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Alltag als Fussball-Profi Die prekären Arbeitsverhältnisse der bejubelten Fussball-Profis

Die Karriere der allermeisten Fussball-Profis ist kurz und von Millionensalären können die meisten nur träumen.

Legende: Video Der Traum vom Profi-Kicker täuscht abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.11.2016.

Die Haupterkenntnisse

  • Weniger als zwei Prozent aller Spieler verdienen mehr als 60‘000 Dollar pro Jahr.
  • In der Schweiz verdienen die meisten Fussballprofis monatlich zwischen 4000 und 8000 Franken.
  • 29 Prozent aller Spieler werden entgegen ihres Willens zwischen Clubs transferiert.

Messi und Ronaldo sind die Superstars im Fussball. Doch sie sind die grosse Ausnahme. Für die restlichen 65‘000 Profis sind die Arbeitsbedingungen oft schlecht, wie eine aktuelle Studie der Universität Manchester zeigt.

«Die Topspieler machen gerade mal 2 Prozent aller Profis aus. Die anderen 98 Prozent hingegen müssen sich nach ihrer kurzen Karriere von 8 bis 10 Jahren einen anderen Beruf suchen», sagt Theo van Seggelen, Generalsekretär der Spielervereinigung FIFPro, die sich an der Umfrage beteiligt hat. Zu den privilegierten Topverdienern gehört, wer mehr als 60‘000 Franken pro Monat verdient.

Prekäre Arbeitsverhältnisse

Die allermeisten Fussball-Profis haben ein Monatssalär von weniger als 8000 Franken. Das gilt auch für die Profispieler in der Schweiz: Sie verdienen im Schnitt zwischen 4000 und 8000 Franken. Die detaillierten Ergebnisse zu den Fussball-Profis in der Schweiz hier.

Zudem müssen 41 Prozent der Spieler jeweils länger auf ihren Lohn warten als ursprünglich abgemacht wurde. Entsprechend sieht die Realität der meisten Fussball-Profis anders aus als die der Top-Verdiener. Studienleiter Geoff Pearson von der Universität Manchester: «Viele Spieler haben es schwer, müssen mit schlechten Verträgen leben. Wenn sie einmal 40 sind, stehen sie finanziell nicht selten schlechter da als die Fans, welche sie bewundern.»

Der portgiesische Fussballspieler Cristiano Ronaldo ballt die Faust und lacht.
Legende: Superstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid ist lohnmässig ein Topverdiener und damit eine Ausnahme. Keystone

Fussball-Profis – moderne Sklaven?

Einige Fussball-Spieler würden fast wie moderne Sklaven behandelt, wie eine ironische Kampagne der Spielervereinigung FIFPro zeigt. Im Kampagnenvideo ist zu sehen, wie ein Büromitarbeiter von seinem Vorgesetzten handstreichartig versetzt wird. Damit will FIFPro darauf aufmerksam machen, dass knapp ein Drittel der Spieler gegen ihren Willen zwischen Clubs transferiert werden.

Ein weiterer Befund der Studie ist, dass die Spieler ihre Karriere meist früh beenden. Nur gerade 5 Prozent der befragten Spieler waren älter als 33 Jahre.

Mit den Studienresultaten will die Spielervereinigung FIFPro nun Druck auf Clubs und Verbände machen, um die Arbeitsbedingungen aller Spieler zu verbessern – und nicht nur jene der Superstars.

Zur Studie

Die Forscher der Universität Manchester (GB) haben 13‘876 Fussballspieler in 54 Ländern befragt, darunter auch 211 Spieler in der Schweiz. Die Untersuchung hatte zum Ziel, die Arbeitsbedingungen der Fussball-Profis zu analysieren. Begleitet wurde die Studie unter anderem durch die Spielervereinigung FIFPro und die Clubs.

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