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USA erlaubt Blutplasmatherapie für Corona-Patienten
Aus Tagesschau vom 24.08.2020.
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Covid-19-Behandlung Wie vielversprechend ist die Immunplasma-Therapie tatsächlich?

Die US-Arzneimittel-Behörde erlaubt, Covid-19-Patienten mit Blutplasma zu behandeln, das Coronavirus-Antikörper enthält.

Bei der sogenannten Immunplasma-Therapie erhalten Patienten Blutplasma von Menschen, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet haben. Das Vorgehen könnte anderen Erkrankten helfen, wie Forscher hoffen.

Die Therapie wird auch in der Schweiz bereits experimentell angewendet. Aber die Wirksamkeit ist noch wenig erforscht. Trotzdem sprach US-Präsident Donald Trump an einer Medienkonferenz von einer «wirkungsvollen Therapie» mit einer «unglaublichen Erfolgsrate».

Bislang waren solche Blutplasma-Behandlungen in den USA nur mit einer klinischen Sondergenehmigung möglich. Mit der nun erteilten Notfallgenehmigung soll das ganze Verfahren vereinfacht werden.

Antikörper im Plasma

Und so funktioniert die Blutplasma-Methode: Im Verlauf einer Infektion bildet das menschliche Immunsystem unter anderem Antikörper, um den eingedrungenen Erreger zu bekämpfen. Die Antikörper bleiben nach einer Infektion zumindest eine Weile im Körper erhalten.

Gelblich-rötliches Blutplasma in Plastikbeutel
Legende: Blutplasma ist der flüssige und zellfreie Anteil im Blut, der durch Zentrifugieren abgetrennt wird. Keystone

Man kann also aus dem Blut von Genesenen die Antikörper gewinnen und diese akut Erkrankten verabreichen – damit sie auch bei ihnen das Virus bekämpfen und die Schwere der Erkrankung abmildern. Bei Viren wie Sars oder Ebola hat diese Methode teilweise funktioniert. Ob sie bei Corona ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden kann, ist unklar.

Blutplasma-Therapien auch in Schweizer Spitälern

Bislang wurden solche Blutplasma-Behandlungen in den USA allerdings erst experimentell angewendet. Ebenso in der Schweiz. Das Universitätsspital Basel gehört europaweit zu den ersten Institutionen, welche diese Methode anwenden konnten. Noch können die Fachleute in der Schweiz nicht abschliessend beurteilen, wie erfolgreich die Therapie ist.

Eine erste Studie aus den USA spricht von einer Reduktion der Sterblichkeit um fünf Prozent. Für Manuel Battegay, Chefarzt für Infektiologie am Unispital Basel, kann man diese Ergebnisse noch nicht als grossen Durchbruch feiern: «Wenn sich diese Sterblichkeitsreduktion wirklich bestätigt, dann können wir sagen, es ist ein Schritt. Es ist kein grosser Schritt, es ist auch kein historischer Schritt. Hierfür ist die Reduktion der Sterblichkeit zu klein.»

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Manuel Battegay zur Bedeutung der Blutplasma-Therapie gegen Covid-19
Aus News-Clip vom 24.08.2020.
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Auch die US-Arzneimittelbehörde äussert sich nicht so euphorisch wie Präsident Trump. Angesichts der unzureichenden Datenlage spricht sie lediglich von einer möglichen positiven Wirkung.

Wahlkampf mit Corona

Die am Sonntag bekanntgegebene Regelung der US-Arzneimittelbehörde (FDA) kommt Präsident Trump gelegen. Mittlerweile hat der Parteikongress der Republikanischen Partei begonnen, bei dem Trump am Ende offiziell als Kandidat für die Präsidentschaftswahl im November nominiert werden soll. Trump war am Wochenende in die Kritik geraten, weil er Druck auf die FDA ausübte, Behandlungsmöglichkeiten und Impfungen möglichst schnell zu genehmigen.

Trump hatte wiederholt gesagt, er hoffe, dass es bis zur Wahl im November einen einsatzbereiten Corona-Impfstoff gebe. Derzeit laufen mehrere grosse klinische Studien zu Impfstoffen. Eine Verfügbarkeit vor dem kommenden Jahr gilt jedoch bei einer Prüfung unter Einhaltung der wissenschaftlichen Kriterien als unwahrscheinlich.

Die Corona-Pandemie ist in den USA weiterhin ausser Kontrolle. Die Behörden haben bisher rund 5.7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet. Fast 177’000 Menschen sind daran bisher gestorben.

Tagesschau, 24.08.2020, 19:30 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Max Baumann  (Ueberwacher)
    Es bringt so gut wie nichts. Forschungen haben ergeben, dass die Immunität nur einige wenige Monate anhält und Antikörper sogar das Gegenteil bewirken können.
    1. Antwort von Georg Fischer  (SGF)
      @Baumann:Etwas voreilig Ihre Konklusion wenn man an der Uni Basel,als 1. Uni in Europa, plus den USA noch mitten in der Forschung steckt.Das die Immunität einmal Infiszierter nicht lange hält ist schon längst bekannt und wird nach wie vor untersucht. Das eine hat aber mit dem anderen direkt nichts zu tun.
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Dieser Ansatz kann durchaus erfolgsversprechend sein. Die Datenlagen zu der Antikörperbildung bei SARS-CoV-2 ist hingegen ja teilweise noch etwas gar dünn.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Die Datenlage bei Impfstoffen ist auch noch dünn, ob sie die Tests überstehen und auch die gewünschte Wirkung erfüllen. Ausserdem ist Blutplasma nicht so eingreifend in den menschlichen Körper wie Impfstoffe. Basel testet auch schon einige Zeit das Plasma. Wir können
      Einfach nur abwarten und hoffen.
    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Das hier wäre ein Behandlung von akuten Fällen und eine Impfung wäre vorbeugend. Man wird weiterhin in beide Richtungen forschen müssen. Bluttransfusionen sind auch beim Plasma nicht risikofrei.
  • Kommentar von Karl Müller  (KaMü)
    Liebes SF, verschonen Sie uns doch bitte mit den dummen Kommentaren des Donald Trump. Wie kann ein halbweg intelligenter Mensch (ich rede nicht vom Führer einer Weltmacht), im jetzigen Stadium der Entwicklung von "wirkungsvoller Therapie" und unglaublichen Erfolgen" reden. Hochnotpeinlich, dieser Mann.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Herr Müller, Sie sprechen hier von einem selbsternannten Genie. Ist doch klar, dass er jetzt vor Begeisterung seine Meinung der Welt mitteilen muss.
      Der nächste Schritt wird sein, er versucht überall Blutplasma einzukaufen.
    2. Antwort von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
      Herr KaMü - bitte sprechen Sie doch dem Genie nicht ab als einziger die Wahrheit zu finden. Wer Desinfektionsmittel injizieren will, der lässt auch unerprobte -oder nur mässig erprobte- Mittel zu. Da verlasse ich mich aber 1000 mal lieber auf die europäische Medizin.