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China: Erste Schritte in die Normalität
Aus Rendez-vous vom 01.05.2020. Bild: Reuters
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China lockert Corona-Regime «Viele Chinesen sind noch nicht in Reise- und Kauflaune»

China lockert nach drei Monaten allmählich die Corona-Massnahmen. Damit sind erste Sehenswürdigkeiten wieder zugänglich, auch wenn Reisen ausserhalb der eigenen Stadt oder Provinz noch nicht gern gesehen werden. Überall gelten Masken- und Abstandpflicht. Noch sei vieles geschlossen und der Konsum werde wohl nur langsam anziehen, schätzt Korrespondent Martin Aldrovandi.

Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi

Auslandredaktor

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Martin Aldrovandi war von 2016 bis Sommer 2022 Korrespondent für Radio SRF in Nordostasien mit Sitz in Schanghai. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als freier Journalist aus dem chinesischsprachigen Raum berichtet. Nun ist er als Auslandredaktor für Radio SRF in Bern tätig.

SRF News: Unter welchen Bedingungen dürfen Chinesinnen und Chinesen die Verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast wieder besuchen?

Martin Aldrovandi: Sie müssen sich vorher anmelden und online registrieren. Die Behörden haben dafür gesorgt, dass die Verbotene Stadt und andere Sehenswürdigkeiten nicht überrannt werden. In der Verbotenen Stadt werden pro Tag nur maximal 5000 Menschen eingelassen. Zu Reisen über die Provinzgrenzen hinaus ermutigen die Behörden nicht.

Verbotene Stadt.
Legende: Die Halle der höchsten Harmonie in der Verbotenen Stadt Taihe Dian. Vor der Corona-Krise besuchten täglich 80'000 Menschen die Sehenswürdigkeit in Peking. imago images

Auch in China haben viele Menschen sehnsüchtig auf Lockerungen gewartet, da der Lockdown schon seit Januar dauerte, wobei nicht alle Städte und Provinzen gleich hart betroffen waren. Die Menschen haben allmählich genug, doch viele sind noch vorsichtig und wollen nicht unbedingt eine grosse Reise unternehmen.

Vieles ist zudem weiterhin geschlossen. Das gilt etwa für die Kinos in den meisten Städten. Ebenso Freizeitpärke wie etwa das Disneyland in Shanghai. In den fünftägigen Ferien zum Mai-Feiertag werden ein Drittel weniger Bahnreisen erwartet als im letzten Jahr.

China verfolgt die Bewegungen der Bürger mit einer Tracking-App. Ist das in der Bevölkerung unbestritten oder gibt es Widerstand?

Der Grossteil der Bevölkerung befürwortet das Instrument oder macht es einfach mit. Vor allem mit Blick auf die Lage in Europa und in den USA. Viele finden, Peking habe die Lage viel besser im Griff als der Westen.

Viele finden, Peking habe die Lage viel besser im Griff als der Westen.
Autor: Martin Aldrovandi

Die chinesische Wirtschaft hat in den letzten Monaten extrem gelitten. Versucht die Regierung, die Wirtschaft und den Konsum wieder anzukurbeln?

Auf jeden Fall. Das wurde auch nötig. So wurde jetzt beispielsweise ein Shopping-Festival ausgerufen. Die Menschen sollen konsumieren. Dazu gibt es von Unternehmen und lokalen Regierungen Gutscheine für Einkäufe in Geschäften, aber auch für Online-Bestellungen.

Was das bringen wird, muss sich noch zeigen. Viele sind skeptisch und verunsichert. Viele haben ihren Job verloren oder wissen nicht, wie sie die Miete bezahlen sollen. Sie sind also kaum gelaunt, viel Geld auszugeben.

Viele sind skeptisch und verunsichert. Sie wissen nicht, wie es weitergeht.
Autor: Martin Aldrovandi

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

Rendez-vous, 01.05.2020, 12.:30 Uhr ; 

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