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British Columbia Kanada: Schüsse an Schule mit acht Todesopfern – das ist bekannt

An einer Schule in Kanada sind mehrere Menschen getötet worden. Die Tatverdächtige hat laut der Polizei Suizid begangen.

Darum geht es: Eine Person hat in einer Schule und dem umliegenden Gelände im Ort Tumbler Ridge in Kanada acht Menschen und sich selbst getötet. Mehr als zwei Dutzend weitere wurden verletzt. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben um 13.20 Ortszeit (Dienstagabend Schweizer Zeit) über Schüsse an einer Schule in der Gemeinde informiert.

Dort geschah die Tat: Tumbler Ridge liegt rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver. Laut eigenen Angaben zählt die Gemeinde etwa 2700 Einwohnerinnen und Einwohner.

Das sind die Opfer: Sechs Menschen waren durch Schüsse in einer Schule getötet worden, zwei weitere Tote wurden unweit der Schule in einem Haus gefunden. Dabei handle es sich deren 39-jährige Mutter und den 11-jährigen Stiefbruder. Bei den Toten an der Schule handle es sich um eine Lehrerin sowie Schülerinnen und Schüler. Zunächst war die Rede von zehn Toten inklusive der mutmasslichen Täterin gewesen. Die Polizei korrigierte später die Gesamtzahl der Toten auf acht. Einige der 25 Verletzten kämpften derzeit im Spital um ihr Leben, sagte der kanadische Premierminister Mark Carney in einer Rede vor dem Unterhaus des Landes.

Mann im Anzug spricht vor kanadischen Fahnen.
Legende: Der Premierminister von British Columbia, David Eby, spricht während einer Pressekonferenz nach den tödlichen Schüssen in Tumbler Ridge. REUTERS

Das ist zur Tat bekannt: Nachrichtenagenturen und Medien berichteten zunächst von einer Schützin, es wurde aber auch von einem Täter geschrieben. Verschiedenen Berichten zufolge hat die Polizei in den Stunden nach der Tat nach einer «Frau in einem Kleid» gefahndet. Bei einer Medienkonferenz am späten Mittwochabend (Schweizer Zeit) teilte der Beamte der Polizei zur Identität der Verdächtigen mit: «Wir identifizieren die tatverdächtige Person so, wie sie sich selbst öffentlich und in den sozialen Medien identifiziert hat.» Er können aber sagen, dass die Täterin bei der Geburt als männlich registriert worden sei. Die Polizei habe derzeit keine Informationen darüber, ob die Verdächtige Mobbing und andere Diskriminierung an der Schule erlebt habe. Sie habe vor vier Jahren die Schule abgebrochen. Über das Motiv für die Tat herrsche noch keine Klarheit.

Abgesperrte Strasse
Legende: Dass es in Kanada vergleichsweise weniger Waffengewalt gibt, führen Experten darauf zurück, dass die Waffengesetze dort weitaus strenger sind als im Nachbarland. Imago

Der Beamte gab auch bekannt, dass Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren mehrfach an der Wohnadresse der Verdächtigen im Einsatz gewesen sei. Dabei seien etwa auch Waffen sichergestellt worden. Auf den Namen der Verdächtigen seien aktuell keine Waffen registriert gewesen. Er sprach auch von «psychischen Gesundheitsproblemen» der mutmasslichen Täterin, ohne nähere Details zu nennen. 

So reagiert die Regierung: Der kanadische Premierminister reagierte mit Bestürzung auf den Vorfall. Er sei «zutiefst erschüttert», schrieb Mark Carney auf der Plattform X. «Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten Angehörige verloren haben.» Der Premierminister von British Columbia, David Eby, sagte vor Medien: «Das ist etwas, das man eher an anderen Orten erwartet und nicht in der Nähe seines Zuhauses.» Auch König Charles III., offiziell Staatsoberhaupt von Kanada, kondolierte. Er und seine Ehefrau Camilla seien «zutiefst geschockt und traurig», hiess es in einer Mitteilung auf Instagram. 

Tödlichster Vorfall seit 1989: Es handelt sich laut kanadischen Medien um den tödlichsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte in dem nordamerikanischen Land seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

SRF 4 News, 11.02.2026, 4 Uhr ; 

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