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International Bussen für Freier – Gesetz nimmt weitere Hürde

Der Kauf von Sex wird in Frankreich künftig strafbar: So will es die französische Nationalversammlung in der ersten Lesung. Freier würden demnach mit Geldbussen von 1500 Euro gebüsst.

Die französische Nationalversammlung will die Prostitution bekämpfen. 268 Abgeordnete stimmten für das neue Gesetz, wonach Freier bestraft werden, wenn sie Sex kaufen. 138 Parlamentarier stimmten gegen das Gesetz und 79 enthielten sich. Laut dem Gesetz wird ein erwischter Freier mit einer Summe von 1500 Euro gebüsst. Wiederholungstäter werden sogar mit 3750 Euro bestraft.

Am Schluss kontraproduktiv?

Viele Gegner des Gesetzes argumentierten, dieses sei letztlich kontraproduktiv: Es treibe die Prostitution in den Untergrund und fördere Mafia-Strukturen. Die Frauen würden so erst recht den Zuhältern ausgeliefert.

Bislang ist Prostitution in Frankreich legal. Allerdings drohen Frauen bis zu zwei Monate Haft oder 3750 Euro Strafe, wenn sie potenzielle Freier aktiv anwerben. Diese Bestimmung soll nun wegfallen.

Prostituiertenverbände und Polizei gegen das Gesetz

Die Prostituiertenverbände waren gegen das Gesetz. Sie befürchten, dass damit das Gewerbe in den Untergrund abgedrängt und für die betroffenen Frauen noch gefährlicher würde.

Auch die Polizei hat wenig Freude an der Neuerung: Sie befürchtet, dass das Verfolgen von Schlepperbanden schwieriger wird, weil die Frauen auf dem Strich nicht mehr zum Verhör über die Hintermänner mitgenommen werden können.

Als nächstes muss sich nun die andere französische Parlamentskammer, der Senat, mit dem Gesetz befassen. Dieser spielt aber auf Zeit – vor Juni 2014 soll das Gesetz dem Vernehmen nach dort nicht traktandiert werden.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Schaub, Zunzgen
    Ich bin vor Ehrfurcht beinahe erschlagen: Hat die EU-Hochburg #2, doch noch einen Weg gefunden, mit Banalitäten und Nichtigkeiten, der Bevölkerung den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Bravo, eine wahre Meisterleistung! Kümmert euch endlich um die wirklichen Probleme, die im Endeffekt halt keinen Profit generieren. Schlimmer als in den '50ern.
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  • Kommentar von Marius Schmidlin, Illanz
    Im Rahmen der Gleichberechtigung heisst das "Freierinnen und Freier"!
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Und im Namen der Richtigkeit schreibt man Ilanz mit einem L und es ist ein Blödsinn, das älteste Gewerbe der Welt in die Knie zwingen zu wollen. In Ilanz und auch im Rest der Welt.
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    2. Antwort von Claude Vuillaume, Wallisellen
      Herr Albert Planta, in den guten alten Zeiten gab es die Hexenverbrennung, soll sie wieder eingeführt werden ? In den guten alten Zeiten gab es kein Frauenstimmrecht, soll es wieder abgeschafft werden ? Wir wollen nicht den Sex abschaffen, sondern die Ausbeutung und die Erniedrigung des Menschen. Der Mensch ist ein Individuum und keine Ware mit Preisschild.
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    3. Antwort von Claude Vuillaume, Wallisellen
      Herr Albert Planta, es sind jährlich etwa 3.5 Milliarden Fr. , die in der Prostitution erwirtschaftet werden. Würde man die Prostitution verbieten, dann könnten die Mitte-Rechts-Parteien nicht mehr von einer utopischen Vollbeschäftigung träumen. Der Stimmbürger würde auf einmal begreifen, dass Roboter und Maschinen viele Menschen überflüssig machen und dessen Schicksal von den Politiker ignoriert wird. Dafür wird die Tätigkeit der Prostituierten rhetorisch als menschenwürdig definiert.
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    4. Antwort von Markus Meierhof, Oberägeri
      Der Mensch ist keine Ware mit Preisschild, aber Sex kann eine Dienstleistung mit Preisschild sein.
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    5. Antwort von Albert Planta, Chur
      Habe ich mich zuwenig klar ausgedrückt? Ich sagte:"es ist ein Blödsinn, das älteste Gewerbe der Welt in die Knie zwingen zu wollen" Folglich bin ich ein Befürworter der Prostitution.
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    6. Antwort von Claude Vuillaume, Wallisellen
      Herr Albert Planta, ich bin KEIN Befürworter der Prostitution. Ich hoffe deshalb, das BGE hat eine Chance beim Volk, damit aus einer Erniedrigungs-Gesellschaft eine kooperative Gesellschaft werden kann. Die Vernunft entsteht im Kopf, das Sittengefühl kommt vom Herzen, und die Genitalien werden sogar von den wilden Amazonas-Indianern mit einem Feigenblatt bedeckt.
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    7. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @A. Planta: Auch dieser Versuch die Prostitution zurückzudrängen wird scheitern. Das System Angebot/Nachfrage wird auch hier wieder spielen. Es fragt sich nur ob u. wieweit eine Kriminalisierung eines Teils der Gesellschaft etwas bringt. Von der Polizei (Sitte) erwarte ich auch nicht viel, wie das aktuelle Beispiel in Zürich, resp. bis zu einem gewissen Grad in Cordoba, Argentinien zeigt.
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    8. Antwort von Claude Vuillaume, Wallisellen
      Herr Markus Meierhof, der Menschenschmuggel von Afrika nach Lampedusa kann auch als Dienstleistung betrachtet werden. Das Sexmilieu lebt von der wirtschaftlichen Not einzelner Menschen. Es geht nicht um Sex. Es geht um Macht, Missbrauch und Erniedrigung. Deshalb gibt es auch keine Millionäre, die sich prostituieren müssen.
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    9. Antwort von Markus Meierhof, Oberägeri
      Und Haareschneiden kann auch als Dienstleistung betrachtet werden. Und ich bin mir ziemlich sicher bei der Prostitution geht es primär um Sex. Wenn es Menschenschlepperei gibt und Freiheitsberaubung und so, dann soll man gegen Menschenschlepperei und Freiheitsberaubung sein, aber nicht gegen Prostitution, was nur als Proxy für das eigentliche Problem bekämpft wird.
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    10. Antwort von Claude Vuillaume, Wallisellen
      Herr Markus Meierhof, sich preisgeben müssen (Prostitution) und sich verwirklichen ist nicht das selbe. Wenn Not die Ausgangslage ist, kann der Mensch nur REagieren. Wenn Vernunft die Ausgangslage ist, kann der Mensch agieren. ( Verwirklichung ) Mit dem Grundeinkommen könnte man Sex verkaufen, es wäre keine Prostitution mehr. Prostitution ist deshalb unsittlich und menschenunwürdig.
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  • Kommentar von Claude Vuillaume, Wallisellen
    Die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar. Wir wollen Frieden, Gerechtigkeit und Nächstenliebe. http://www.youtube.com/watch?v=oBMBVbAyjBQ
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