Castro glaubt an zivilisierte Beziehung mit den USA

Kubas Staatschef Raúl Castro zeigt sich nicht nur zum Dialog mit den USA bereit – er verteidigt auch den Öffnungskurs auf der Karibikinsel. Das Ziel sei ein gerechteres sozialistisches Wirtschaftsmodell, sagte er an einer Parlamentssitzung.

Der kubanische Staatschef Raúl Castro hat bei der letzten Parlamentssitzung dieses Jahres über den Wandel auf der Karibikinsel gesprochen. Dabei hat er den marktwirtschaftlichen Öffnungskurs verteidigt.

Ziel sei es, ein weniger egalitäres aber gerechteres sozialistisches Wirtschaftsmodell zu gewährleisten, sagte Castro am Samstag in der Hauptstadt Havanna. Als Beispiel für den Wandel im Wirtschaftsbereich nannte er das Wachstum der Privatwirtschaft: Über 440‘000 Kubaner arbeiten inzwischen als Freiberufler.

Kubanisches Modell nicht verhandelbar

Zudem bot der kubanische Staatschef den USA erneut den Dialog an. «Wir glauben, dass wir eine zivilisierte Beziehung aufbauen können», sagte er. Kubas politisches und soziales Modell sei allerdings nicht verhandelbar. Die USA und Kuba unterhalten seit 1961 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Seitdem er 2006 an die Macht gekommen war, bot Castro den USA mehrfach einen Dialog «auf Augenhöhe» an. Unter seiner Führung führt Kuba ausserdem seit Jahren zahlreiche Liberalisierungsreformen im Wirtschaftsbereich durch. Zugleich hat die sozialistische Führung mehrfach politische Reformen am Einparteiensystem ausgeschlossen.

Am Rand der Trauerfeier für Nelson Mandela war es am 10. Dezember zu einem symbolträchtigen Handschlag zwischen Castro und US-Präsident Obama gekommen.

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