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Sessions vor dem Senat «Das Hearing war kein Befreiungsschlag»

Jeff Sessions hat bestritten, dass er während des Wahlkampfs mit den Russen kooperiert hat. Geklärt sei die Angelegenheit trotz allem noch lange nicht, sagt SRF-Korrespondent Beat Soltermann.

Legende: Audio Was passiert hinter den Kulissen der Trump-Regierung? abspielen. Laufzeit 04:06 Minuten.
04:06 min, aus HeuteMorgen vom 14.06.2017.

SRF News: Zweieinhalb Stunden lang dauerte die Anhörung vor dem Geheimdienst-Ausschuss des Senats. Was wissen wir jetzt eigentlich mehr?

Beat Soltermann: Wir haben erfahren, dass die Aussagen von FBI-Chef Comey zutreffender waren, als seine Gegner zugeben wollen. Sessions war tatsächlich an einem Anlass, an dem der russische US-Botschafter ebenfalls zugegen war. Wir wissen, dass Comey tatsächlich Sessions um Hilfe gebeten hatte, weil Trump ihn mehrfach direkt wegen der Russland-Untersuchung kontaktiert hatte, was nicht üblich ist. Und wir wissen, dass die abrupte Entlassung von Comey irgendetwas nicht sauber war. Sessions hielt im Hearing daran fest, dass es wegen Clintons E-Mail-Geschichte war, Trump sagt inzwischen ja, wegen der Russland-Geschichte.

Einige Fragen konnte er nicht beantworten, andere wichtige Fragen wollte er aber auch nicht beantworten. Braucht er wirklich die Erlaubnis von Trump?

Wir wissen jetzt, dass die Aussagen von FBI-Chef Comey zutreffender waren, als seine Gegner zugeben wollen.

Er hat vor allem dann, wenn es um Gespräche und Besprechungen mit Präsident Trump ging, gesagt, es sei vertraulich, so wie zwischen einem Anwalt und dem Klienten. Ohne Erlaubnis von Trump sage er zu dieser Sache nichts. Es ist fraglich, ob das stimmt. Vor allem weil Trump zum Teil selber Aussagen zu bestimmten Themen gemacht hat. Sessions erweckte deshalb streckenweise den Eindruck, es geht hier nicht um die Sache, sondern um eine Strategie, mit der er die heiklen Fragen nicht beantworten muss.

Mit Jeff Sessions ist das bis jetzt ranghöchste Mitglied aus Trumps Regierung Red und Antwort gestanden. Hat das Donald Trump nun mehr genützt oder geschadet?

Je näher die Untersuchung zu Trump kommt, desto unangenehmer für den Präsidenten. Sessions hat vehement bestritten, dass er mit den Russen im Wahlkampf irgendwie kooperiert haben soll. Das Hearing war dennoch kein Befreiungsschlag. Zu viele offene Fragen gibt es noch immer. Trump soll schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, Sessions zu entlassen Sessions seinerseits soll laut Medien auch den Rücktritt angeboten haben. Da ist vor und hinter den Kulissen einiges los. Und Justizminister Sessions wird unter Druck bleiben.

Beat Soltermann

Beat Soltermann

Seit 2011 berichtet Beat Soltermann für SRF aus Washington D.C. Zuvor arbeitete er in der SRF-Wirtschaftsredaktion und empfing die Gäste der «Samstagsrundschau».

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Bitte hört mit den Spekulationen über Trump auf, es stinkt langsam zum Himmel was da alles vorgebracht wird (auch von den Kommentaren von srf), was nirgends nur im Ansatz bewiesen ist und die Vorverurteilungen zeigen was die Trumphasser für ein Rechtsverständnis haben, nur weiter so, es wird noch interessant, nach dem Sprichwort wer zuletzt lacht, lacht am Besten.
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  • Kommentar von Martin Tanner (mikado5034)
    Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen liest Präsident Trump verlauten: "Es war ein grossartiges Hearing! Sessions ist ein grossartiger Typ der Grossartiges für die USA leistet!" :-)
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Der ganze politische Sumpf der Trump Regierung ist auf Lügen, Halbwahrheiten und Vertuschungsversuchen aufgebaut.- Ist das noch professionelle Politik oder nur noch ein himmeltrauriges Laientheater das dieser großartigen Nation USA nicht gewachsen ist und den Interessen der Bürger schadet? - Ist Trumps Leitspruch "We make America great Alain" noch die Buchstaben wert mit dem der Satz geschrieben ist?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nun, würde die Welt überall so hinschauen wie bei Trump, würden noch viele stinkende Fischköpfe aus trocken gelegten Sümpfen auftauchen. Und dieses himmeltraurige Laientheater geht ja wohl auf die Kappe 1. der Medien & 2. aller seiner Gegner. Mit Obama hat man die USA auf einen Sockel gestellt. Mit Trump sieht man jetzt halt hinter die Kulissen & eben nicht alles Gold ist was glänzt.
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