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International Die Mafia erpresst Italiens Gemeindepolitiker

Aufgeschlitzte Reifen, ausgebrannte Autos, Morddrohungen: Italiens Lokalpolitiker sind ins Visier der Mafia geraten. Was viele bereits vermuteten, bestätigt nun ein Untersuchungsbericht des italienischen Parlaments.

Mit der Wirtschaftskrise ist auch die Zahl der Drohungen gegenüber Gemeindepräsidenten und die Zahl der Brandstiftungen und Bombenanschläge auf öffentliche Gemeindeeinrichtungen gestiegen. Zu diesem Schluss kommt der Untersuchungsbericht des italienischen Parlaments. 2013 waren es jeden Monat bereits 75 registrierte Fälle, im vergangenen Jahr wurden dann jedoch schon jeden Monat deren hundert gemeldet.

Die Handschrift der Mafia sei zwar leicht zu entziffern, aber der Auftraggeber nur schwer zu fassen. Der Parlamentsbericht listet denn auch bloss jene Fälle auf, die Gemeindepolitiker zur Anzeige brachten.

Die Dunkelziffer ist naturgemäss höher. Wieviele Gemeindepolitiker sich dem Druck gebeugt und kooperiert haben oder gar zurückgetreten sind, bleibt im Dunkeln.

Meist geht es bei den Einschüchterungen um Baugenehmigungen oder um die Vergabe öffentlicher Aufträge durch die Gemeinden. Mit der Krise sei die Zahl der öffentlichen Ausschreibungen gesunken und der Kampf darum, sie zu ergattern, dementsprechend härter geworden, so der Bericht. Italiens Innenministerium reagierte auf die Veröffentlichung und sicherte den Gemeinden jetzt mehr Unterstützung zu. Denn: Mit der Gefährdung der Gemeinden gefährde die Mafia auch Italiens Demokratie.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Das war aber schon immer so. Italien sollte vor allem versuchen, die ausgewanderten Menschen wieder ins eigene Land zu bringen. Wenn man Italien mit Flüchtlingen füllt, hilft das leider nicht zur Stärkung des Landes. Die Flüchtlinge sind schwach, + haben auch kein Interesse, Italien zu retten. Könnte es sein, dass vor allem die Mafia so viele Fremde wie nur möglich einführen will? Diese könnten dann viel besser unterdrückt werden und sie würden sicher fast alles tun, damit sie bleiben können.
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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    Italien: 144 Anklagepunkte an 40 Geschäftsführern wegen Betrügerischer Insolvenz, Falsche Abrechnung/Buchführung, Verheimlichung von Buchführung, Unterschlagung, Geldwäscherei und Amtsunterschlagung. Hauptangeklagter ist ein Priester Franco Decaminada, alle waren bei der Idi (Pharmafirma) tätig. Diese gehört einem Kircheninstitut ( Provincia italiana della Congregazione dei Figli dell'Immacolata Concezione ) und nur vor ein paar tagen hat der Papst gegen den "wilden Kapitalismus" gedonnert. Amen
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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    berluskoni hat in den letzten 20 Jahren vom 10.5.1994 - 17.1.1995, vom 11.6.2001 - 23.4.2005, vom 23.4.2005 - 17.5.2006 und vom 7.5.2008 - 16.11.2011. M. Dell'Utri, Parteigründer von Berlusconi's Partei Forza Italia sitzt im Knast wegen Mafia. Die Ndrangheta ist beim Bau der Expo aktiv usw. und auch die "Anderen" (diese als Linke zu bezeichnen wäre falsch) sind Total Korrupt. Ohne zu vergessen, dass Monti, Letta und jetzt Renzi, vom Volk NICHT gewählt wurden, wieso? weil es keine Wahlen gab
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Das müsste Schweizern zu denken geben, zumal die Expo nicht wirklich weit von den Schweiz entfernt ist.
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