Die Griechen räumen ihre Konten leer

Aus Angst vor dem Staatsbankrott heben Griechenlands Bürger immer mehr Geld von ihren Konten ab – seit November 2014 insgesamt mehr als 20 Milliarden Euro. Die Bankeinlagen sind damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Schuldenkrise.

Das Damoklesschwert der Staatspleite schwebt über den Köpfen der griechischen Bürger – und die Furcht vor der Zukunft ist so gross, dass immer mehr Griechen ihre Bankkonten plündern, um ihr Geld daheim zu verstecken.

Etwa zehn Milliarden Euro befinden sich laut der konservativen Zeitung «Kathimerini» in «Truhen, Safes oder unter den Matratzen» in den Häusern. Weitere sechs Milliarden Euro seien in ausländische Wertpapiere investiert worden, rund vier Milliarden Euro lägen zusätzlichauf Konten im Ausland. Banken in Athen lassen verlauten, dass damit die Einlagen auf den niedrigsten Stand seit dem Ausbruch der schweren Schuldenkrise gefallen sind.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Beteuerungen von Alexis Tsipras, die Bankeneinlagen seien sicher, kommen bei den Bürgern nicht an. Keystone

Und die Konten schrumpfen unaufhaltsam weiter: Wie ein hoher Bankangestellter der Deutschen Presseagentur sagte, werden derzeit täglich 200 bis 300 Millionen Euro abgehoben.

Dagegen kann offenbar auch das Versprechen von Regierungschef Alexis Tsipras wenig ausrichten: Er beteuerte in der Vergangenheit immer wieder, dass die Einlagen der Bürger bei Banken absolut sicher seien.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Keine Einigung mit Griechenland

    Aus Tagesschau vom 12.2.2015

    Die Finanzminister der Euro-Gruppe haben noch immer keine Lösung für die drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands gefunden. Die Regierung in Athen gibt sich ganz gelassen. Einschätzungen von EU-Korrespondent Sebastian Ramspeck.

  • Griechenland braucht schnell viel Geld

    Aus Trend vom 7.2.2015

    Sie haben eine Europa-Tournee absolviert diese Woche: der neue griechische Ministerpräsident Tsipras und sein Finanzminister Varoufakis. Gespräche in Brüssel, Paris, Berlin, Frankfurt - mit dem Ziel: Zugeständnisse zu erhalten beim Schulden-Abbau.

    Viel erreicht haben die beiden bisher aber nicht. Und als ob die Lage nicht schon schwierig genug wäre, hat die Europäische Zentralbank EZB eine Sonder-Regelung gekippt: Sie akzeptiert keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit für Kredite an griechische Banken. Mit der Folge, dass es nun teurer wird für griechische Banken, um an Geld zu kommen. - Droht nun eine Kredit-Klemme?

    IWAN LIEBERHERR IM GESPRÄCH MIT GERD HÖHLER