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7 Millionen Tote jährlich Der lange Kampf gegen das Rauchen

Einer von zehn Menschen stirbt an den Folgen des Tabakkonsums. Mit Massnahmen versucht die WHO, das zu verhindern.

Legende: Video Kampf gegen den Tabak abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.07.2017.

MPOWER-Massnahmen: Mit den sechs sogenannten MPOWER-Massnahmen versucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2003, Menschen weltweit besser vor den negativen Folgen des Tabakkonsums zu schützen. Wie die Organisation in ihrer aktuellen Studie schreibt, können mit den Massnahmen bereits zwei Drittel der Weltbevölkerung erreicht werden. Der Zigarettenkonsum ist seither um 2,5 Prozent zurückgegangen.

Legende:
Kampf gegen den Tabak Im Rahmen der MPOWER-Kampagne veröffentlicht die WHO alle zwei Jahre einen umfassenden Bericht dazu, wie die Länder die geforderten Anpassungen zum Schutz ihrer Bürger vor Tabak umsetzten. MPOWER steht dabei für Monitoring (überwachen), Protect (beschützen), Offer (anbieten), Warn (warnen), Enforce (verbieten) sowie Raise (erhöhen). http://www.who.int/tobacco/mpower/en/

Überwachung des Tabakkonsums: Um passende Massnahmen gegen das Problem Tabak treffen zu können, ist es gemäss der WHO wichtig, dass der Konsum überwacht wird. Nur so könne beispielsweise erkannt werden, welche Menschengruppen man bei Anti-Raucher-Kampagnen ansprechen müsse. Wie die WHO schreibt, beobachteten 2016 76 von 194 Länder ihre Raucher genau, vor allem die Industriestaaten. Dazu gehört auch die Schweiz.

Schutz vor Passivrauchen: Vollumfängliche Gesetze, welche Menschen vor dem Tabakrauch bewahren sollen, gibt es in 55 Ländern. In den letzten Jahren hätten diese vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer eingeführt. Die Studie hält dabei aber fest, dass Menschen nur in einer komplett rauchfreien Umwelt geschützt wären. In der Schweiz gilt seit dem 1. Mai 2010 das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen. Damit setzt die Schweiz allerdings nicht alle von der WHO geforderten Massnahmen um. Deshalb gehört sie nicht zu den Vorbildstaaten.

Hilfsangebote: Länder seien in der Pflicht, ihren Bürgern Programme anzubieten, um den Konsum zu beenden. Der Anteil der Raucher, die eigentlich aufhören wollen, ist sehr hoch, so die Weltgesundheitsorganisation. Gemäss ihren Auswertungen können 2,4 Milliarden Menschen in 26 verschiedenen Staaten Hilfsangebote nutzen. Auch hier gehört die Schweiz nicht zu denjenigen, welche die von der WHO vorgegebenen Massnahmen vollumfänglich erfüllen.

Legende:
Zwei Drittel profitieren 63 Prozent der Menschen leben in einem Land, welches mindestens eine WHO-Massnahme vollumfänglich umgesetzt hat. http://www.who.int/tobacco/mpower/en/

Gefahrenwarnungen: Gemäss der WHO müssen Menschen darüber informiert werden, was ihrer Gesundheit schadet. 78 Länder versuchen mittlerweile mit abschreckenden Bildern auf den Zigaretten-Packungen vor den Gefahren von Tabak zu warnen. Zudem würden 3.5 Milliarden Menschen nationale Anti-Tabak-Kampagnen in den Medien gezeigt. Obwohl in der Schweiz regelmässig Kampagnen geschaltet werden, erfüllt sie die Vorgaben der WHO nicht vollumfänglich.

Werbe- und Sponsoring-Verbot: Tabakfirmen geben jährlich Milliarden für Werbung sowie Sponsoring aus. Damit würden sowohl Nichtraucher angesprochen als auch Raucher zum Weitermachen angetrieben, fürchtet die Weltgesundheitsorganisation. 85 Prozent der Bevölkerung ist den Anzeigen ausgesetzt. Die WHO will diese Quote senken. Denn vor allem junge Menschen fühlten sich durch Tabakwerbung angesprochen. Die Schweizer sind gemäss WHO-Einschätzungen zu wenig vor Tabak-Werbung geschützt.

Steuererhöhungen auf Tabakprodukte: Die effektivste Massnahme um den Tabakkonsum zu reduzieren ist es, die Steuern darauf zu erhöhen. So würde der Konsum stark reduziert und der Staat könnte gleichzeitig seine Einnahmen erhöhen, schreibt die WHO. 2016 nahmen Regierungen rund 240 Milliarden Tabaksteuern ein. Die Massnahme würde allerdings von fast keinem der Länder angewendet. Lediglich 10 Prozent der Menschen müssten beim Kauf von Tabak einen hohen Anteil an Steuern zahlen. So auch viele Europäer, nicht aber Schweizer.

Legende:
Die Anzahl steigt stetig an 121 Länder haben 2016 mindestens eine der sechs WHO-Vorgaben komplett umgesetzt. http://www.who.int/tobacco/mpower/en/

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    10 von 10 Menschen sterben an den Folgen ihres Daseins, früher oder später. Lächerliche Statistiken, wie so viele Statistiken. Ein weisser Hintergrund (v)erträgt viele Buchstaben. Wie wollen sie das belegen? Sicher mag das Rauchen die Lebenszeit etwas verkürzen, statistisch gesehn... der Rest ist Interpretation, besonders wahnwitzig bei Passivraucher-Statistiken. MIt jedem Atemzug inhalieren wir diverse Gifte, egal wo wir leben. Wohin gehen zB die Abgase einer Mia Nutzfahrzeuge?
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    1. Antwort von Michael Räumelt (Monte Verita)
      Richtig..dies ist der erste Anhaltspunkt der absurden aber unbeugsamen Lüge der medizinischen Geschichte, dass passives/Rauchen, Lungenkrebs verursacht.“ Es gibt hierzu keinerlei Beweise....lediglich nur Behauptungen.... demnach müssten schon alle Cubaner verstorben sein.
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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Schliessen sie sich doch mal eine halbe Stunde mit 50 Rauchern in einer Garage ein. Und danach eine Viertelstunde mit einem Auto mit laufendem Motor. Das zweite Abenteuer werden sie nicht überleben. Wenn man jetzt in diesem Zusamenhang die Atemluftbelastung draussen im Freien vergleicht, wo sich die Abgase (des Autos wie des Rauchers) 'verflüchtigen', dann steht das Verpestungs- / Vergiftungspotential dieser beiden Verursacher in krassem Missverhältnis.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Rauch hat die Eigenschaft, sich immer in Windrichtung zu bewegen. Wer sich also über Raucher im öffentlichen Gebiet aufregt, in dem Rauchen noch zugelassen ist, kann sich mit zwei Schritten dem Rauch entziehen. (Ich als Raucher würde sogar noch dem Wunsch nachkommen, mich anders zu platzieren, wenn er denn nicht einfach wie viele Kommentare hier sinnlos aggressiv formuliert ist.)
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