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International Dämpfer für Gabriel bei der Wiederwahl

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel ist in Leipzig mit seinem bisher schlechtesten Ergebnis wiedergewählt worden. Die Basis kann sich offenbar noch nicht so recht mit einem schwarz-roten Bündnis anfreunden. Gabriels Devise nach der Schlappe bei der Bundestagswahl: Die Kluft zu den kleinen Leuten mindern.

Premier Enrico Letta gratuliert Sigmar Gabriel am Parteitag in Leipzig zur Wiederwahl.
Legende: Glückwünsche vom Gastredner: Italiens Premier Enrico Letta (l) gratuliert Sigmar Gabriel zur Wiederwahl. Keystone

Sigmar Gabriel bleibt Vorsitzender der SPD. Die Delegierten des Bundesparteitags in Leipzig bestätigten ihn am Donnerstag mit 83,6 Prozent für weitere zwei Jahre. Auf Gabriel entfielen 478 Ja- und 76 Nein-Stimmen.

Gabriel: «Ausserordentlich ehrliches Ergebnis»

Gabriel sprach von einem «ausserordentlich ehrlichen Ergebnis». Es ist zugleich auch sein schlechtestes. So hatte er 2009 und 2011 noch Zustimmungsraten von 94,2 Prozent und 91,6 Prozent erzielt.

Der 54-Jährige führt die Partei seit vier Jahren. Mit der Wiederwahl wurde auch sein Kurs für die Verhandlungen über eine grosse Koalition gestärkt.

Absage an «faule Kompromisse»

Der SPD-Chef stellte der Union erneut mehrere Bedingungen für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen, unter anderem die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde. Auch die doppelte Staatsbürgerschaft nannte er als Ziel für die letzten beiden Verhandlungswochen.

«Wir werden nur gute und keine faulen Kompromisse akzeptieren», betonte der Parteichef. Und mit Blick auf die grosse Koalition zwischen 2005 und 2009 sagte er: «Wir werden kein zweites Mal eine Politik betreiben, bei der die SPD wieder gegen ihr Selbstverständnis verstösst.»

Neue Annäherung an Linke geplant

Zugleich will Gabriel die SPD für neue Bündnisse öffnen. So soll bei der nächsten Bundestagswahl eine Koalition mit der Linkspartei nicht mehr ausgeschlossen werden. Allerdings müsse sich die Linke erst ändern, betonte Gabriel. Für das enttäuschende Wahlergebnis von 25,7 Prozent bei der Wahl am 22. September übernahm er die Verantwortung. Die SPD müsse die Kluft zu ihrer Kernklientel, den «kleinen Leuten», wieder mindern.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Mit denen kann jetzt Merkel aus der Haut und dem Hosenanzug fahren.Leichter hätte sie es mit der FDP gehabt.Aber Madame gönnte ihr ja keine Leihstimmen der CDU, sprach sich auf allen Marktplätzen giftig dagegen aus.Ein paar Zehntel Leihstimmen von ihrer Partei der CDU und die FDP wäre mit über 5 % als bequemer Koalitionspartner zur Verfügung gestanden. Jetzt sind die 4,8 % der FDP und für sie futsch. Als Physikerin hat sie sich nur um ein paar Zehntel, aber trotzdem gewaltig verrechnet.
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    1. Antwort von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
      @Chauvet. Wenn und aber sind Vergangenheit. Es gilt die Wahlen zu akzeptieren.Punkt Aus die Maus.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      Merkel, dieses dumme Huhn, verdient diesen GroKo-Murks mit den Sozis als Dank dafür wie sie die FDP im Wahlkampf behandelt hat. Ich hoffe immer noch, dass die SPD-Basis gegen die GroKo stimmt und damit Siggi Pop in die Suppe spuckt. Deutschland braucht Neuwahlen!
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Die Merkel ist kein dummes Huhn sondern eine der erfolgreichsten deutschen Politiker. Das schlechte Abschneiden der FDP geht vornehmlich auf die Kappe der schwachen Westerwelle und Brüderle.
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