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Coronavirus-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tonnies
Aus Tagesschau vom 18.06.2020.
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Coronavirus in Deutschland Schlachtbetrieb Tönnies: 7000 Mitarbeiter müssen in Quarantäne

  • Der Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen schliesst nach einem erneuten Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien
  • 657 Mitarbeiter wurden bisher positiv auf das Coronavirus getestet und gut 7000 Mitarbeitende unter Quarantäne gestellt. Betroffen seien alle Personen, die auf dem Werksgelände von Tönnies gearbeitet hätten, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer.
  • Die Fleischproduktion in Rheda-Wiedenbrück wird vorübergehend eingestellt. Durch die Schliessung fehlen nach Angaben des Gütersloher Landrats 20 Prozent der Fleischprodukte auf dem deutschen Markt.

Mit 657 neu Infizierten seit Anfang der Woche nimmt der Corona-Ausbruch beim deutschen Fleischfabrikanten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen grössere Ausmasse an.

Bisher sind die Testresultate von 983 Mitarbeitern bekannt. Am Dienstag hatte das Unternehmen noch von 128 positiv auf das Virus getesteten Mitarbeitern gesprochen und Massnahmen zugesagt, die Ausbreitung einzudämmen.

Heimaturlaube und gekühlte Räume

Als mutmassliche Gründe für die zahlreichen Infektionen nannte das Unternehmen die Rückkehr der Arbeiter nach ihren Heimaturlauben. Viele der meist aus Rumänien und Bulgarien stammenden Beschäftigten hätten die langen Wochenenden für eine Reise genutzt.

Ausserdem förderten offenbar die gekühlten Räume das Übertragen des Virus auf so viele Personen, erklärte Tönnies-Vertreter Gereon Schulze Althoff.

«Wir können uns nur entschuldigen», sagte Tönnies-Sprecher Andre Vielstädte. Man habe «intensiv» daran gearbeitet, das Virus «aus dem Betrieb zu halten».

Bereits zweite Welle

Laut dem Krisenstab erlebt der Betrieb damit eine zweite Welle mit mehr Erkrankungen. Der Fleischbetrieb gehört Clemens Tönnies, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Fussballbundesligisten Schalke 04.

Im Mai hatte es in einem Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, zahlreiche Infektionen gegeben. Die deutsche Regierung will der Fleischindustrie nach der Häufung von Infektionen strengere Regeln verordnen.

SRF 4 News, 17.06.2020, 14:30 Uhr;

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Das ganze System Billigfleisch krankt. Es funktioniert nur auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt. Umweltschutzorganisationen fordern mit Blick auf Pandemie, Klimakrise und Artensterben einen konsequenten Umbau der Fleischproduktion. Das bedeutet: artgerechte Tierhaltung, weniger Tiere, mehr regionale Lebensmittelversorgung und faire Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Die Schweinebarone blockieren seit Jahrzehnten die nötigen grossen Reformen.Die Gier nach dem grossen Geld auf Kosten der Tiere
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Tönnies schlachtet 20,4 Millionen Schweine weltweit. 30000 Schweine in einer Woche in Gütersloh NRW. Tönnies-Schweinefleisch der wichtigste Exportmarkt für Deutschland in diesem Sektor. Umsatz: 6,35 Milliarden Euro, Geschlachtete Schweine: 20,4 Millionen, Geschlachtete Rinder: 424.000. Was für Zahlen. Mitarbeiter: 12.500 (inklusive Leiharbeitern) Corona aus dem Ausland eingeschleppt? Das ist billige Ablenkung von der eigenen Verantwortung. Billigfleisch ist ein krankes System.
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  • Kommentar von Lucy Meier  (LucyM)
    Der eigentliche Skandal sind ja die Arbeits- und Wohnbedingungen der Menschen, die dort arbeiten. Offenbar geht es überhaupt nur noch darum, Fleisch möglichst billig anzubieten. Dem Konsumenten mache ich keinen Vorwurf, der kauft eben, was angeboten wird. Ich begreife aber nicht, dass der Gesetzgeber so etwas überhaupt zulässt, da wurde wohl wieder mal zu lange nicht hingeschaut. Man kann nur hoffen, dass keiner von den Infizierten einen schweren Verlauf durchmachen muss.
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