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Coronavirus weltweit Die internationale Lage in der Übersicht

  • Mit über 125'000 Infektionen verzeichnen die USA mehr Coronavirus-Infektionen als China – und damit so viele wie kein anderes Land.
  • In Europa ist Italien das am stärksten betroffene Land. Die Zahl der Infektionen liegt bei über 97'000. In Spanien steigen die Zahlen auf fast 79'000.
  • Weltweit wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis Sonntagnachmittag (MEZ) mehr als 685'000 Infektionsfälle gezählt.
  • Mehr als 33'000 Menschen sind bislang an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Insgesamt haben sich fast 149'000 Personen wieder erholt.
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In New York ist die Situation dramatisch
Aus Tagesschau vom 27.03.2020.
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Europa

Spanien: Die Zahl der Toten steigt bis Sonntagabend auf rund 6600. Insgesamt gebe es 78'797 Infizierte, das sind 6549 mehr als am Vortag. Bis zum 11. April gilt ein zweiwöchiger Alarmzustand. Erlaubt sind nur Fahrten zur Arbeit, zum Arzt sowie zum Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten. Die Bürger dürfen Kinder, Ältere und Hilfsbedürftige betreuen und mit dem Hund Gassi gehen. Untersagt sind Sport oder Spaziergänge im Freien.

Italien: Die Coronavirus-Pandemie hat in Italien offiziellen Angaben zufolge bislang insgesamt 10'779 Todesopfer gefordert. Die zuständige Behörde bestätigt 756 neue Todesfälle. Die Zahl der Infizierten stieg innerhalb von 24 Stunden von 92'472 auf 97'689. Das ist der geringste Anstieg von Neuinfektionen seit Mittwoch.

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«Ja, es ist eine Schlacht»
Aus SRF News vom 29.03.2020.
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Italien hat angesichts der steigenden Zahl an Todesopfern die gesamte nicht lebensnotwendige Produktion stillgelegt. Um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern, wurde ein 25-Milliarden-Euro-Hilfspaket beschlossen. Angesichts des Produktionsstopps prüft Italien die Einführung eines «Notstandseinkommens» für alle Bürger.

Frankreich: Die Zahl der neu bestätigten Infektionen steigt auch in Frankreich – auf mittlerweile über 38'000 Fälle. Die Anzahl Todesfälle liegt bei rund 2600. Im Anti-Corona-Kampf hatte Frankreich vor mehr als einer Woche strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, die polizeilich überwacht werden.

Deutschland: Gemäss Johns-Hopkins-Universität ist die Zahl der Infektionen auf über 58'000 gestiegen. Die Zahl der Toten beläuft sich inzwischen auf 455. Im ganzen Land sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten, viele Läden, Schulen und Kitas sind geschlossen. Mit einem Hilfspaket von 156 Milliarden sollen Familien, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise unterstützt werden.

Die deutsche Bundeswehr holt Intensivpatienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland. Inzwischen werden mehrere Dutzend Patienten aus den Partnerländern in deutschen Kliniken behandelt.

Österreich: Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten beträgt rund 8500, 86 Todesfälle gab es bisher zu beklagen. Seit dem 23. März gilt eine Ausgangsbeschränkung und ein generelles Versammlungsverbot. Das Bundesland Tirol ist seit dem 19. März beinahe ganz abgeschottet. Die Massnahme gilt vorerst bis zum 5. April.

Niederlande: Die Zahl der Toten durch Covid-19 ist auf 772 angestiegen. Mehr als 10'900 Infektionsfälle sind bislang bestätigt. Es besteht bisher keine Ausgangssperre. Die Bürger sollen aber soziale Kontakte meiden und Abstand wahren. Alle Versammlungen mit mehr als 100 Personen sind verboten und Schulen, Theater, Kinos, Kneipen und Restaurants geschlossen.

Gesamte EU: Seit dem 17. März gilt ein Einreiseverbot für die EU für 30 Tage. Ausnahmen solle es für Nicht-EU-Bürger mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Angehörige von EU-Bürgern, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten geben. Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzuschwächen, hat die Europäische Zentralbank ein Notkaufprogramm für Anleihen in der Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt.

Vereinigtes Königreich: Premierminister Boris Johnson bereitet die Briten in einem Schreiben an die 30 Millionen Haushalte im Land auf schwere Zeiten vor. «Wir wissen, dass die Lage sich verschlechtern wird, ehe es wieder besser wird», schreibt Johnson, der selbst mit dem Coronavirus infiziert und daher in Selbstisolation ist. «In dieser Zeit des nationalen Notstands appelliere ich dringend an Sie: Bitte bleiben Sie zuhause, schützen Sie den (nationalen Gesundheitsdienst) NHS und retten Sie Leben.» Grossbritannien hat 19'758 Infektionen mit dem Coronavirus und 1231 Tote gemeldet. Der Höhepunkt der Epidemie wird in dem Land in wenigen Wochen erwartet.

Russland: Russland hatte sich in der Corona-Krise vergleichsweise früh abgeschottet. Offiziell bekannt sind über 1500 Infektionen und acht Todesfälle im flächenmässig grössten Land der Erde. Seit Freitag sind sämtliche regulären Flüge und Charterflüge von und nach Russland ausgesetzt. Ab dem 30. März will das Land seine Grenzen schliessen. Das gelte für alle Grenzposten, Fahrzeuge sowie Fussgänger und auch an den Seegrenzen, so die Regierung. Seit Samstag sind in Moskau zudem alle Einkaufszentren, Restaurants und grösseren Parks für mindestens eine Woche geschlossen. In der Hauptstadt ist die Zahl der Infizierten rasant gestiegen – laut Bürgermeister Sergej Sobjanin auf über 1000.

Asien

China: China warnt vor einer möglichen zweiten Infektionswelle. 693 Fälle insgesamt seien bisher auf Reisende aus dem Ausland zurückzuführen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden. Den Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie hat das Land überschritten. China zählt rund 82'000 Fälle, 3300 Menschen sind bisher gestorben. Die Abschottung der Stadt Wuhan, von der aus sich das Coronavirus um die ganze Welt verbreitete, wurde von Samstag an etwas gelockert. Züge fahren wieder in die Stadt und Arbeiter kehren zurück, nachdem Wuhan zwei Monate lang komplett abgeriegelt war.

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Aus dem Archiv: Wuhan kehrt vorsichtig zum Alltag zurück
Aus Tagesschau vom 28.03.2020.
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Iran: Die Zahl der Infizierten steigt laut Gesundheitsministerium auf 38'309, ein Zuwachs zum Vortag von 2901. Die Zahl der Toten beträgt insgesamt 2640, das sind 123 mehr. Ein Hilfsangebot der USA hat Teheran abgelehnt. Das Land wolle von «seinem schlimmsten Feind» keine Hilfe. Der Iran erwarte jedoch von der Weltgemeinschaft, dass sie auf die USA Druck ausübe, zumindest während der Pandemie die wirtschaftlichen Sanktionen aufzuheben.

Syrien: In Syrien hat es den ersten bestätigten Todesfall durch das Coronavirus gegeben. Bei einer Frau, die als Notfall in die Klinik gekommen sei, sei nach ihrem Tod eine Coronainfektion festgestellt worden, so das Gesundheitsministerium. In Syrien gibt es offiziellen Angaben zufolge bislang fünf bestätigte Fälle. Laut Medizinern liegt die Zahl aber höher. Zur Eindämmung wurden Ausgangssperren verhängt.

Türkei: Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist um 16 auf 108 gestiegen. 1704 weitere Menschen seien positiv auf das Virus getestet worden, teilt Gesundheitsminister Fahrettin Koca mit. Damit sei bei insgesamt 7402 Menschen das Virus nachgewiesen worden.

Übriges Asien: In Japan stellten Experten bislang keinen explosiven Anstieg der Coronavirus-Fälle fest. Die Zahl der Infizierten liegt bei knapp 1700, 52 Menschen starben. Die Olympischen Spiele in Tokio werden um ein Jahr auf 2021 verschoben. In Südkorea sind 9583 Infektionen bestätigt. 152 Personen sind gestorben. Südkorea schickt alle Einreisenden ab Mittwoch kommender Woche für zwei Wochen in Quarantäne. Dies betrifft sowohl Ausländer als auch Südkoreaner. In Indien wurden bislang 987 Infektionen und 25 Todesfälle registriert. Seit dem 25. März gilt eine vollständige Ausgangssperre für alle 1.3 Milliarden Bürger. Die Behörden befürchten, dass ein an den Folgen seiner Coronavirus-Infektion gestorbener Guru tausende Menschen angesteckt haben könnte.

USA: Seit dem 13. März gilt der nationale Notstand. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen liegt bei über 125'000, es gibt knapp 2200 Tote. Die USA verzeichnen die meisten bestätigten Ansteckungen weltweit. Epizentrum der Corona-Krise ist New York City. Im US-Bundesstaat New York hat sich die Zahl der Infektionen um 7195 auf 59'513 erhöht. Die Zahl der Todesopfer stieg innerhalb von 24 Stunden um 237 auf 965.

Trotz der sich zuspitzenden Krise verzichtet Präsident Donald Trump vorerst auf eine weitreichende Abriegelung von Hotspots wie New York. «Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein», schrieb Trump auf Twitter und bezog sich damit auf zuvor geäusserte Überlegungen, besonders betroffene Landesteile unter Quarantäne zu stellen. Laut Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, könnten in den USA zwischen 100'000 und 200'000 Menschen an dem Coronavirus sterben.

Afrika

Der Kontinent war einige Zeit von dem neuartigen Coronavirus verschont geblieben, doch inzwischen breitet sich das Virus aus. Fast alle Länder sind betroffen. Hohe Fallzahlen wie in Europa wurden noch nicht gemeldet. Stark angestiegen ist die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Südafrika. Die Gesamtzahl liegt nun bei 1187. Seit Freitag herrscht eine dreiwöchige Ausgangssperre.

SRF-Korrespondentin Cristina Karrer: Die Armen werden noch ärmer

«Es ist der grösste Lockdown in Afrika: Südafrika legt (ab dem 27.03., Anm. d. Red.) für 21 Tage fast die gesamte Wirtschaft, sogar die Minenindustrie, still. Reisen zwischen den Provinzen sind verboten, der Bewegungsradius sollte nicht mehr als fünf Kilometer umfassen, spazieren ist verboten, sowie auch der Verkauf von Alkohol. Armee und Polizei machten klar, dass hart durchgegriffen werde bei Verstössen gegen die neuen Regeln. Es sind Worte, die auf unheimliche Weise an die Zeit der Apartheid erinnern, auch wenn sie dem Wohl der Bevölkerung dienen sollten. Die Gefahr besteht darin, dass die arme Bevölkerung einmal mehr die wirtschaftlichen Kosten tragen wird, ob und was sie aus dem Boden gestampften Entschädigungsfonds sehen wird, wird sich zeigen. Es ist zu befürchten, dass die Armen nicht nur krank, sondern noch ärmer werden.»

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Aus dem Archiv: Social Distancing in Townships?
Aus SRF News vom 24.03.2020.
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Andere Regionen

Australien: Seit letzter Woche dürfen keine Ausländer mehr nach Australien einreisen. Es gilt ausserdem ein Ausreiseverbot für australische Bürger. Einen Lockdown für die Bürger gibt es jedoch nicht, auch wenn dies Forscher vehement fordern. Bislang hat das Land laut der Johns-Hopkins-Universität 3980 Infektionen und 16 Tote gemeldet.

Brasilien: Die brasilianische Regierung hat wegen der Covid-19-Pandemie die Einreise auf dem Luftweg eingeschränkt. Die Grenze zum Nachbarland Argentinien ist geschlossen. Ausländer, die aus China, der EU, Australien oder Japan einreisen wollen, dürfen dies nicht mehr. Brasilien hat rund 3900 Fälle und 117 Tote registriert.

SRF 4 News, 29.03.2020, 20 Uhr; agenturen/redaktion

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Claude Weber  (WeberJC)
    Zu Russland:
    Im russ. Fernsehen wurde gerade von einem Virusherd in St. Petersburg berichtet.
    Ein Italiener soll der 0-Patient sein.
    Die Russen reagieren wie die Italiener, sperren alles ab.
    Man muss sich bewusst sein, dass das russ. Gesundheitswesen einen schlechten Ruf hat. In Städten geht es einigermassen, aber auf dem Lande ist fast nichts vorhanden.
    Das war auch der Grund, warum die Rückkehrer aus China in Sibirien von der Umwelt isoliert eingesperrt wurden.
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  • Kommentar von Jean-Claude Weber  (WeberJC)
    Ich finde es übertrieben wenn der Kanton Neuenburg neu die Skilager verbietet, denn gesunde Kinder sind meines Wissens bis jetzt nicht an dieser Infektion gestorben.
    Die sportliche Betätigung stärkt das Immunsystem.
    Das Ganze artet zu einer Hysterie aus.
    Eigentlich unüblich für uns besonnene Schweizer.
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  • Kommentar von Patrick Vonarburg  (patvon)
    Ich erwarte jetzt eine REISEWARNUNG für Italien vom BAG.
    Ich spreche nicht von einer Grenzschliessung.
    Die Reisewarnung ermöglicht vielen Leuten welche schon seit längerer Zeit eine Reise nach Italien gebucht haben, diese zu stornieren.
    Denn bis jetzt ist keine Kulanz von Reisebüros zu erwarten.
    Vor allem würden die Reiseversicherungen die Stornierungsgebühren übernehmen
    Weniger Reisen = weniger Ansteckungsgefahr.
    Wieso Das BAG zögert kann ich schlicht weg nicht verstehen.
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