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International Die Welt blickt besorgt nach Ägypten

Der jüngste Ausbruch der Gewalt in Ägypten mit vielen dutzend Toten und hunderten Verletzten hat weltweit Besorgnis ausgelöst. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte das Blutvergiessen und rief die Übergangsregierung auf, «den Schutz aller Ägypter sicherzustellen».

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Der Tag danach
Aus Tagesschau vom 28.07.2013.
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UNO-Generalsekretär Ban forderte die ägyptischen Sicherheitskräfte auf, die Menschenrechte zu achten. An die Demonstranten appellierte er, Zurückhaltung zu üben und die friedliche Natur ihres Protests beizubehalten.

Auch die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton, Frankreich und Grossbritannien riefen zum Gewaltverzicht auf. US-Aussenminister John Kerry brachte in einem Telefonat mit Übergangsvizepräsident Mohammed El Baradei die «tiefe Besorgnis» der USA zum Ausdruck. In einem Telefongespräch forderte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel seinen ägyptischen Kollegen, Armeechef Abdel Fattah al-Sisi, auf, «weiteres Blutvergiessen und den Verlust von Leben zu verhindern».

Bei Zusammenstössen zwischen Anhängern des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi und Sicherheitskräften waren in Kairo am Samstag mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Die Muslimbruderschaft sprach von über 100 Toten. Beide Seiten machten sich gegenseitig für das Blutvergiessen verantwortlich.

Demonstranten mit Plakat von Mursi
Legende: Mursi-Anhänger demonstrieren weiterhin für «ihren Präsidenten». Reuters

Am Abend lief ein Ultimatum des Militärs ab, das den Islamisten gestellt worden war, um sich am sogenannten Versöhnungsprozess zu beteiligen. Andernfalls hatte die Armeeführung eine härtere Gangart angekündigt. Nach Ablauf der Frist waren zunächst keine Massnahmen der Militärs erkennbar. Im Protest-Camp der Mursi-Anhänger in der Vorstadt Nasr City harrten auch am Sonntagmorgen noch Tausende aus.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Die Muslimbrüder machten die Sicherheitskräfte für das Blutvergiessen verantwortlich. «Sie (die Polizisten) schiessen nicht, um zu verwunden, sondern um zu töten», schrieb Mohammed al-Beltagi, ein Mitglied der Führung der Organisation, auf seiner Facebook-Seite.

Innenminister Ibrahim sagte hingegen auf einer Pressekonferenz in Kairo: «Es war ein Trick der Muslimbruderschaft, um einen Zwischenfall zu provozieren und Sympathien für sich zu gewinnen.» Er stellte eine baldige Räumung der islamistischen Protestlager in Aussicht.

Tausende Anhänger der Muslimbrüder campieren in Nasr City seit mehr als drei Wochen. Sie protestieren gegen Mursis Absetzung durch das Militär am 3. Juli. Der Islamist war vor etwas mehr als einem Jahr nach freien Wahlen ins höchste Staatsamt gelangt. Seit Freitag ist er formell in Untersuchungshaft und wird des Landesverrats beschuldigt.

Die Nationale Rettungsfront von Übergangsvizepräsident El Baradei brachte in einer Erklärung ihr «tiefstes Bedauern» über den Tod der Menschen bei den Zusammenstössen zum Ausdruck und forderte eine Untersuchung, wie die Zeitung «Al-Ahram» berichtete. Zugleich warf sie der Muslimbruderschaft vor, für das Blutvergiessen verantwortlich zu sein, da sie ihre Anhänger zur Gewalt angestachelt habe.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Pfister , Zürich
    Die muslimische Bevölkerung in Mali will die Islamisten nicht. Die muslimische Bevölkerung in Tunesien will die Islamisten nicht. Die muslimische Bevölkerung in Ägypten will die Islamisten nicht. Die muslimische Bevölkerung in der Türkei will die Islamisten nicht. Die muslimisch/christliche Bevölkerung in Syrien will die Islamisten nicht. Warum diese Islamisten nicht einfach verbieten?
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    1. Antwort von Eva Hummel , Glarus
      Nein nicht verbieten, das nützt nichts. Das was sich hier abspielt ist ein Kulturkampf und der muss ausgefochten werden. So wie ihn Europa auch austragen musste. Da prallen zwei unvereinbare Prinzipien aufeinander. Was für umwälzende Veränderungen im Moment in Teilen der muslimischen Welt geschehen, werden wir vermutlich erst im Nachhinein richtig begreifen.
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