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Deutschland wählt Letztes Buhlen um die Unentschlossenen

Legende: Video Deutschland vor der Bundestagswahl abspielen. Laufzeit 3:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.09.2017.
  • Einen Tag vor der Bundestagswahl in Deutschland werben die Parteien nochmals um die Unentschlossenen.
  • Letzte Umfragen vor der Wahl gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Wähler noch nicht sicher sind, bei welcher Partei sie am Sonntag ihr Kreuz machen.

Diese Unentschlossenen nahmen die Spitzenkandidaten der Parteien bei ihren letzten Wahlkampfauftritten ins Visier. Es gebe noch viele unentschlossene Wähler, um die man kämpfen müsse, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Termin mit Wahlkampfhelfern ihrer Partei in Berlin.

Merkel verteilt Kaffee.
Legende: Kanzlerin Merkel ruft ihre Wahlkampfhelfer zum Kampf um jede Stimme auf. Keystone

Diese sollten vor allem mit dem Bekenntnis der CDU zu einer stärkeren Familienförderung, dem Verzicht auf Steuererhöhungen und der Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen werben. Die Union sei zudem «Motor» für mehr innere Sicherheit in Deutschland.

Merkel verteilte Kaffee und Tee an die Helfer. Danach besuchte sie ihren Wahlkreis Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern und nahm auf der Insel Rügen an einem Erntedankfest teil.

Schulz: «Es geht um richtig viel»

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz warb zum Abschluss seines Wahlkampfs noch einmal für einen Regierungswechsel unter seiner Führung. «Wir kämpfen bis zur letzten Minute», sagte der 61-Jährige bei einer Kundgebung in Aachen. «Ich glaube, ihr spürt das alle: Es geht um richtig viel.»

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz vor Anhängern in Berlin
Legende: SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz vor Anhängern in Berlin Reuters

Es gelte, eine «Regierung der sozialen Kälte» und einen Erfolg der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu verhindern. «Es droht zum ersten Mal seit 1945, dass im Bundestag wieder die Totengräber der Demokratie das Wort ergreifen», warnte Schulz.

Wer kommt nach Union und SPD?

Glaubt man den Umfragen, gehen Merkel und ihre CDU mit grossem Vorsprung in die Bundestagswahl. Allerdings müssen CDU und CSU mit deutlichen Verlusten gegenüber dem Ergebnis von 2013 rechnen. Letzte Umfragen sagten ein Ergebnis zwischen 34 und 36 Prozent voraus. Bei der Wahl 2013 waren es noch 41,5 Prozent.

Legende: Video SRF-Korrespondent Adrian Arnold zum Wahlkampf der AfD abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.09.2017.

Die SPD kam in den letzten Umfragen vom Freitag auf ein Ergebnis zwischen 21 bis 22 Prozent (2013: 25,7).

Spannend dürfte es vor allem im Rennen um den dritten Platz werden: Die AfD kann Umfragen zufolge mit einem Ergebnis zwischen 11 und 13 Prozent rechnen und würde damit erstmals in den Bundestag einziehen. Die Linke kam in den Umfragen auf 9,5 bis 11 (8,6), die FDP auf 9 bis 9,5 (4,8) und die Grünen auf 7 bis 8 Prozent (8,4).

Rund 61,5 Millionen Deutsche sind am Sonntag zur Wahl aufgerufen. 42 Parteien beteiligen sich an der Wahl. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Erste Hochrechnungen werden um 18:00 Uhr erwartet.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    Sagt hingegen ein AfDler Ähnliches, wird sich empört in grosser Entrüstung. Doppelmoral ahoi.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    Weiter: Okt.1998 hielt Martin Walser eine Rede, in der er die „Dauerpräsentation unserer Schande“ ebenso beklagte wie deren „Instrumentalisierung“ zu „gegenwärtigen Zwecken“. Er sprach vom Vernichtungslager Auschwitz als einer „Drohroutine“ und „Moralkeule“. FAZ Rudolf Augstein:“ In der wiedergewonnen Hauptstadt Berlin soll ein Mahnmal an unsere fortwährende Schuld erinnern, das Schandmal sei gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet“
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    Müsterchen für die ungleiche Beurteilung von nicht korrekten Aussagen: 1988 sagte Edmund Stoiber als CSU-Generalsekretär, der SPD-Politiker Oskar Lafontaine wolle „eine multinationale Gesellschaft auf deutschem Boden, durchmischt und durchrasst“.  Wolfgang Schäuble : „Abschottung würde Europa in Inzucht degenerieren lassen“ Gabriel: „2012 die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rückstandsfrei entsorgen wollen.“
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