Zum Inhalt springen

Header

Audio
China: Erste Schritte in die Normalität
Aus Rendez-vous vom 01.05.2020.
abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
Inhalt

China lockert Corona-Regime «Viele Chinesen sind noch nicht in Reise- und Kauflaune»

China lockert nach drei Monaten allmählich die Corona-Massnahmen. Damit sind erste Sehenswürdigkeiten wieder zugänglich, auch wenn Reisen ausserhalb der eigenen Stadt oder Provinz noch nicht gern gesehen werden. Überall gelten Masken- und Abstandpflicht. Noch sei vieles geschlossen und der Konsum werde wohl nur langsam anziehen, schätzt Korrespondent Martin Aldrovandi.

Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi

Nordostasien-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Martin Aldrovandi ist seit 2016 Korrespondent für Radio SRF in Nordostasien mit Sitz in Schanghai. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als freier Journalist aus dem chinesischsprachigen Raum berichtet.

SRF News: Unter welchen Bedingungen dürfen Chinesinnen und Chinesen die Verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast wieder besuchen?

Martin Aldrovandi: Sie müssen sich vorher anmelden und online registrieren. Die Behörden haben dafür gesorgt, dass die Verbotene Stadt und andere Sehenswürdigkeiten nicht überrannt werden. In der Verbotenen Stadt werden pro Tag nur maximal 5000 Menschen eingelassen. Zu Reisen über die Provinzgrenzen hinaus ermutigen die Behörden nicht.

Verbotene Stadt.
Legende: Die Halle der höchsten Harmonie in der Verbotenen Stadt Taihe Dian. Vor der Corona-Krise besuchten täglich 80'000 Menschen die Sehenswürdigkeit in Peking. imago images

Auch in China haben viele Menschen sehnsüchtig auf Lockerungen gewartet, da der Lockdown schon seit Januar dauerte, wobei nicht alle Städte und Provinzen gleich hart betroffen waren. Die Menschen haben allmählich genug, doch viele sind noch vorsichtig und wollen nicht unbedingt eine grosse Reise unternehmen.

Vieles ist zudem weiterhin geschlossen. Das gilt etwa für die Kinos in den meisten Städten. Ebenso Freizeitpärke wie etwa das Disneyland in Shanghai. In den fünftägigen Ferien zum Mai-Feiertag werden ein Drittel weniger Bahnreisen erwartet als im letzten Jahr.

China verfolgt die Bewegungen der Bürger mit einer Tracking-App. Ist das in der Bevölkerung unbestritten oder gibt es Widerstand?

Der Grossteil der Bevölkerung befürwortet das Instrument oder macht es einfach mit. Vor allem mit Blick auf die Lage in Europa und in den USA. Viele finden, Peking habe die Lage viel besser im Griff als der Westen.

Viele finden, Peking habe die Lage viel besser im Griff als der Westen.
Autor: Martin Aldrovandi

Die chinesische Wirtschaft hat in den letzten Monaten extrem gelitten. Versucht die Regierung, die Wirtschaft und den Konsum wieder anzukurbeln?

Auf jeden Fall. Das wurde auch nötig. So wurde jetzt beispielsweise ein Shopping-Festival ausgerufen. Die Menschen sollen konsumieren. Dazu gibt es von Unternehmen und lokalen Regierungen Gutscheine für Einkäufe in Geschäften, aber auch für Online-Bestellungen.

Was das bringen wird, muss sich noch zeigen. Viele sind skeptisch und verunsichert. Viele haben ihren Job verloren oder wissen nicht, wie sie die Miete bezahlen sollen. Sie sind also kaum gelaunt, viel Geld auszugeben.

Viele sind skeptisch und verunsichert. Sie wissen nicht, wie es weitergeht.
Autor: Martin Aldrovandi

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

Rendez-vous, 01.05.2020, 12.:30 Uhr;

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Ich fragte mich schon immer, was die Chinesen hier in 2 - 4 Ferientage, in der schönen Schweiz finden, so eine Reise auf sich nehmen zu können, weil es ja bekannt ist, dass sie sehr Sie sehr viele Arbeitsstunden leisten. Produktionen von Medikamente und einfachen Masken, plus, sogar eine Masken Maschine aus China in die CH geliefert wurde. Ist das wohl ein gegenseitiges know how der Weltgeschichte. China wurde innert kurzer Zeit sehr reich, Schweizer Hotels durch die Chinesen Touristen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Frei nach dem Motto; jeden Tag mindestens ein bis vier kritische Berichte zu DT und der USA aber maximal wöchentlich ein unkritischer Bericht zu Xi und China.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Akzeptieren sie doch einfach, dass seit ihr Idol das Amt übernommen hat, die Sympathien für die USA massiv gesunken sind. Das liegt hauptsächlich an der Art und Weise, wie der sich durch seine Tage wurstelt. ;))
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Reto Blatter  (against mainstream)
      Ich habe keine Idole und DT bedeutet mir nichts. Was ich aber möchte ist eine ausgewogene Berichterstattung. Nur weil die USA freie Medien haben und alle Informationen zugänglich sind heißt das nicht, dass man ausschließlich gegen dieses Land voreingenommen berichten muss.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Reto Blatter. Wie Sie schreiben hat es in den Staaten freie Medien. Dabei wird eben jeglicher Stuss aufgetragen. Umgekehrt werden die Auftritte DT's nicht nur direkt übermittelt, sondern er selber trägt mit seinen haarsträubenden twitter-Meldungen zu seinem clownhaften Image bei. Da ist es schwer ein anderes Bild zu bekommen, ausser Sie plappern eben diesen Stuss aus zweiter Hand nach, und verteidigen ihn hier bis zur Verzweiflung.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Amina Moser  (Amina)
    Ja, eine menschenrechtsverachtende Diktatur wie China glaubt immer alles im Griff zu haben. Befremdend, dass damit in Corona-Zeiten eine Art Schleichwerbung betrieben wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Amina Moser  (Amina)
      Hier ein bisschen "Werbung": https://www.srf.ch/news/international/die-perfekte-diktatur-china-und-der-traum-vom-totalitaeren-staat#main-comments
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Reja Graber  (Mii2)
      Typ: Wie läuft es in China
      Chinese:Wir können uns nicht beschweren.
      Typ: Oh gut
      Chinese: Du verstehst das falsch, WIR können uns NICHT!!beschweren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen