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Legende: Audio Christmette: Papst kritisiert Habgier abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
01:58 min, aus Nachrichten vom 25.12.2018.
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Christmette in Rom Papst beklagt «unersättliche Gier»

  • Bei der traditionellen Christmette im Petersdom in Rom hat Papst Franziskus an Heiligabend Masslosigkeit und die Ungleichheiten auf der Welt beklagt.
  • «Der Mensch ist gierig und unersättlich geworden», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Tausenden Gläubigen.
  • In Jerusalem hat zudem die traditionelle Weihnachtsprozession nach Bethlehem stattgefunden. Der Ort im Westjordanland wird als Geburtsort Jesu verehrt.
Legende: Video Papst feiert Christmette im Petersdom abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.12.2018.

Teure Geschenke, üppiges Essen: Für viele Menschen gehört das zum Fest wie der Weihnachtsbaum. Doch muss es immer so viel sein? Papst Franziskus nutzt seine Christmette für einen Appell.

«Nicht Gier, sondern Nächstenliebe»

Der Pontifex hat an Heiligabend Masslosigkeit kritisiert und zu Nächstenliebe aufgerufen. «Wenn wir auf die Krippe schauen, verstehen wir, dass das, was das Leben nährt, nicht der Besitz, sondern die Liebe ist; nicht Gier, sondern Nächstenliebe; nicht der Überfluss, den man zur Schau stellt, sondern die Einfachheit, die man bewahrt», sagte das Katholikenoberhaupt am Montagabend bei der Christmette vor Tausenden Gläubigen im Petersdom in Rom.

Predigt in der Christmette

Der Vatikan hat den Text der päpstlichen Predigt am Weinachtsabend ins Internet gestellt, Link öffnet in einem neuen Fenster.

«Der Mensch ist gierig und unersättlich geworden», fügte Franziskus hinzu und fuhr fort: «Das Haben, das Anhäufen von Dingen scheint für viele der Sinn des Lebens zu sein.»

Ein einfacheres Leben

Er beklagte die daraus entstehenden Ungleichheiten zwischen den Menschen. «Eine unersättliche Gier durchzieht die Menschheitsgeschichte, bis hin zu den Paradoxien von heute, dass einige wenige üppig schlemmen und so viele kein Brot zum Leben haben.»

Das Christkind, geboren in einem Stall und gelegt in eine Futterkrippe, eröffne ein anderes Lebensmodell: «Nicht verschlingen und hamstern, sondern teilen und geben.» Er appellierte an die Gläubigen, sich zu fragen: «Schaffe ich es, auf viele überflüssige Nebensächlichkeiten zu verzichten, um ein einfacheres Leben zu wählen?»

Verzicht auf Privilegien

Papst Franziskus ruft immer wieder zu Bescheidenheit auf oder übt Kritik an der Konsumgesellschaft. Aus Sicht vieler verkörpert der Argentinier selbst die Einfachheit, die er fordert, verzichtete als Papst auf einige Privilegien.

Er ist ausserdem für seinen Einsatz für Arme und Ausgegrenzte bekannt. So lädt er immer wieder Obdachlose oder Flüchtlinge in den Vatikan ein oder trifft Häftlinge. Im vergangenen Jahr hatte der Argentinier an Heiligabend zu Mitgefühl für Verfolgte aufgerufen. Heute Dienstag, dem ersten Weihnachtstag, verkündet Papst Franziskus seine Weihnachtsbotschaft und spricht den päpstlichen Segen «Urbi et Orbi».

Feier in Bethlehem

Die Weihnachtsfeierlichkeiten begannen auch im Heiligen Land: Zahlreiche Gläubige versammelten sich auf dem zentralen Krippenplatz in Bethlehem, um die traditionelle Weihnachtsprozession aus Jerusalem zu empfangen. Die Fahrzeugkolonne wurde angeführt vom Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa.

Legende: Video Weihnachtsfeierlichkeiten in Bethlehem abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.12.2018.

An der Geburtskirche in Bethlehem kam Pizzaballa an der Spitze der Prozession zu Fuss an.

Schwierige Realität der Religion

In seiner Weihnachtsbotschaft hatte Pizzaballa von einer sehr schwierigen Realität in der Region gesprochen, «mit Gewalt, politischen Problemen und Spannungen». Dies könne man nicht ändern, sagte er. «Aber wir können die Art verändern, unser Leben in dieser Situation zu leben, in unseren Familien, im kleinen Kreis.»

Einer der ältesten kirchlichen Bauten

Die Geburtskirche stammt aus dem 6. Jahrhundert. Sie ist damit eines der ältesten christlichen Bauwerke. Sie wurde über der Grotte errichtet, in der laut Überlieferung Jesus geboren worden sein soll. In der Geburtskirche findet jeweils am 24. Dezember die traditionelle Mitternachtsmesse statt.

Das israelische Tourismusministerium rechnet über die Weihnachtstage mit rund 150'000 christlichen Touristen, die Bethlehem besuchen.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Rösli (Ursus-Beatus)
    "Unersättliche Gier". Damit bezieht er sich bestimmt auf seine Priesterkollegen, die zu Hunderten ja zu Tausenden missbrauchen, was ihnen über den Weg läuft..... Dieser Papst hat mir - der ich seit über 40 Jahren aus der Kirche ausgetreten ist - Hoffnung gemacht, dass sich bei oder in der Kirche etwas ändern würde. Leider war diese Hoffnung eine Seifenblase. Er entwickelte sich so, wie das von ihm verlangt wurde....
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  • Kommentar von Andreas Müller (Hugh Everett)
    Die katholische Kirche kassiert in der Schweiz rund 750'000'000 Fr. (750 Mio) pro Jahr! Das Vermögen (Land, Immobilien usw.) der katholische Kirche in Deutschland beträgt etwa 200'000'000'000 (200 Mia) Euro. Über welches Vermögen diese Organisation verfügt weiss nur der Chef von Franziskus. Ich denke es wird ein 2 oder 3-stelliger Betrag in Billionenhöhe sein! Wieviel Ignoranz muss ein Menschen nun aufbringen um als Chef ebendieser Organisation die Gier der anderen anzuprangern?
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    1. Antwort von Andreas Müller (Hugh Everett)
      Ja da können sie noch lange auf Ablehnen drücken. Das sind nun mal die Fakten.
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  • Kommentar von Andreas Müller (Hugh Everett)
    Apropos Gier und katholische Kirche: Mit dem Päpstlichen Segen wurden während der Inquisition nicht nur die Angeklagten gefoltert und den Inquisitoren die Absolution erteilt, nein man erlegte den den Gefolterten und Ermordeten auch noch die Kosten des Verfahrens auf und zog das Vermögen des Opfers ein. So kam ein Teil des schier unermesslichen Reichtums der katholischen Kirche zustande. Ich erinnre aber gerne auch an die massiven Ablasszahlungen die zur Vergebung von Sünden bezahlt wurden.
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