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Legende: Video Antisemitismus in Frankreich abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.02.2019.
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«Ça suffit» Demonstrationen gegen Antisemitismus in Frankreich

  • In Paris und anderen Städten Frankreichs haben am Abend Kundgebungen gegen Antisemitismus stattgefunden.
  • Auslöser war die Schändung von Gräbern auf einem jüdischen Friedhof im Elsass.
  • Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte daraufhin ein entschlossenes Vorgehen gegen den Antisemitismus an.

«Wir werden Massnahmen ergreifen, wir werden Gesetze entscheiden, und wir werden bestrafen», sagte Macron bei einem kurzfristig angesetzten Besuch in Quatzenheim nordwestlich von Strassburg.

Nach Angaben der Präfektur waren dort rund 80 Gräber geschändet worden. Auf Fernsehbildern waren Hakenkreuze auf Grabmälern zu sehen.

Demonstrationen im ganzen Land

Tausende Menschen demonstrierten am Abend in Paris und in anderen Landesregionen gegen Antisemitismus. An der Kundgebung auf der Place de la République in Paris hielten Demonstranten Schilder mit der Aufschrift «ça suffit» (es reicht) in die Höhe.

Regierungschef Edouard Philippe und zahlreiche Minister nahmen an der Kundgebung in der Hauptstadt teil. Macron begab sich am Abend mit den Präsidenten der Nationalversammlung und des Senats zur Schoah-Erinnerungsstätte in Paris.

Debatte über Antisemitismus

In Frankreich läuft eine breite Debatte über Antisemitismus. Die Zahl der Vorfälle gegen Juden war im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Erst am Wochenende war der Schriftsteller und Philosoph Alain Finkielkraut am Rande einer «Gelbwesten»-Demonstration in Paris beschimpft worden.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass es in Frankreich im vergangenen Jahr 541 antisemitische Vorfälle gab – fast 74 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Die Zahlen lösten Empörung aus. Innenminister Christophe Castaner sprach davon, dass sich der Antisemitismus «wie ein Gift» ausbreite.

Kurvendiagramm antisemitischer Taten in Frankreich.
Legende: SRF

Israel äussert sich schockiert

In Israel nannte Regierungschef Benjamin Netanjahu die Schändung der Gräber durch «wilde Antisemiten» schockierend. Er rief die Spitzenpolitiker Frankreichs und Europas in einer Mitteilung dazu auf, entschlossen gegen Antisemitismus vorzugehen.

Der israelische Einwanderungsminister Joav Gallant erklärte, die Grabschändung in Frankreich erinnere an dunkle Tage in der Geschichte des jüdischen Volkes. Er rief Juden auf: «Kommt nach Hause, emigriert nach Israel.»

Mehr Aufklärung gefordert

Diese kollektive Verurteilung des Judenhasses müsse ein Echo haben, sagt dazu SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser in Paris. Denn eines von fünf Kindern in Frankreich habe keine Ahnung vom nationalsozialistischen Völkermord an den Juden. «Darum braucht es Aufklärung und Schulung. Und es braucht auch eine konsequentere Anwendung von bestehendem Recht.»

Darum habe der Premierminister heute durchblicken lassen, es gebe Bestrebungen im Parlament, dass man die sozialen Plattformen stärker in die Verantwortung nehmen wolle, weil auf diesen sozialen Netzwerken der antisemitische Hass ungefiltert verbreitet werde.

Legende: Video Alexandra Gubser zu den Massnahmen in Frankreich abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.02.2019.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Es ist leider eine Tatsache dass eine immer mehr steigende Anzahl an Angreifer auf Juden nicht rechtsradikale Europäer sind sondern radikalisierte Muslime. Wer sagt dies läge am Umgang von Israeli mit Palästinensern macht es sich zu einfach. Einer der Gründe sind viele muslimische Gotteshäuser die nur existieren weil sie aus radikalen Ländern wie der Türkei oder Saudi-Arabien finanziell unterstützt werden und niemand tut etwas dagegen. Auch an der mangelhaften Anpassungsfähigkeit vieler Muslime.
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  • Kommentar von Walter Balmer (WalBal)
    Wer die Meinung des jüdisch stämmigen Deutschen Historiker und Publizisten Michael Wolffsohn zum wachsenden Antisemitismus in Deutschland und Frankreich kennt, weiss wer dahinter steckt. Den erstarkenden Antisemitismus in Europa und Deutschland führt Wolffsohn maßgeblich auf die Einwanderung aus muslimischen Ländern zurück. In einem Beitrag für die NZZ am Sonntag am 29. April 2018 schreibt er: „Wenn nicht alles täuscht, steht Westeuropa derzeit erneut vor einem mörderischen Antisemitismus.
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    1. Antwort von Haller Hans (H.Haller)
      Was nicht sein darf, darf einfach nicht sein, auch wenn's offensichtlich der Wahrheit entsprechen sollte, es darf nicht sein und wird daher stetig abgestritten und verleugnet. - NB: Erstaunlich, dass SRF Ihren Kommentar tatsächlich durchgelassen hat. Dann genau das da, entspricht nicht der "verordneten" Meinung im Mainstream der Multi-Kulti-Anhängerschaft, was man den nachfolgenden Kommentaren ja auch sehr deutlich ansehen können. - Es stinkt in Europa in allen Winkeln diesbezüglich sehr stark !
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  • Kommentar von werner zuercher (Werner Zuercher)
    Es ist offensichtlich das antisemitische Taten parallel mit den Gelbwestenprotesten in Frankreich zugenommen haben! In den letzten Jahren sind generell antisemitische und andere, angeblich von Rechtsradikalen verübte Taten, die besten Freunde von in Bedrängnis geratenen Regierungen, Staatspräsidenten, GroKos, etc. geworden! Just zum richtigen Zeitpunkt kommt auch mal ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt. In dessen Folge der angebliche Täter, von der Polizei umzingelt, sofort erschossen wird.
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    1. Antwort von M. Keller (mkel)
      Die Gelbwesten gibt es seit knapp einem halben Jahr. Die Spitzen in der Grafik oben liegen zwischen 4 ud ca. 20 Jahren zurück. Da einen Zusmamenhang zu sehen, ist abenteuerlich.
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