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International Chodorkowski will die Schweiz besuchen

Der freigelassene Öl-Milliardär Michail Chodorkowski hat ein dreimonatiges Schengen-Visum für die Schweiz beantragt. Hier gehen seine beiden Söhne die Schule, hier hat er Geld.

Legende: Video «Chodorkowski will in die Schweiz» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.12.2013.

Der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat die Schweiz um ein Visum ersucht. Auf der Schweizer Botschaft in Berlin deponierte er einen Antrag auf ein dreimonatiges Schengen-Visum, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilt. Für Deutschland besitzt Chodorkowski ein Visum, das ein Jahr gültig ist.

Offenbar kein Vorentscheid für Niederlassung

Zur Zeit weilt der prominente Russe in Berlin, wo er seine Familie getroffen hat und mit ihr Weihnachten und den Jahreswechsel verbringen will. In die Schweiz kommen will er, weil seine beiden Söhne hier die Schule besuchen. Chodorkowski habe aber «noch keine Entscheidung getroffen für irgendwelche langfristigen Pläne», sagte dessen Sprecher.

Für die Freilassung Chodorkowskis hatte sich auch SP-Nationalrat Andreas Gross eingesetzt. Der Politiker erklärte, der einstige Yukos-Chef verfüge in der Schweiz über so viel Geld, «dass er bis zu seinem Lebensende nicht mehr arbeiten müsse». Dies verdankt Chodorkowski einem Entscheid des Bundesgerichts. Es hatte 2004 dessen Gelder wieder freigegeben, nachdem die Vermögenswerte zunächst auf Antrag Moskaus blockiert worden waren.

Visumprozess angelaufen

Die Schweizer Botschaft in Berlin steht für die Bearbeitung des Visumsgesuchs in Kontakt mit dem Bundesamt für Migration. Das Verfahren sei vertraulich, schreibt das EDA. Bis ein Entscheid gefällt sei, gebe es keine weiteren Informationen.

Chodorkowski war letzte Woche begnadigt und freigelassen worden und anschliessend zunächst nach Berlin ausgereist.

Chodorkowski über Pussy Riot

Michail Chodorkowski lobt die vorzeitige Haftentlassung der zwei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot: «Die Freilassung von politischen Gefangenen macht die Machthaber wenigstens ein bisschen humaner», teilt der 50-Jährige auf seiner Internetseite mit. «Ich weiss, dass die vergangenen Monate für Sie eine echte Hölle waren.»

18 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Dieser Mann hat sein verdientes Geld direkt in der Gesellschaft investiert, anstatt 70% davon dem Staat abzugeben. Er hat verschiedenste Institutionen ohne den Staat zu fragen gegründet (z.B. Bildungseinrichtungen). Wie kriminell dieser Staat unter Putin ist belegen seine wilden Verhaftungen und seine Macht über die Justiz. Chodorkowski hat diesem Staatsapperat nicht getraut und das Geld selbst eingesetzt. Das war sehr naiv von diesem Mann aber nicht kriminell.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Also eine andere Art von Diktatur. Sozusagen durch die Hintertür. Ich reiss mir mal alles unter den "Nagel" und erkläre euch dann den " Fahrplan". Hatten wir schon in der Geschichte,gibst immer noch und wird's wohl immer wieder geben. Zumindest werden's gewisse "Machtneurotiker" immer wieder versuchen. Es sei denn,wir haben endlich Mehanismen die endlich "greifen",dies erkennen und verhindern können.
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    2. Antwort von D. Schmidel, St. Gallen
      @Käser - Ob es unter ihm wieder eine Diktatur gegeben hätte ist reine Spekulation - Das wissen wir nicht. Von seinem Typ her eher nicht.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bundey
    Woher will man wissen,ob Chodorkowski zurecht wegen Steuerhinterziehung+Betrug verurteilt wurde od.nicht.Der Mann ist ein scharfer,westl.gesinnter Regierungsgegner,mit Geld mächtigerer als diese mutigen Meitli,die sich auch nicht umsonst ausgerechnet in der Christ-Erlöser-Kathedrale ausliessen.Er ünterstützte die Opposition,kritisierte öffentl.+auf höchster Ebene die Korruption.Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen,dass einer mit selber Schuldlast sich derart mit der Regierung anzulegen wagt.
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  • Kommentar von M. Wyder, Aargau
    Ich staune immer wieder wie die "Experten" die Sachlage objektiv und wahrhaftig einschätzen können. Zum Beispiel O. Toenatti aus Bern. Der oder sie hat die Wahrheit anscheinend mit grossen Löffeln essen dürfen. Oder hat sich die Wahrheit von google erzählen lassen. Willkommen im Märli-Land.
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    1. Antwort von O. Toneatti, Bern
      M. Wyder@Der vom Westen verherrlichte Chodorkowski hatte bereits westliche Konzerne zum Ausbeuten der russischen Bodenschätze ins Land geholt. Diese Firmen mussten Russland wieder verlassen, weil Putin sich dagegen wehrte. Darum ist Putin im Westen nicht so beliebt, im eigenen Land aber schon. In unserem Land tummeln sich auch einige Landsleute, die in kurzer Zeit ungestraft mit seltsamen Mitteln Milliardäre geworden sind. Wer lesen und denken kann, ist immer im Vorteil. Meinen Sie nicht auch?
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