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Coronavirus Wie gefährlich sind die neuen Omikron-Varianten?

BA.4 und BA.5 in Südafrika, eine weitere in den USA: SRF-Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel zu den wichtigsten Fragen.

Inwiefern unterscheiden sich die Untervarianten BA.2.12.1 (USA) sowie BA.4 und BA.5 (Südafrika) von früheren Omikron-Untervarianten? Insgesamt gibt es jetzt fünf Untervarianten von Omikron, die zu reden geben. Die «erste» Omikron war BA.1, dann BA.2, das zurzeit in der Schweiz dominiert. Und jetzt BA.2.12.1, welche im Nordwesten der USA zuerst gefunden wurde. Sowie BA.4. und BA.5, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurden. Schon BA.2 war in der Lage, sich gegen BA.1 durchzusetzen, es hat in der Schweiz BA.1 fast völlig verdrängt. BA.2.12.1, BA.4 und BA.5 tragen nun weitere Mutationen im Erbgut fürs Stachelprotein, die dem Virus offenbar Vorteile verschaffen. Vermutlich ist dabei relevanter, dass die neuen Subvarianten schon bestehende Immunität umgehen können, als dass sie ansteckender wären.

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Wie gut hat die Schweiz die Pandemie bewältigt?
aus Echo der Zeit vom 30.03.2022.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 55 Sekunden.

BA.2.12.1, BA.4 und BA.5 setzen sich also gerade gegen ältere Varianten durch. Aber machen sie auch stärker krank? Darauf weist bisher nichts hin. Die Ansteckungswelle in Südafrika hat ihren Peak schon erreicht, und die Hospitalisierungen sind niedrig geblieben.

Dabei spielt eine zentrale Rolle, dass viele der Infektionen mit den neuen Subvarianten Reinfektionen oder Durchbruchsinfektionen sind – die neu Angesteckten hatten also einen gewissen Schutz. Viele Experten rechnen deshalb nicht damit, dass die Hospitalisierungen stark ansteigen, auch wenn die Fallzahlen jetzt wieder hochgehen sollten: Eben, weil die schon erworbene Immunität schützt. Dennoch hat die Europäische Seuchenbehörde ECDC jetzt BA.4 und BA.5 als besorgniserregende Varianten eingestuft, die Behörde rechnet mit einer Sommerwelle.

Wie gut schützen die vorhandenen Impfstoffe oder eine durchgemachte Infektion gegen BA.2.12.1, BA.4 und BA.5? Das Wissen dazu wird, wie immer in der Pandemie, gerade erst erworben. Studienergebnisse legen aber nahe, dass alle drei die Immunantwort in einem gewissen Mass umgehen können. Eine dreifache Impfung bietet aber immer noch einen guten Schutz gegen Omikron und alle Untervarianten, nicht unbedingt gegen Infektionen, aber doch gegen schwere Verläufe. Eine Infektion mit BA.1 allein (dem «ersten» Omikron) ergibt nach Labordaten aus Südafrika dagegen nur wenig Schutz gegen BA.4 und BA.5.

Warum gibt es so viele Untervarianten von Omikron? Von Delta zum Beispiel gab es weniger Untervarianten, die eine gewisse Bekanntheit erreicht haben, das stimmt. Omikron hat Delta sehr schnell und fast völlig verdrängt, und fast alle Infektionen weltweit gehen auf Omikron und seine Untervarianten zurück. Ausserdem umgeht Omikron schon erworbene Immunität effektiver als Delta, kann also auch Menschen wieder infizieren, die schon Immunität hatten. Im Ergebnis heisst das: Omikron bekommt unendlich viele Chancen, Menschen zu infizieren, dabei zu mutieren, und immer neue Untervarianten zu bilden. Insgesamt verändert sich das Virus schneller als viele Experten erwartet hatten.

Die Varianten BA.4 und BA.5 wurden auch schon in der Schweiz nachgewiesen. Wie verbreitet sind sie? Sie sind bisher noch selten. Hier dominiert nach wie vor BA.2. (Hier eine Übersicht zur globalen Verbreitung der BA.4 und BA.5 Varianten). In Südafrika oder nun auch Portugal zeigt sich aber, dass die beiden neuen Varianten in der Lage sind, BA.2 rasch zu verdrängen.

Kann man von der Entwicklung in den USA und Südafrika auf die Schweiz schliessen? Muss man hierzulande ebenfalls mit einem Anstieg der Infektionen rechnen? Experten in Australien, wo ähnlich wie in der Schweiz aktuell BA.2 dominiert, und bisher nur wenige Male BA.4, BA.5 und BA.2.12.1 nachgewiesen wurden, befürchten laut dem «Guardian» steigende Infektionszahlen, weil sie mit vielen Reinfektionen rechnen (hier geht es zur Studie). Auch die Europäische Seuchenbehörde ECDC rechnet mit einer Sommerwelle wegen der neuen Subvarianten. Entscheidend für die Auswirkungen in puncto Krankheitsschwere und Hospitalisierungen wird sein, wie gut die bestehende Immunität in der Bevölkerung im jeweiligen Land ist.

SRF 4 News, 10.05.2022, 16:00 Uhr;

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