Zum Inhalt springen

Bundesgericht in Seattle Waffenpläne für 3D-Drucker werden vorerst nicht veröffentlicht

Legende: Video Waffen aus dem 3D-Drucker abspielen. Laufzeit 01:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.07.2018.
  • Ein US-Bundesgericht hat die Veröffentlichung von Plänen für die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Druckern gestoppt.
  • Das teilte das Büro des Generalstaatsanwalts im Bundesstaat Washington, Bob Ferguson, auf Twitter mit.
  • Kritiker hatten befürchtet, dass durch die Veröffentlichung der Pläne Schusswaffen in falsche Hände geraten könnten und die öffentliche Sicherheit gefährdet wird.

Mithilfe der Anleitung wäre es Privatpersonen möglich gewesen, sich unkontrolliert ihre eigenen, nicht rückverfolgbaren Waffen herzustellen. Ferguson hatte beim Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt und zugleich Klage gegen die Regierung von Präsident Donald Trump erhoben. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington schlossen sich der Klage an.

«Defense Distributed» steht hinter der Klage

Der Gründer der Organisation «Defense Distributed», Cody Wilson, hatte bereits 2013 Pläne für die Herstellung der Schusswaffe «Liberator» auf 3D-Druckern veröffentlicht. Das Aussenministerium untersagte ihm dies wenige Tage später mit Verweis auf Exportkontrollgesetze.

Wilson klagte erfolglos dagegen. Im Juni schlossen das Aussen- und das Justizministerium dann überraschend einen Vergleich mit ihm.

Cody Wilson hält eine mittels 3D-Drucker hergestellte Pistole
Legende: Seit 2013 kämpft Cody Wilson dafür, dass er Waffenpläne für 3D-Drucker veröffentlichen kann. Keystone

Trump will Thema prüfen

Trump selbst hatte sich am Dienstag allerdings skeptisch über die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker geäussert. «Scheint nicht sehr sinnvoll zu sein», schrieb er auf Twitter. Er habe das Thema mit der Waffenlobby NRA besprochen und werde es prüfen.

Washingtons Generalstaatsanwalt Ferguson argumentierte, durch die Pläne erhielten «Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3D-gedruckten Waffen».

Pläne für «Liberator» 5000mal heruntergeladen

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Die Organisation «Defense Distributed» aus Texas hatte angekündigt, die Pläne zur Herstellung von Waffen mittels 3D-Drucker am Mittwoch zum Download anzubieten.
  • Bereits am Dienstag waren indes Pläne für eine weitgehend aus Plastik bestehende Pistole vom Typ «Liberator» online gestellt worden.
  • Über 5000 Nutzer luden die Daten für den 3D-Druck der einzelnen «Liberator»-Teile und die Anleitung für den Zusammenbau der Waffe herunter.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Erschreckend, was da auf uns zukommen kann. Nach 'Murphy's law' werden früher oder später die Pläne veröffentlicht, legal oder illegal. Dass dann quasi jedermann diese Waffen herstellen kann, ist ein Albtraum. Besonders sorge ich mich, dass Normalbürger unkontrollierten Zugriff haben. Kriminelle haben sowieso ihre Kanäle, um Waffen illegal zu besorgen. Dadurch, dass die Herstellung und der Erwerb nicht zurückverfolgt werden kann, wird die Verwendung allerdings für alle vereinfacht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Frédéric Weil (Derrick)
    Klar ist die NRA dagegen und somit auch Trump. Das ist Protektionismus. In der NRA sind auch alle Waffenhändler vertreten, und diese wollen Hardware verkaufen und keine billigen Kopien zulassen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andrin Ziswiler (Andrinzisi)
    Hat die USA ein Gesetz, wo darin steht wie und was man mit der Waffen darf machen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen