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Legende: Video Finanzminister Olaf Scholz bereit zu Kandidatur abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus SRF News vom 16.08.2019.
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Deutsche Sozialdemokraten Finanzminister Olaf Scholz will den SPD-Vorsitz

  • Zunächst berichtetet der «Spiegel» über die Kandidatur von Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Eine SPD-Sprecherin hat dies inzwischen bestätigt.
  • «Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt», sagte Scholz demnach am Montag in einer Telefonkonferenz mit den Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel.
  • Die bisherige Vorsitzende Andrea Nahles trat am 2. Juni nach schlechten Ergebnissen bei der Wahl des Europäischen Parlaments vom Amt der SPD-Vorsitzenden zurück.

«Totgesagte leben länger»

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Einschätzung von SRF-Korrespondentin Bettina Ramseier:

Endlich wagt sich einer aus der ersten Reihe der SPD aus der Deckung. Finanzminister Olaf Scholz hatte bisher abgelehnt, scheint nun aber von der Partei überzeugt worden zu sein, doch ins Rennen um den Vorsitz einzusteigen.

Scholz ist weder Lichtgestalt noch Charismatiker, erfreut sich aber einer gewissen Beliebtheit, wie sie ungefährlichen Politikern gern zufällt. Wird in Umfragen nach der Kanzlertauglichkeit verschiedener Parteiexponenten gefragt, schneidet der etwas biedere SPD-Minister meist nicht allzu schlecht ab.

Doch das macht ihn noch nicht zum Favoriten. Erstens fehlt ihm bisher die Partnerin (die SPD wünscht sich eine Doppelspitze, vorzugsweise einen Mann und eine Frau) und zweitens klebt an ihm das Stigma der Grossen Koalition, die er als Vizekanzler im Kabinett Merkel entscheidend mitgetragen hat und die viele in der SPD als Ursache des eigenen Niedergangs sehen. Rund 12 bis 14 Prozent erreichen die Sozialdemokraten noch in Umfragen – die SPD liegt am Boden.

Aus psychologischer Sicht ist es für die gebeutelte SPD dennoch wichtig, dass sich die eigenen Topleute nicht länger wegducken. Und sei es nur, um den Glauben daran aufrecht zu erhalten, dass Totgesagte manchmal doch länger leben.

Scholz suche bereits eine Partnerin für ein Tandem, mit der er als Doppelspitze antreten kann, schreibt «Der Spiegel» weiter. Um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben sich bisher mehrere Zweierteams und Einzelmitglieder beworben (Siehe Bildergalerie).

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. Die neue Partei-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

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