- US-Präsident Donald Trump hat für die Einfuhr patentgeschützter Medikamente in die USA massive Zölle von bis zu 100 Prozent angekündigt.
- Für Schweizer Pharmaexporte soll ein reduzierter Zollsatz von 15 Prozent gelten, wie aus einem vom Weissen Haus veröffentlichten Dekret hervorging.
Trump habe Zölle von bis zu 100 Prozent auf patentierte Arzneimittel und deren Wirkstoffe beschlossen, hiess es in der Mitteilung der US-Regierung. Ziel der Zölle ist es laut dem Weissen Haus, die inländische Produktion zu stärken und Abhängigkeiten von Importen zu reduzieren.
Für Länder mit Handelsvereinbarungen – darunter die Schweiz und Liechtenstein – gelte jedoch der deutlich tiefere Satz von 15 Prozent. Die Massnahmen sollen in 120 Tagen für grosse Unternehmen und in 180 Tagen für kleinere Firmen in Kraft treten, wie es hiess. Generika und Biosimilars sind vorerst von den Zöllen ausgenommen.
Unternehmen können die Zölle den Angaben zufolge reduzieren oder ganz vermeiden, wenn sie – wie bereits früher durch Trump angekündigt – Produktionskapazitäten in den USA aufbauen und Preisvereinbarungen mit den Behörden abschliessen. In solchen Fällen können die Abgaben vorübergehend entfallen oder deutlich gesenkt werden – teils bis Anfang 2029.
Mehrere Vereinbarungen mit Pharmafirmen abgeschlossen
Die US-Regierung hat bereits mit mehr als einem Dutzend grosser Pharmafirmen entsprechende Vereinbarungen getroffen. Diese verpflichteten sich, Medikamentenpreise in den USA stärker an internationale Vergleichsniveaus anzupassen und im Gegenzug Investitionen in Milliardenhöhe in den USA zu tätigen.
Insgesamt summieren sich die zugesagten Investitionen laut US-Regierung auf mehrere hundert Milliarden Dollar. Auch die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis sagten Preiszugeständnisse und Direktvertriebsmodelle zu.
Die neuen Pharmazölle sind Teil einer breiter angelegten, zunehmend sektorspezifischen Handelspolitik der USA. Ein Jahr nach der grossen Zoll-Offensive verschärft die Regierung damit den Druck auf internationale Unternehmen, ihre Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Beobachter erwarten, dass dies mittelfristig zu Anpassungen globaler Lieferketten und Investitionsströme führt.