzeit

Box aufklappen Box zuklappen

Die Lokführergewerkschaft GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn. Anders als die grössere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren. So will die GDL bei den Mitarbeitern im Machtkampf mit der EVG punkten.

Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3.2 Prozent, sowie eine Coronaprämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Auch um Betriebsrenten wird gerungen.

Wegen Milliardenverlusten in der Pandemie will die Bahn die Erhöhung auf spätere Stufenzeitpunkte verteilen, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Eine Entscheidung über weitere Arbeitskampfmassnahmen soll in der kommenden Woche fallen.

Zusätzliche Sorgen bereitet in Coronazeiten der Platzmangel in den wenigen verbliebenen Zügen. «Die Züge werden dadurch natürlich voller als sie es sonst sind. Das macht die Sache nicht gerade leichter, denn wir versuchen ja in Pandemiezeiten möglichst viel Abstand zu bieten», sagte ein Bahnsprecher in Berlin.

Reisende schwenken auf Fernbusse um

Box aufklappen Box zuklappen

Viele Reisende hatten die Streik-Ankündigung der Lokführergewerkschaft vom Dienstagvormittag mitbekommen und stiegen auf andere Verkehrsmittel um. Wegen des Passagierandrangs setzt die Lufthansa bis einschliesslich Freitag grössere Flugzeugtypen auf ihren innerdeutschen Flügen ein, berichtete eine Sprecherin.

Auch Fernbus-Anbieter Flixbus sowie Mietwagen-Anbieter verzeichneten eine deutlich erhöhte Nachfrage. Damit stiegen auch die Preise.

Der Sprecher kritisierte die kurzfristige Streikankündigung. «Das ist unverantwortlich von der Lokführergewerkschaft, nur 15 Stunden Zeit zu lassen zwischen Streikankündigung und Streikbeginn.»

190 Güterzüge stehen im Stau

Laut der Deutschen Bahn gefährdet der Streik die Lieferketten der deutschen und europäischen Industrie. Momentan stünden rund 190 Güterzüge im Stau, berichtete das Staatsunternehmen.

Mit grossem Aufwand und enger Zusammenarbeit mit anderen Bahnbetrieben fahre die Güterverkehrs-Tochter DB Cargo die versorgungsrelevanten Züge etwa zu Kraftwerken oder grossen Industriebetrieben.

SBB rät von Deutschland-Reisen ab

Der Streik hat auch Auswirkungen für Reisende aus der Schweiz. Die Situation sei derzeit sehr volatil, teilte SBB-Mediensprecherin Ottavia Masserini auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Reisen sollten besser auf die Zeit nach dem Streik verschoben werden. Grundsätzlich verkehrten derzeit nur die Züge zwischen Zürich-Basel-Hamburg, alle anderen Verbindungen nach Deutschland fielen im Prinzip aus.

Wer eine Reise aufgrund des Streiks verschieben will, kann ein bereits gebuchtes Ticket bis einschliesslich Freitag, 20. August, entweder «flexibel nutzen» oder kostenfrei stornieren. Auch Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei umgetauscht werden.

Milliardenverlust der Bahn im ersten Halbjahr

Box aufklappen Box zuklappen

Bereits vor der Coronakrise waren die Gewinne beim Staatskonzern geschrumpft. Im ersten Halbjahr schreibt die Bahn nun einen Verlust von 1.4 Milliarden Euro, weitere 1.3 Milliarden Euro kommen aufgrund der Schäden der Flutkatastrophe im Juli dazu. Bei den Passagierzahlen verzeichnet die Bahn jedoch nach eigenen Angaben seit April einen Aufwärtstrend.

SRF 1, 11.08.2021, 12:45 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Hiess es nicht einst, dieser Weselsky mit seiner GDL könne keine Streiks mehr ausrufen ohne Mitbeteiligung der viel grösseren EVG? Ein Skandal, dass dieser verantwortungslose Mann mit seiner Gewerkschaft jetzt trotzdem wieder in der Lage ist, mit unmässigen Forderungen das Land und seine Bevölkerung in Zeiten der Corona wahnwitzig zu schädigen.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es kostet und zwar sehr viel, aber hätten wir so eine "Infrastruktur bei Strassen und Bahn" wie Deutschland, würden wir als "Entwicklungs Land" abgestempelt!
    1. Antwort von Erich Singer  (Mairegen)
      Wie recht sie doch haben Herr Heusser. Aber da äussert sich ein gewisser F. Henchler als in die Schweiz eingewanderter Deutscher nicht dazu und hackt munter weiter auf der Schweiz und deren Infrastruktur herum obwohl er davon reichlich profitiert. "Vor der eigenen Türe kehren" würde diesem Typen sehr gut anstehen.
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    In Deutschland noch mehr als in der Schweiz wird immer mehr Geld statt in Bildung, Forschung, Entwicklung und Infrastruktur in die löchrigen Taschen von Sozialhilfeempfänger und eine sich an diesen ohne Eigenleistung dumm und dämlich verdienende Sozialhilfeindustrie und Beamte verschoben, mit denen sich insbesondere Linke ihre Wählerstimmen mit Steuergeld kaufen, welches sie selber nie verdient haben.
    Dieses Bild ist einfach und zutreffend.
    Wer glaubt, das habe keine Konsequenzen ist naiv.
    1. Antwort von Dieter Strub  (STR)
      Das könnten meine Zeilen sein René Baron. Treffender gehts nicht.
    2. Antwort von Paul Moser  (PaulM)
      Wo bitte ist zwischen Bahnstreik und "Sozialhilfeindustrie und Beamte" der Zusammenhang? Ich würde sagen: Thema völlig verfehlt.