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Brexit-Demo in London Der Showdown im Scheidungsprozess

Grossdemo in London: Befürworter und Gegner machen vor der entscheidenden Debatte nochmals für ihre Sache mobil.

Legende: Video Brexit: Grossbritannien vor der Entscheidung abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.12.2018.

Es ist eine Schicksals-Woche für Grossbritannien. Am Dienstag soll im Parlament über den Brexit-Deal mit der EU abgestimmt werden. Die bevorstehende Entscheidung treibt die Menschen auf die Strasse. Die Polizei verhängte deshalb scharfe Restriktionen, um Zusammenstösse zwischen zwei Protestzügen in London zu verhindern.

Angeführt von dem rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson demonstrierten Tausende für den Brexit. Der Gründer der islamfeindlichen Organisation English Defence League protestierte gemeinsam mit Anhängern der EU-feindlichen Ukip-Partei. Robinson ist ein Berater von Ukip-Chef Gerard Batten.

An einer Gegendemonstration von Unterstützern der oppositionellen Labour-Partei nahmen nach Veranstalterangaben deutlich mehr – etwa 15'000 Menschen – teil.

Berichten über eine Verschiebung der Abstimmung im Unterhaus widersprach Downing Street. «Die Abstimmung wird am Dienstag stattfinden», sagte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Neue Szenarien in letzter Minute

Die britische Arbeitsministerin Amber Rudd sprach sich öffentlich für das Norwegen-Plus-Modell als «Plan B» aus, der eine fraktionsübergreifende Mehrheit bekommen könnte. Bei diesem Modell würde Grossbritannien im Europäischen Binnenmarkt und in der Zollunion bleiben. Norwegen ist Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), aber nicht in der EU. Grossbritannien könnte zusätzlich eine Zollunion mit Brüssel beschliessen – also Norwegen plus.

Legende: Video «Grossbritannien steht vor der brisantesten Woche in der politischen Geschichte» abspielen. Laufzeit 00:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.12.2018.

Bei Kritikern ist diese Lösung allerdings als zu weicher Brexit verschrien. Sie befürchten, dass nahezu alles beim Alten bleibt, auch die Personenfreizügigkeit.

Als Alternative hält Rudd auch ein zweites Referendum für denkbar. Sie selbst würde in einem solchen Fall für den Verbleib in der Europäischen Union stimmen. Ihre persönliche Ansicht habe sich inzwischen nicht geändert, betonte Rudd in der «Times». Grossbritannien will Ende März 2019 die Staatengemeinschaft verlassen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Morgen soll im Parlament über den Brexit-Deal mit der EU abgestimmt werden. Man darf gespannt sein, wie abgestimmt wird. So oder so wird es Zeit, das die Entscheidung auf dem Tisch kommt. Vielleich wäre der EWR gut für die Briten, wäre auch was für die Schweiz, die mit der EU auch nicht zurecht kommt. Zuviel Bevormundung und Einmischung in die Länder, das finden nicht alle gut. Ich wünsche GB, dass sie die richtige Lösung treffen für ihr Land. Eigenbestimmung!
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  • Kommentar von Benjamin Thiel (BThiel)
    John Oliver hat das schön formuliert. Die Brexiteers haben den Wählern ein schillerndes Einhorn versprochen aber lieferbar ist nur ein Pferd mit einem Cornet.
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  • Kommentar von Willy Gruen (wgruen)
    Die Mehrheit der Engländer will keinen Ausstieg ins Ungewisse mehr. Genau wie bei der MEI war bei der Brexit-Abstimmung völlig unklar, welche Konsequenzen das haben könnte. Globalisierung bedeutet eben auch, dass es keinen handelsrechtsfreien Raum gibt, in dem man autark vor sich hinleben können, weder UK noch die Schweiz. Beide gehören in die EU.
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