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Chemikalien-Spuren im Honig Bienen sind weltweit Insektengift ausgesetzt

Legende: Video Insektizid im Bienenhonig abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Forscher der Universität Neuenburg haben Honig-Proben aus der ganzen Welt auf Spuren der am häufigsten verwendeten Klasse von Insektengift untersucht. Im Fachjournal «Science» legen sie eine Weltkarte der Neonicotinoid-Belastung vor.
  • Neonicotinoide galten als eine der Ursachen des Bienensterbens. Die Neuenburger Studie zeigt, dass das Insektengift mittlerweile weltweit seine Spuren im Honig hinterlässt.
  • Die Rückstände im Honig sind für Menschen ungefährlich, zeugen jedoch von der globalen Belastung der Bienen. Forscher zeigen sich schockiert.

Die Honigproben, welche das Neuenburger Forscherteam analysierte, stammen aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Erde und von allen Kontinenten. Doch die Analysen förderten eine grosse Gemeinsamkeit zutage, die selbst die Forscher überraschte. Das Ergebnis habe ihn schockiert, sagt Mitautor Alexandre Aebi: 75 Prozent der Honig-Proben enthielten Rückstände von Neonicotinoiden. Und in der Hälfte der Proben entdeckten die Forscher sogenannte Cocktails, also eine Mischung gleich mehrerer Stoffe aus der Klasse der Neonicotinoide.

Säulendiagramm mit den Anteilen belasteter Proben nach internationalen Regionen.
Legende: Der Anteil belasteter Proben ist in Nordamerika am höchsten. SRF

Das bedeutet, dass Neonicotionide mittlerweile in allen Erdteilen in der Umwelt zu finden sind, und dies nicht zu knapp. Diese Resultate seien alarmierend, sagt Neurobiologe Christopher Connolly von der Universität im britischen Dundee. Er ist an der Studie nicht beteiligt. Die Rückstände in drei Vierteln der Honigproben liessen vermuten, dass die meisten Honigbienen den Insektiziden chronisch ausgesetzt seien.

Bei chronischer Insektizid-Belastung sammelt sich das Gift im Gehirn der Bienen an. Die Tiere lernen und erinnern sich schlechter, was in letzter Konsequenz zum Tod und zum Untergang ganzer Kolonien führen.

Europa und die Schweiz besonders in Fokus

Die Neuenburger Forscher haben ihre Erkenntnisse auf einer Insektizid-Weltkarte erfasst und dargestellt. Diese zeigt auch, dass die Konzentration der Insektengifte in den europäischen Honigproben zu den höchsten weltweit gehört.

Allerdings stammen die untersuchten Proben aus den Jahren vor dem Teil-Moratorium für gewisse Neo-Nicotinoide in der Schweiz und der EU, das im Jahr 2013 in Kraft trat. Mit weiteren Analysen wollen die Neuenburger Forscher um Alexandre Aebi nun herausfinden, ob das zeitlich begrenzte Verbot Wirkung zeigt. In der Schweiz sind zurzeit die drei wichtigsten Neonicotinoide für Raps und Mais verboten. Ob dies weiter so bleiben soll, muss der Bund bis Ende Jahr entscheiden.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Reinhard Meys Song „es gibt keine Maikäfer mehr“, war in den 70er ein Fingerzeig offensichtlicher Auswirkungen vom Einsatz chemischer Keulen gegen die Natur und konsequenterweise auch gegen unsere Spezies. Noch nie zuvor in der Evolution allen Lebens auf Erden, existierten so viele synthetisch Stoffe wie heute. Die globale Vergiftung läuft sehr schleichend aber, immer der Ertragsmaximierung entsprechend, zielgerichtet. Das Resultat baden unsere Enkel und Urenkel aus.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Es ist die Menrfachbelastung die nicht nur den Bienen sondern auch den Kindern zu schafffen macht. Es gibt ja nicht nur Isektizide sonder dann kommen noch Tonnenweise Unkrautvertilger also Hebizide und Fungizide und dazu noch MMR Impfungen die vermehrt zu Autismus führen kann. Dann noch Medikamente und Abgase usw.
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  • Kommentar von Andreas Jenny (iNDone)
    Natürlich reden wir von Bienen weil sie uns nützlich sind. Dabei vergessen wir dass alle anderen Insekten auch darunter leiden aber die sind ja nicht wichtig, oder?
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Genau, jedes Insekt erfüllt einen Zweck. Und sei es "nur" Futter für Vögel und andere Lebewesen. Aber der Mensch fuchtelt ohne jegliches Verstehen der Zusammenhänge in der Natur herum.
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    2. Antwort von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
      Und wir, die am meisten Nutzen ziehen aus der Natur, sind ausgerechnet die welche null und nichts beitragen, zu nichts nutze sind, ja gar alles zerstören.
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