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Legende: Audio Freies, weltumspannendes Internet bereits Ding der Vergangenheit? abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 05.02.2019.
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Demokratie im Internet Das World Wide Web – immer weniger weltweit und frei

Sie wird zunehmend undemokratischer, die Welt. Eklatant sei das bei der Internetfreiheit, sagt eine neue US-Studie.

Um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit steht es nicht zum Besten. Die Welt wird zunehmend undemokratischer. Das stellt die US-Nichtregierungsorganisation «Freedom House» fest. Bei der Internetfreiheit ist es eklatant. Das World Wide Web ist immer weniger World Wide und immer weniger frei.

Das Internet wurde einst als Technologie der Befreiung gepriesen, doch zunehmend werde es als Instrument missbraucht, mit der die Demokratie ausgehöhlt wird, sagt Michael Abramowitz, Präsident von «Freedom House».

China als Negativmodell

«Freedom House» hat 65 Länder näher untersucht und das Ergebnis ist ernüchterndernd. Der digitale Autoritarismus befinde sich vielerorts im Aufwind. Und es gibt immer mehr Softwareprogramme, die eine Kontrolle ermöglichen. Ganz abgesehen von Befehlen an die Mobilfunk- oder Internetanbieter, ihre Netze ganz oder teilweise zu sperren.

Menschen mit rotem Rahmen und Informationen dazu
Legende: Chinas nationales Überwachungssystem kann dank Internet und Künstlicher Intelligenz automatisch Menschen und Autos identifizieren. Reuters

Das Negativmodell ist China. Kontrolle und Zensur im Internet erfolgen in keinem anderen Land ähnlich anhaltend, systematisch und professionell. Und China schränkt nicht nur für die eigenen Bürger den Zugang ein, es berät ausserdem andere autoritäre Regime, wie sie das tun können. Bei der Gelegenheit verkauft es ihnen gleich noch hochentwickelte Überwachungssoftware.

Positive Entwicklung in zwei Ländern

Doch auch Venezuela greift zurzeit wegen der Unruhen besonders hart durch. Kongo-Kinshasa tat es während der jüngsten Wahlen. Aber auch Ägypten, Kuba, Sudan und selbst Demokratien wie Indien, Bangladesch oder die Philippinen sowie Dutzende weitere Staaten verhalten sich immer ungenierter.

Sogar in den USA gibt es Rückschritte, denn die Netzneutralität gilt nicht mehr. Vielmehr dürfen einzelne Anbieter prioritär behandelt werden. Die Entwicklung 2018 verlief gerade mal in zwei Ländern positiv: Armenien und Gambia.

Das heisst, dass ein wirklich freies, weltumspannendes Internet bereits ein Ding der Vergangenheit zu sein scheint. Bloss noch 20 Prozent aller Menschen haben wirklich ungehinderten Zugang zum World Wide Web.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Es wird eine Zeit kommen, in der technisch selbst die besten Zensurprogramme, die Meinungsfreiheit nicht mehr unterbinden und zensieren können. Der Freiheitsdrang des Menschen liegt in seiner evolutionären Anlage sich von allen Zwängen und Einschränkungen zu befreien, einzig das Talent für Höheres, Besseres und Gerechteres wird zählen und sich durchsetzen, in wenigen Jahrmio. werden wir Heutigen als Primaten wargenommen werden. Was Heute sich alles wichtig macht im Net, ist Morgen alter Schnee.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Dazu braucht es keine Studie. Wie will China sonst den "Traum vom totalitären Staat verwirklichen"? Wie kann Erdogan sonst sein Hirngespinst vom "Gülen - Putsch" überwachen? Wie wollen die Saudis sonst ihre Menschenrechtsverletzung (Kashoggi - Mord) schützen, wenn jeder seine Meinung UNBESTRAFT in die Welt hinausposaunt? Nein da braucht es keine Studie. Augen offen halten und innert kurzer wird einem klar, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seit Hitler nie mehr so in Gefahr waren wie jetzt.
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Wie wahr. Es ist sehr mühsam. Früher war es leicht und schön zu surfen. Aber wer ist daran schuld? Natürlich die Politik, welche die Bürger immer und überall mehr einengen und einschränken mit Verbot und Gesetzen.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @Eberhard: Sicher, heute sind die transportierten Datenmengen im Vergleich zu "früher" astronomisch. Aber das hat auch seine Vorteile: So kann ein Supermarkt relativ genau planen, wie die Kunden was wann wo einkaufen (inkl. Wetter!!), das führt dann nebst besseren Preisen auch zu einer optimierten Logistik mit besserer Verfügbarkeit und geringerem Verderb. Ich persönlich finde, dass die Vorteile des WWW die Nachteile bei weitem überwiegen und: Wer nicht will, muss nicht. Und das ist gut so.
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