Zum Inhalt springen

International Die «grössten Privatisierungen der Welt»

50 Milliarden Euro soll er einbringen: Der Verkauf von griechischen Staatsunternehmen an Private. Welche Betriebe sollen nun unter den Hammer kommen und wie viel Geld wird dabei zusammenkommen? Antworten in unserer Bildergalerie.

Premier Alexis Tsipras und seine Syriza-Partei versprachen im Wahlkampf, dass sie Privatisierungen rückgängig machen oder aufhalten werden. Umso mehr muss es Tsipras jetzt schmerzen, genau solche Privatisierungen dem Parlament zu unterbreiten. In einem TV-Interview zeigte er sich dementsprechend unglücklich, machte aber klar, dass man nun ja sagen müsse zu den Privatisierungen.

Legende: Video «Die Zahl 50 Milliarden ist unrealistisch» abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.07.2015.

50 Milliarden wohl zu optimistisch

In einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen äusserten sich zwei Drittel skeptisch, dass die Privatisierungen 50 Milliarden einspielen würden. Einerseits sei die Verhandlungsposition Griechenlands so schlecht wie noch nie, andererseits seien die Bodenpreise Griechenlands in den Jahren der Krise zusammengebrochen. Die Zahl der 50 Milliarden wurde erstmals 2011 unter der Pasok-Regierung genannt und taucht jetzt wieder auf. Griechenland nannte die Aktion damals «das grösste Privatisierungsprogramm der Welt».

Mit drei Viertel der Einnahmen Schulden tilgen

Die Hälfte der Einnahmen soll benutzt werden, um die Notkredite der Banken zurückzuzahlen. Ein Viertel soll zur Tilgung von Krediten aus dem Euro-Rettungsschirm (ESM) genutzt werden. Ein letztes Viertel soll für direkte Investitionen in die griechische Wirtschaft genutzt werden.

Organisieren möchte man den Verkauf in einem Privatisierungsfonds. Dieser gab in den Verhandlungen zu reden. Einige forderten, dass dieser Fonds nicht nur von den europäischen Institutionen überwacht, sondern auch ausserhalb Griechenlands angesiedelt wird. Dies käme einer Enteignung gleich, kritisierten andere und so soll der Fonds nun innerhalb von Griechenland bleiben.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Das ist das neue Zeitalter der Kolonialisierung. Durch neue Kredite werden die alten Kredite bedient- dadurch wächst die Verschuldung, die Verarmung und die Abhängigkeit Griechenlands vom "Geldadel". MIT PRIVATISIERUNGEN DER RENTABLEN STAATSBETRIEBE WERDEN ZUKÜNFTIGE EINNAHMEN FÜR GRIECHENLAND AUSGESCHLOSSEN. Das ist garantiert sicher der falsche Weg für eine sog. "Griechenlandrettung"
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Momentan ist zwischen West und Ost (Asien) ein Wirtschaftskrieg im Gange. Dabei sind den Akteuren Demokratie und gerechte Löhne im Weg. Über kurz oder lang gibt es eine Übernahmeschlacht. Kleine Länder werden durch Konflikte in die Bedeutungslosigkeit gebracht. Und die Konsumenten werden womöglich aufeinander gehetzt. Wenn ein Land wie GR durch fortwährenden Misswirtschaft, Manipulationen und gierige Finanzmanager in den Ruin getrieben werden, werden die verbliebene Werte billig aufgekauft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R. Bünzli, Bern
    Das schlimme an diesem staatlichen Ausverkauf ist, dass ausgerechnet wieder "gierige" deutsche Firmen an vorderster Stelle stehen, um sich billiges griechisches Staatseigentum einzuverleiben. Wieso hat wohl ausgerechnet Deutschland darauf bestanden, dass griechisches Staatseigentum in einen Fonds kommt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen