Cameron will IS-Täter «jagen»

Die IS-Dschihadisten haben ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung einer Geisel zeigt. Das Opfer war ein britischer Entwicklungshelfer. Premier Cameron ist bestürzt – und kündigt Konsequenzen an.

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Cameron kündigt harten Kampf an

0:46 min, aus Tagesschau vom 14.9.2014

Wieder ist im Internet ein Video aufgetaucht, das die Enthauptung einer westlichen Geisel durch die Terrormiliz IS zeigt. Beim Opfer handelt es sich um einen britischen Entwicklungshelfer. Es ist das dritte IS-Video innerhalb weniger Wochen, in denen ein westlicher Gefangener enthauptet wird.

Cameron unter Zugzwang

Das Video setzt den britischen Premier Cameron unter Druck. «Wir werden jeden notwendigen Schritt unternehmen», sagte Cameron nach der Sitzung seines Sicherheitskabinetts in London.

Vor den Medien machte Cameron klar: IS hat bereits Angriffe in Europa geplant – und wird es auch künftig tun. «Wir können das nicht einfach ignorieren und glauben, wir seien dann sicher.» Man müsse IS Schritt für Schritt zurückdrängen, enttarnen und schliesslich zerstören. «Das werden wir in ruhiger und entschlossener Weise tun», fügte Cameron hinzu.

«Wir werden die Verantwortlichen jagen und zur Verantwortung ziehen, egal, wie lange es dauert.» Die Kämpfer des IS seien keine Muslime, sondern Monster.

Cameron will IS ultimativ vernichten (unkomm./engl.)

0:55 min, vom 14.9.2014

Enge Zusammenarbeit geplant

Cameron kündigte an, Grossbritannien werde eng mit den USA und seinen Partnern in Europa und im Nahen Osten zusammenarbeiten, um den IS in die Knie zu zwingen. Er machte jedoch keine Aussage darüber, ob sich Grossbritannien an Luftschlägen der USA gegen den IS beteiligen wird.

Im Unterhaus gibt es noch grossen Widerstand gegen solche Pläne. Laut dem aussenpolitische Sprecher der Labour-Fraktion, Douglas Alexander, sei der Kampf gegen den IS vor allem Aufgabe der irakischen Regierung und der Nachbarn. Dies sagte er kürzlich zu «Skynews».

SRF-Korrespondent Urs Gredig: Derzeit eher keine Luftschläge

1:42 min, aus Tagesschau vom 14.9.2014

Keine Luftangriffe vor Schottland-Wahl?

Ob Cameron sich also mit Luftschlägen beteiligen wird, ist nicht klar. Er sei ein gebranntes Kind, erklärt SRF-Korrespondent Urs Gredig. Vor einem Jahr wollte der Premier in Syrien militärisch intervenieren. Doch das Unterhaus sprach sich dagegen aus.

Dass es derzeit wohl eher zu keinen Luftschlägen kommen werde, habe auch innenpolitische Gründe, wie Gredig weiter erklärt: «Das schottische Unabhängigkeitsreferendum steht in wenigen Tagen bevor – und die Schotten gelten als eher skeptisch, was Militäreinsätze anbelangt.»

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Obamas Schwierigkeit, Verbündete zu finden

    Aus Tagesschau vom 11.9.2014

    Es wird ein Schwieriges für Barack Obama, eine echte Koalition gegen die IS zu finden. Die grossen regionalen Akteure, Saudi-Arabien und der Iran, verfolgen ganz unterschiedliche Ziele, wie Roland Popp, Sicherheits-Experte der ETH Zürich erklärt.

  • Obamas Kampfpläne in Syrien

    Aus Tagesschau vom 11.9.2014

    Barack Obama hat in der Nacht erklärt, was er weiter gegen die Terrormiliz IS zu tun gedenkt. Es war eine klare Kampfansage. Der US-Präsident plant jetzt auch in Syrien Luftangriffe, und er will mit kleinen Spezial-Einheiten auch am Boden operieren. Einschätzungen von USA-Korrespondent Arthur Honegger.