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Brände im Amazonasgebiet Waldvernichtung in Brasilien in einem Jahr fast verdoppelt

  • Die Vernichtung der Regenwälder im brasilianischen Amazonasgebiet hat sich nach Behördenangaben binnen eines Jahres nahezu verdoppelt.
  • In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden bereits 6404 Quadratkilometer Wald zerstört.
  • Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es laut dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung (Inpe) 3367 Quadratkilometer gewesen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Amazonasstaaten wollen Regenwald besser schützen abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.09.2019.

Allein im August wurden Satellitendaten zufolge 1700 Quadratkilometer des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien vernichtet – mehr als dreimal so viel wie im August 2018. Die Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahresende insgesamt 10'000 Quadratkilometer Wald zerstört werden.

Ausweitung der Anbaufläche

Der ultrarechte brasilianische Staatspräsident Jair Bolsonaro ist eng mit der Agrarlobby verbündet und hat Umweltschutzauflagen gelockert. Brasilianische Bauern durften zuletzt nicht mehr fünf, sondern 20 Hektar Fläche abbrennen. Die Behörden, die illegale Rodungen verhindern sollen, wurden unter Bolsonaro geschwächt. Immer grössere Waldflächen werden daher gerodet und anschliessend abgebrannt, um Platz für die Landwirtschaft und Viehzucht zu erhalten.

Erfolgreiche Operation von Brasiliens Präsident Bolsonaro

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Portrait des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro.
Legende:Reuters

Jair Bolsonaro ist ein Jahr nach einer Messerattacke im Wahlkampf erneut operiert worden. Der fünfstündige Eingriff in einer Klinik in São Paulo am Sonntag (Ortszeit) sei erfolgreich verlaufen, sagte der Chirurg nach der Operation.

Bolsonaro musste wegen eines Narbenbruchs behandelt werden. Es war bereits die vierte Operation für den rechtspopulistischen Politiker, der vor einem Jahr bei einem Wahlkampfauftritt niedergestochen und schwer am Bauch verletzt worden war. Nach dem Angriff war Bolsonaro ein künstlicher Darmausgang gelegt worden. Ein Beutel für den Darmausgang wurde ihm im Januar entfernt.

Wegen des Eingriffs am Sonntag hatte Bolsonaro seine geplante Teilnahme an einem Krisengipfel zu den verheerenden Waldbränden in der Amazonas-Region abgesagt. Bei dem Treffen am Freitag im kolumbianischen Leticia bekannten sich die Amazonas-Länder zu einem besseren Schutz des grössten Tropenwaldes der Welt.

Von Januar bis Ende August wurden in Brasilien nach Angaben von Inpe insgesamt 88'816 Feuer registriert, davon mehr als die Hälfte im Amazonasbecken. Das ist die höchste Zahl seit 2010, als im gesamten Jahr mehr als 132'000 Waldbrände gezählt worden waren.

Experten befürchten, dass die Zahl der Brände im Amazonasgebiet in diesem Monat noch deutlich zunehmen wird. Demnach liegt der Höhepunkt der Rodungen im Juli, die der anschliessenden Brände im September.

Quelle: WWF, Goethe Institut, 23.08.1917-20%Wasserspeicher der ErdeWichtiger AmazonasBiodiversitätder Erde Fläche des Regenwaldes≈ Fläche von AustralienDer Amazonas hat 4x mehr Bewohnerals die SchweizAmazonasAmazonas10%
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15 Kommentare

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  • Kommentar von Ramon Gfeller  (RG)
    So besorgniserregend wie diese Nachricht auch ist: Der Amazonas produziert nicht 20% des weltweiten Sauerstoffes:

    https://weather.com/de-DE/wissen/klima/news/2019-08-31-brennendes-amazonien-aussage-ist-falsch-sie-wird-auch-von-politikern

    Vom SRF dürfte man erwarten, dass solche falschen Zahlen vor der Veröffentlichung überprüft und korrigiert werden.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Ramon Gfeller Herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Wir hatten im August einen Artikel mit Einschätzungen eines Experten zu dieser bekannten Problematik (https://www.srf.ch/news/panorama/professor-fuer-waldoekologie-der-amazonas-ist-als-globale-waschkueche-ganz-wichtig). Den Amazonas als "Sauerstoffproduzent" zu bezeichnen ist demnach grundlegend problematisch/falsch. Wir werden die Grafik anpassen.
      Freundliche Grüsse SRF News
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    In Brasilien brennt der Amazonas-Regenwald, Deutschland und die EU , auch die Schweiz liefern den Brandbeschleuniger. Die grüne Lunge der Welt brennt, mir brennt das Herz und die Politik tut rein gar nichts! Das muss ein Ende haben! Die EU und D müssen unverzüglich Handeln. Die Zeit des Nichtstuns ist vorbei! Das Freihandelsabkommen Mercosur darf nicht ratifiziert werden! Der Kampf gegen wirtschaftliche Profitgier die Umweltzerstörung geht uns alle an. Vieles hängt von unserem Konsum ab.
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  • Kommentar von Thomas Ludwig  (Tlu)
    Es ist eigentlich ganz simpel: Abgestimmt wird an der Kasse. Unser Kaufverhalten bestimmt, ob der Regenwald stehen bleibt oder nicht. Werden die so hergestellten Produkte nicht gekauft, lohnt sich deren Herstellung nicht. Kaufe ich Palmöl, bin ich indirekt an der Vertreibung und Tötung des Orang Utan beteiligt, ob ich das nun wahrhaben will oder nicht.
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