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«Blutsonntag von Vilnius» Sowjetischer Ex-Minister wegen Kriegsverbrechen verurteilt

  • Der frühere Verteidigungsminister der Sowjetunion, Dmitri Jasow, ist von einem Gericht in Litauen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
  • Neben Jasow wurden 66 weitere ehemalige sowjetische Offiziere verurteilt.
  • Im Zentrum des Prozesses stand der «Blutsonntag von Vilnius» im Januar 1991.

Das Urteil gegen Jasow fiel vor dem Gericht in der litauischen Hauptstadt Vilnius in Abwesenheit des Angeklagten. Der 94-jährige wurde wegen seiner Rolle beim Massaker sowjetischer Truppen an Litauern im Januar 1991 schuldig gesprochen.

Konkret hatten sowjetische Truppen in der Nacht zum 13. Januar 1991 unter anderem das Fernsehgebäude gestürmt und versucht, die Menschenmassen zu vertreiben, welche die Unabhängigkeit Litauens forderten. 14 Menschen wurden dabei getötet, rund 700 weitere verletzt.

Sowjetische Panzer fahren in der Nacht in Vilnius ein.
Legende: Sowjetische Panzer fahren in der Nacht zum 13. Januar 1991 in Vilnius ein. 14 Personen sterben, Hunderte werden verletzt. Keystone

67 Personen verurteilt

Wegen des Blutbades mussten sich insgesamt 67 Personen vor Gericht verantworten. Unter den Angeklagten waren Soldaten, Vertreter der Kommunistischen Partei und Mitglieder des früheren sowjetischen Geheimdienstes KGB. Sie wurden zu Haftstrafen zwischen vier und 14 Jahren verurteilt.

Nur zwei der Angeklagten erschienen während des Prozesses persönlich vor Gericht. Ihre Strafverteidiger kündigten Rechtsmittel gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil an.

«Ein historischer Tag»

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite sprach nach der Urteilsverkündung von einem «historischen Tag der Gerechtigkeit».

Die Staatsanwaltschaft wollte ursprünglich auch den früheren Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow – dem viele Litauer die Schuld für das Blutbad am Fernsehturm geben – befragen. Doch Russland lehnte Medienberichten zufolge ein Rechtshilfeersuchen ab.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von David Neuhaus (Um Neutralität bemüht)
    Danke für die Replik Herr Imber, ich kann natürlich nur für mich sprechen; mir geht es eigentlich nicht um Russland, mir geht es um unsere persönlichen und gesellschaftlichen Werte. Wenn ich werte / qualifiziere sind vergleiche nicht "oft lehrreich», sondern unabdingbar für eine objektive Beurteilung! Die Frage wieso andere, im Vergleich eindeutig grössere Verbrechen, nicht einmal zur Anklage kommen ist doch genauso berechtigt wie Fragen zur Ausgewogenheit der Berichterstattung? Bsp. zu Russland
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic (Alex)
    Gerechtes Urteil! Wer solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht, verdient es nicht in Freiheit zu leben!
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Und was ist mit Bush, Obama, H. Clinton, den Saudis, Israel und andere, so wegen Blutbäder? Gleichzeitig, während des Attentates in Neu Zeeland z.B. griff Israel den Gazastreifen an, mit weit mehr Toten als beim Attentat in Neu Zeeland. Nichts wurde darüber berichtet. Die westliche Propaganda ist extrem darauf ausgerichtet, selektiv die Verbrechen der einen darzustellen und die eigenen und der Verbündeten zu vertuschen bzw. kleinzureden.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Was hat das Eine nun mit dem Anderen zu tun oder wollen Sie ablenken? Zudem wurde über den Angriff auf den Gazastreifen berichtet. FAZ, ARD, NZZ, Spiegel etc. Keine Vertuschung, sondern Unwissenheit.
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    2. Antwort von David Neuhaus (Um Neutralität bemüht)
      @Michel Koller, kleiner und kostenloser Beitrag zu ihrer Weiterbildung: Ohne Vergleiche gibt es keine Erkenntnisse. Ohne Erkenntnisse ist keine Wertung möglich!
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    3. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Herr Neuhaus, natürlich sind Vergleiche oft lehrreich. Aber es ist doch bemerkenswert, dass gewisse Leute / Kreise immer sofort rufen: „ Aber die USA / der Westen auch““!“, wenn wie in diesem Falle, jemand aus Russland verurteilt wird oder Russland kritisiert wird. Das lässt dann den Eindruck entstehen, dass die Verurteilung nicht gerecht war.
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    4. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @P. Imber: damit soll zum Ausdruck gebracht werden, welche Verbrechen im Westen nicht geahndet werden während auf Vergleichsweise kleine Verbrechen herumgerittenn wird und deren Verurteilung gefeiert werden. Hat man als Bürger der westlichen Welt nicht die Pflicht, auf die Verbrechen der westlichen Regierungen hinzuweisen? Denn: mitgegangen ist mitgehangen.
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