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Nepal kämpf mit mehreren Krisen
Aus HeuteMorgen vom 12.05.2021.
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Corona-Pandemie Nepals doppelte Krise

Nepal leidet unter der Pandemie – auch wegen Indien. Die politische Krise des Landes wird sie wohl noch verschlimmern.

Die Zahlen aus Nepal sind alarmierend. Fast jede zweite getestete Person sei positiv, bestätigt Bharat Pokharel, Programmleiter von Helvetas in Nepal. Im Westen Nepals liege die Ansteckungsrate sogar bei 60 Prozent.

Das ist höher als in Indien. Dazu kommt, dass die Spitäler schlechter ausgestattet sind als beim grossen Nachbarn. Nepal hat nicht einmal einen Arzt auf 100'000 Einwohner und besitzt kaum Beatmungsgeräte.

Das harte Los als Nachbarland Indiens

Einer der Gründe für die rasche Zunahme an Covid19-Infizierten in Nepal ist die grassierende Krise im Nachbarland Indien. Viele nepalesische Wanderarbeiter sind wegen der Pandemie in Indien in ihre Heimat zurückgekehrt und brachten das Virus mit, wie Pokharel sagt.

Doch es gibt noch weitere Gründe. So wurde Mitte April das nepalesische Neujahr gefeiert, und die politischen Parteien führten grosse Demonstrationen im Land durch. Grund dafür war, dass die Regierungskoalition kurz vor dem Kollaps stand, wie Kunda Dixit, Chefredaktor der «Nepali Times» in Kathmandu erklärt.

Politik- statt Corona-Krise

Während den letzten beiden Jahren fand ein Machtkampf zwischen den beiden Führern der Regierungskoalition statt. Dieser erreichte diese Woche den Tiefpunkt. Der Premierminister verlor eine Vertrauensabstimmung im Parlament.

Dies bedeute, dass die Politik in den nächsten Monaten hauptsächlich mit der Bildung einer neuen Regierung beschäftigt sein werde und nicht mit der Covid-Krise im Land, sagt Dixit.

Internationale Hilfe für Impfkampagne

Dabei wären gerade jetzt Entscheide nötig. Es fehlt der Nachschub. Die nationale Impfkampagne kam zum Erliegen, da Indien seine Exporte stoppte. Anderthalb Millionen Menschen wurden nur einmal geimpft. Sie warten nun auf ihre zweite Dosis, die nicht kommt.

Diese Leute hätten Angst, denn sie könnten jetzt nicht mehr auf eine Impfung eines anderen Herstellers ausweichen, sagt Pokharel von Helvetas. Der Grossteil der Bevölkerung erhielt gar keine Dosis. Deshalb hofft Journalist Dixit auf Hilfe vom Ausland.

Er fordert Europa und die USA auf, Impfdosen nach Nepal zu bringen, um die Impfkampagne wiederzubeleben. Denn von der nepalesischen Regierung sei nichts zu erwarten. Die Art und Weise, wie die Politiker in Nepal in Krisenzeiten ihre Verantwortung abgeben, sei nichts anderes als kriminell, sagt Dixit.

SRF 4 News, 12.05.2021, 06:00 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    SRF@ Die Zahlen aus Nepal sind alarmierend. Fast jede zweite getestete Person sei positiv, bestätigt Bharat Pokharel, Programmleiter von Helvetas in Nepal. Im Westen Nepals liege die Ansteckungsrate sogar bei 60 Prozent. Das ist ein absoluter Glücksfall denn in 3 Wochen ist alles vorbei. Sage ich seit Beginn lasst es laufen und in 2 Monaten haben wir Herdenimunität.
    1. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      An R. Künzi: Mit der sogenannten Herdenimmunität durch Ansteckungen wird vorallem viel Leid, Elend und Tod erreicht, auch ist nicht geklärt, wie lange diese Immunität überhaupt anhält. Jetzt wäre es viel wichtiger, die internationale Staatengemeinschaft würde das arme Land am Himalaja mit Impfstofflieferungen versorgen, eventuell auch mit Ärzten und Beatmungsgeräten und Sauerstoffflaschen usw., das wäre eine wohltuende Geste der Nächstenliebe.
    2. Antwort von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
      Meine Freundin wurde zu Anfang der Pandemie, März 2020 infisziert. Sie trägt die Antikörper noch heute in sich.

      Wie bitte sollen sich arme Länder politisch, wirtschaftlich und sowieso weiterentwickeln, wenn Sie sich immer wieder auf aussen verlassen? Verlassen können?
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Vielen Dank für diesen guten, differenzierten Beitrag. Es ist grossartig, dass da ein Korrespondent wie Thomas Gutersohn an der Arbeit ist. In diesem seinem riesigen Einzugsgebiet schafft er es immer wieder Einzelsituationen herauszuschälen und doch das Grosse Ganze einigermassen im Auge zu behalten.
    Vielen Dank RadioSRF für die Pflege vom Netz der Korrespondent*innen.