Böhmermann kritisiert Kanzlerin Merkel

Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann kritisiert Kanzlerin Angela Merkel für ihr Verhalten nach der Veröffentlichung seines Schmähgedichts. «Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht», sagt er.

Bislang hat sich Satiriker Jan Böhmermann, Verfasser des Schmähgedichts, nicht geäussert. Jetzt gab er gegenüber der Zeitung «Die Zeit» Auskunft: Die Kanzlerin dürfe nicht wackeln, wenn es um Meinungsfreiheit gehe. «Doch stattdessen hat sie mich filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai WeiWei aus mir gemacht», sagte er.

Böhmermann auf Twitter

Bundeskanzlerin Merkel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Merkel hatte Böhmermanns Gedicht früh als bewusst verletzend bewertet. Später sagte sie dazu: «Das war ein Fehler.» Keystone

Der 35-Jährige hatte Ende März in seiner TV-Show ein Gedicht über den türkischen Präsidenten vorgelesen, das Formulierungen enthielt, die unter die Gürtellinie zielten. Erdogan stellte Strafantrag wegen Beleidigung.

Die türkische Regierung wandte sich mit dem Wunsch nach Strafverfolgung an die deutsche Regierung. Das deutsche Strafgesetzbuch enthält einen entsprechenden Paragrafen. Für die strafrechtlichen Ermittlungen muss die Regierung aber eine Ermächtigung erteilen. Das hat sie indessen getan. Ob effektiv ein Prozess eröffnet wird, steht noch nicht fest.