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International Demonstration gegen Homo-Ehe in Paris eskaliert

Seit einer Woche dürfen homosexuelle Paare in Frankreich heiraten. Doch die Proteste dagegen reissen nicht ab. Eine Grossdemonstration in Paris endete mit gewaltsamen Ausschreitungen und zahlreichen Verhaftungen. Unter den Randalierern waren viele Rechtsextreme.

Legende: Video Massenproteste und Krawalle in Paris abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.05.2013.

In Paris prägten am Abend nach einer Massenkundgebung gegen die Einführung der Homo-Ehe schwere Ausschreitungen das Bild. Hunderte Randalierer lieferten sich vor dem Invalidendom zwei Stunden lang Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Ein vermummter Demonstrant steht über der Menschenmenge mit ausgebreiteten Armen.
Legende: Rund 150'000 Menschen protestierten überwiegend friedlich gegen das Gesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Reuters

Unter anderem griffen sie die Beamten mit Flaschen, Steinen, Eisenstangen und Rauchbomben an. Die Randalierer skandierten «Frankreich den Franzosen» und «Diktatur der Sozialisten». Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden sechs Personen leicht verletzt: vier Polizisten, ein Demonstrant und ein Pressefotograf.

Rechtsextreme im Verdacht

293 Personen wurden festgenommen. Innenminister Manuel Valls machte rechtsextreme Gruppierungen für die Gewalt verantwortlich. Zuvor hatten zehntausende Menschen friedlich gegen die umstrittene Reform demonstriert. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot von 4500 Beamten im Einsatz. Sie sprach von etwa 150'000 Teilnehmern, die Veranstalter von gut einer Million.

Das Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe – einem der zentralen Wahlversprechen des sozialistischen Staatschefs François Hollande – war Ende April vom Parlament endgültig beschlossen worden. Es trat bereits am 18. Mai in Kraft und räumt Homosexuellen neben der Eheschliessung auch ein Adoptionsrecht ein.

Abstimmung in Kroatien

In Kroatien will eine christliche Bewegung per Referendum eine Verfassungsänderung zuungunsten von Homo-Paaren durchsetzen. Die Organisation «Im Namen der Familie» hat eine halbe Million Unterschriften gesammelt, um eine Abstimmung zu erzwingen. Es soll ein Passus eingeführt werden, der die «Ehe als Lebensgemeinschaft von Frau und Mann» definiert.

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