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Das neue Kabinett in London: Eine Analyse
Aus HeuteMorgen vom 25.07.2019.
abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
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Boris Johnson und sein Team Politisches Blutbad in London

Die neue Führungsriege um Premier Boris Johnson bekommt Konturen. Und seine Brexit-Linie auch.

Mehr als die Hälfte der Regierungsmannschaft von Theresa May hat sich auf den Hinterbänken der konservativen Parlamentsfraktion eingerichtet.

Gezeitenwechsel in Londons Regierungsviertel

Weniger als ein halbes Dutzend trat in vorauseilendem Gehorsam zurück. Der Rest wurde von Boris Johnson entlassen, darunter zahlreiche Anhänger seines Rivalen, des bisherigen Aussenministers Jeremy Hunt, der deren Schicksal teilt.

Es war ein politisches Blutbad, ein Gezeitenwechsel, wie wenn eine neue Partei an die Macht gekommen wäre. Das neue Spitzenteam entspricht der Mannschaft, die 2016, zusammen mit Johnson, die Brexit-Referendumskampagne bestimmt hatte.

Unruhestifter als Berater

Als einzige Ausnahme sei Sajid Javid erwähnt, der bisherige Innenminister, der nun prominent für die Finanzen zuständig ist. Als ehemaliger Bankier, der damals gegen den Brexit stimmte, kann er wenigstens zählen, bemerkte ein Beobachter.

Bemerkenswert ist die Ernennung von Dominic Cummings zum Berater des neuen Premierministers. Cummings, offenbar ein genialer Kopf, leitete und prägte eine der beiden Brexit-Kampagnen vor drei Jahren. Aber auch er, genau wie Boris Johnson, ist ein Unruhestifter, der glaubt, in der Zerstörung bestehender Strukturen neue Ideen keimen zu sehen.

Wendehälse und Brexit-Junkies

Das ist ein riskanter Ansatz, denn Johnson selbst huldigt derselben radikalen Überzeugung. Im Innen- und Handelsministerium sitzen nun Frauen, die am rechten Rand der Konservativen Partei stehen.

Im Verbund mit einer grossen Gruppe von bedingungslosen Brexit-Anhängern, ergänzt um einige Wendehälse aus den Zeiten von Theresa May, werden sie nun die britische Regierungspolitik bestimmen.

Martin Alioth

Martin Alioth

Ehemaliger Grossbritannien- und Irland-Korrespondent, SRF

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Der ehemalige Grossbritannien- und Irland-Korrespondent von Radio SRF lebt seit 1984 in Irland. Er hat in Basel und Salzburg Geschichte und Wirtschaft studiert.

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103 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Mayer  (signorinetta)
    Gute Rede von Johnson
    "An der Zeit, die Schallplatte zu wechseln"
    Da sich jetzt die Aggression auf Johnson richtet, wird Trump etwas entlastet.
  • Kommentar von David Huser  (Dave21)
    „...in der Zerstörung bestehender Strukturen neue Ideen keimen zu sehen.“

    Nun ja das kann durchaus Sinn ergeben. Manchmal muss man etwas zerstören damit Neues gedeihen kann.

    Lasst den Typen jetzt mal arbeiten und sehen ob und was er so hinkriegt.

    Es bleibt nich genügend Zeit für Kritik.
  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    An der Quadratur des Kreises wird auch BJ nichts ändern. Die Briten wollen raus aus der EU aber die Grenze zu Irland offen halten. Entweder treten die Iren auch aus oder die Grenze bleibt zu.
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Gut, dass Sie das bestimmen können. Und da es keine Quadratur des Kreises gibt, gibts auch nichts zu ändern am demokratisch gefassten Entscheid der Briten.
    2. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @Rondra: Können wir daher annehmen, dass so, wie dieses Referendum "durchgezogen" wurde, Ihrer Idealvorstellung von Demokratie entspricht??
    3. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Wyss: Es steht in meinem Kommentar. Wieso also Fragen Sie?
    4. Antwort von Alex Kramer  (Kaspar)
      was ist die Quadratur des Kreises?
      Können Sie oder Ihre Zustimmer uns das bitte erklären, auch wenn die Luft heiss ist heute?