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Viele Pariser skeptisch gegenüber Massnahmen
Aus Tagesschau vom 05.10.2020.
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Coronavirus in Frankreich Höchste Alarmstufe: Paris fährt Betrieb für zwei Wochen herunter

Paris muss nach Ferienende das Covid-19-Regime massiv verschärfen. Unter anderem werden Cafés und Bars geschlossen.

Paris, die Stadt der Lichter, Boulevards, Cafés und Museen zieht die Notbremse im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Die «maximale Alarmstufe» für die Hauptstadt komme nicht ganz unerwartet, sagt Frankreich-Korrespondent Daniel Voll.

Daniel Voll

Daniel Voll

SRF-Korrespondent für Frankreich und den Maghreb

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Daniel Voll ist seit 2018 Frankreich-Korrespondent von Radio SRF mit Sitz in Paris. Der Maghreb gehört ebenfalls zu seinem Berichtsgebiet. Zuvor war er u.a. als EU-Korrespondent und Auslandredaktor für SRF tätig.

SRF News: Was heisst «maximale Alarmstufe» in Paris?

Daniel Voll: Heute um 22 Uhr ist Polizeistunde, und dann bleiben alle Bars für zwei Wochen geschlossen. Offen sind nur noch Restaurants und Brasserien mit einem strikten sanitarischen Protokoll und reduziertem Platzangebot. Das Platzangebot wird eingeschränkt, und es gilt ein strenges sanitarisches Konzept. Sportveranstaltungen, Messen und Kongresse sind abgesagt. An Lehrveranstaltungen wird die Platzkapazität um die Hälfte reduziert. Geschlossen sind Turnhallen und Schwimmbäder. Auf öffentlichem Grund sind Ansammlungen von über zehn Personen verboten. Das gilt auch für Hochzeiten und Familienfeiern.

Warum plötzlich diese Dringlichkeit?

So unerwartet kommen die Einschränkungen nicht. Bereits vor Wochenfrist wurde Marseille als erste Grossstadt in die höchste Alarmstufe versetzt. Damals war bereits diskutiert worden, wie es mit Paris und der engeren Agglomeration weitergehen soll, denn die Zahlen waren nicht weit von jenen in Marseille entfernt.

Warum und wo hat sich Corona in Paris so stark ausgebreitet?

Am stärksten verbreitet ist Covid-19 in den direkt an Paris angrenzenden Departementen, vor allem in Hauts-de-Seine und Val-de-Marne. Im Stadtzentrum sieht es etwas besser aus.

Sehr stark verbreitet ist das Virus an den Hochschulen, wo offenbar 40 Prozent der Ansteckungen passieren.

Drastisch verschlechtert hat sich die Lage mit dem Ferienende. Sehr stark verbreitet ist das Virus an den Hochschulen, wo offenbar 40 Prozent der Ansteckungen passieren. Bei Jungen verläuft die Krankheit zwar milder, aber sie übertragen diese eben auch auf Ältere. Auf gewissen Intensivstationen hat sich die Belegung im September innert weniger Tage verdoppelt. Zurzeit sind sie im Schnitt zu 36 Prozent mit Covid-Patienten belegt. Bereits werden weniger dringende Operationen ins kommende Frühjahr verschoben.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

Rendez-vous, 05.10.2020, 12:30 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    „...40% der Ansteckungen an Hochschulen“. Nehmen’s die Jungen vielleicht nicht ernst genug?
  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Ja, die Behörden agieren leider völlig kopf- und konzeptlos. Man hat nun seit März dieses Jahres diesen Virus und die Behörden, in diesem Fall in Frankreich, waren nicht in der Lage, an der desolaten Situation des Gesundheitswesens etwas zu ändern und einen Plan auszuarbeiten, wie mit diesem Virus umgegangen werden soll. Demgebenüber haben sich die Schweizer Spitäle auf eine 2. Welle vorbereitet (sieht Beitrag bei srf.ch vom 27.07.20, "Wir sind gut vorbereitet auf die zweite Welle".
    1. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      @Derungs: Schön, wenn man immer jemand anderes beschuldigen kann, in Ihrem Fall also die Behörden. Das ist billig. Natürlich haben wohl in fast allen Ländern die Behörden ein paar Fehler gemacht. Aber die Massnahmen waren früh klar, in jedem Land - Distanz, Maske falls Distanz nicht möglich und Hygiene.
      Probleme gibt es vor allem dann, wenn sich die Menschen nicht mehr daran halten. Da sind dann ganz sicher nicht die Behörden schuld.
  • Kommentar von Rene Caduff  (Rene Caduff)
    Frankreich hätte viel früher reagieren sollen ind die Erfahrungen der USA mit Miami LA und Texas umsetzten sollen wieder Zeit verschlafen. Europa malte bunten Landkarten für Reisende und an paar Orten eskaliert es wieder. Wieso? Wohl hat sich Europa im Juni überschätz als es andrre Kontinente motivieren wollte die Pandemie mit Masken Abstand und Desinfektions Mittel zu bekämpfen.