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Armin Laschet wird neuer CDU-Chef
Aus Tagesschau vom 16.01.2021.
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CDU-Chef – noch nicht Kanzler Armin Laschet – Nach der Wahl ist vor der Wahl

Es gilt die alte Fussballweisheit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Armin Laschet hat den Kampf um den Parteivorsitz zwar gewonnen, aber er ist damit noch nicht Kanzlerkandidat der Union von CDU und CSU. Das werden die beiden Parteien anfangs April gemeinsam entscheiden. Doch als CDU-Chef hat er das erste Zugriffsrecht, denn in der gemeinsamen Bundestagsfraktion ist die CDU viermal stärker als die Schwesterpartei CSU.

Aber: Laschet hat letztlich nur deshalb gewonnen, weil die CDU eine Partei ist, für die politische Macht das entscheidende Kriterium ist. Friedrich Merz hat zwar viele Fans in der CDU, aber vor allem das Parteiestablishment traut ihm nicht zu, eine breite Mitte der Bevölkerung bei der Bundestagswahl anzusprechen. Und das ist die entscheidende Frage.

Fragen sind immer Machtfragen

Aber dieser Frage muss sich auch Armin Laschet stellen. Er wird zwar immer – eine Parallele zu Angela Merkel – sträflich unterschätzt. Eine Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) gewinnt man nicht einfach mal so. Und Laschet regiert in NRW zusammen mit der FDP geräuschlos, obwohl nur gerade mit einer Stimme Mehrheit. Laschet ist beides: Rheinische Fröhlichkeit, aber auch zäh.

Im Frühling, wenn die Entscheidung fällt, wird er sich der Frage stellen müssen, ob er der Union – also CDU und CSU – mehr Stimmen bringen wird als Markus Söder. In den neusten Umfragen sprechen sich 54 Prozent der Deutschen für Markus Söder als Kanzler aus, doppelt so viele wie für Armin Laschet. Dieser wird zwar nicht freiwillig das Feld für den Ehrgeizigen aus Bayern räumen, aber es könnte sein, dass ihm das die Partei nahelegt.

Der vierte Mann

Seine Ambitionen auf das Kanzleramt hat auch Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU nicht aufgegeben, obwohl er sich hinter Laschet eingereiht hat, Laschet und Spahn sind ja als Duo angetreten: ersterer als Parteichef, letzterer als Parteivize. Aber heute wurde Spahn mit dem schlechtesten Ergebnis als einer der fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Für Aufregung sorgte, dass er sich in der digitalen Fragerunde am Parteitag mit einer Werberede für Laschet eingeschaltet hat. Die Partei hat zwar kein Problem mit seinem Ehrgeiz, aber er wird oft auch als illoyal wahrgenommen. Ihm fliegt politisch auch der schleppende Impfstart um die Ohren.

Söder in der Poleposition

Es ist aktuell schwieriger Kanzlerkandidat der Union zu werden als Bundeskanzler in Deutschland, denn die Union führt in den Umfragen sehr klar. Der aussichtsreichste Anwärter bleibt auch nach der heutigen Wahl Markus Söder. Er wirbt für eine schwarz-grüne Regierung. Und man soll sich nicht täuschen lassen. Auch wenn er im Wahlkampf die Grünen attackieren wird, will er schwarz-grün. Aber im Wahlkampf wollen sich beide künftigen Partner profilieren und möglichst viel Stimmen machen.

Peter Voegeli

Peter Voegeli

Deutschland-Korrespondent, SRF

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Peter Voegeli ist seit Sommer 2015 SRF-Korrespondent in Deutschland. Er arbeitet seit 2005 für Radio SRF, zunächst als USA-Korrespondent, danach als Moderator beim «Echo der Zeit».

SRF 4 News, 16.01.2021; 12:00 Uhr

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Einmal mehr haben sich die Eliten gegen die Basis durchgesetzt. Mit Merz hätte es eine wohltuende Zäsur gegeben. Jetzt wird wie unter Merkel weiter laviert werden, dass zwischen CDU und SP kaum noch Unterschiede festzustellen sind. Immerhin, die AfD wird sich freuen. Ausser, die CDU steigt mit Merz ins Rennen ums Kanzleramt.
    1. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Merz als Antielite zu bezeichnen ist genauso absurd wie bei D.T. Das sind schließlich die Spalter zu Gunsten der Reichen.
      Man kann sich manchen politischen Kompass nur wundern.
    2. Antwort von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
      @Werner Gerber: Die Mehrheit der CDU-Basis hat sich in Umfragen deutlich für Merz ausgesprochen. Als kleinstes Übel. Das schliesst nicht aus, dass Herr Merz NICHT zur Finanzelite gehört. Es ist ja tragisch, auf Trumps und Merz' angewiesen zu sein, um den Linken und Netten Einhalt zu gebieten.
    3. Antwort von Thomas Steiner  (Tom Stone)
      Da sind wir wohl rechts etwas angefressen?
  • Kommentar von Bruno Bär  (Wahrheitssucher)
    Laschet war die richtige Wahl, der, wie es Merkel oft gelungen ist, auch für Stabilität sorgen kann. Merz hätte zu stark polarisiert. Ob er auch noch Kanzlerkandidat wird, werden wir sehen. Söder wäre auch kein Unheil und sein Vergleich mit Strauss teile ich nicht. Söder ist für starken Umweltschutz, so ziemlich das Gegenteil, was Strauss in dieser Frage tat.
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Jetzt freut sich der immer freundliche, harte Worte meidenden oft als smarten wirkenden Bayer Söder. Lusche pardon Laschet ist für Ihn keine Konkurrenz. Laschet ist nicht nur in der Eifel Provinz aufgewachsen, er denkt auch so. Er wird Deutschland nie regieren. Denn dazu fehlt Ihm einiges. Was aber jetzt bereits klar wird ist, dass Deutschland erst dann merkt was Frau Merkel gut gelöst hat. Vor allem im Östlichen Teil D wo Frau Merkel aufgewachsen ist, werden einige erwachen. Gut ist Merz weg.