Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video «Is Labour Anti-Semitic?»: Die Dokumentation der BBC abspielen. Laufzeit 08:43 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.07.2019.
Inhalt

Dokumentation schlägt Wellen Labour – eine Partei von Antisemiten?

Rücktritte und eine brisante BBC-Doku: Die britische Arbeiterpartei steht wegen judenfeindlicher Umtriebe im Zwielicht.

«Ich bin 2015 in die Labour-Partei eingetreten», erzählt eine junge Jüdin zu Beginn der BBC-Dokumentation: «Jeden Tag wurde ich antisemitisch beschimpft. Sie sagten mir, Hitler habe Recht gehabt, er sei nicht weit genug gegangen…»

Damals übernahm Jeremy Corbin die Führung der oppositionellen Labour-Partei. Bis dahin habe es, heisst es in der Dokumentation, kaum Beschwerden über antisemitische Umtriebe in der britischen Arbeiterpartei gegeben.

Labour-Abgeordnete treten zurück

Bereits vor der Ausstrahlung der Dokumentation hatten am Dienstag drei Labour-Lords das britische Oberhaus verlassen. Der frühere Generalsekretär, David Triesman, warf Labour vor, eine institutionelles Antisemitismus-Problem zu haben.

«Nun aber traten vermehrt Leute mit einer bestimmten Perspektive und Weltsicht in die Partei, die Raum für Antisemitismus schufen», berichtet ein früherer Parteifunktionär. Er war wie die anderen Insider in der Dokumentation mit der Untersuchung antisemitischer Vorfälle bei Labour betraut.

«Sie alle werfen der Parteispitze vor, bewusst und teilweise entgegen ihrer Ratschläge nicht beherzt genug durchgegriffen zu haben. Sie lasse Antisemiten faktisch gewähren», fasst SRF-Korrespondentin Henriette Engbersen zusammen. Die Parteispitze räume zwar Probleme ein – wirklich etwas getan habe sie in der Vergangenheit aber nicht.

Ich werde niemals etwas anderes sein als ein militanter Gegner des Antisemitismus.
Autor: Jeremy CorbinLabour-Vorsitzender (2018)

Labour-Chef Corbyn musste sich in der Vergangenheit wiederholt wegen seiner vermeintlich antisemitischen Gesinnung rechtfertigen. Der Vorwurf: Seine Parteinahme für die Sache der Palästinenser sei getragen von notorischem Hass auf Israel und die Juden.

Corbyn selbst sagt von sich: «Ich werde niemals etwas anderes sein als ein militanter Gegner des Antisemitismus.» Und Labour sei eine bis ins Mark anti-rassistische Partei.

Anhaltende Kritik an Corbyn

Anhaltende Kritik an Corbyn

Corbyn gilt als dezidierter Kritiker der Politik Israels im Nahostkonflikt. Er sympathisierte in der Vergangenheit auch mit militanten Organisationen wie Hamas und Hisbollah. Erst letztes Jahr warfen jüdische Organisationen dem Labour-Chef Hass auf Juden vor, weil er sich 2012 gegen die Entfernung eines Graffitis mit antisemitischen Motiven ausgesprochen hatte.

Die Insider im Film weiten die Kritik an Corbyn auf weite Kreise von Labour aus: «Sie werfen der Partei vor, keine klare Trennlinie zwischen Solidarität für die Palästinenser und Judenfeindlichkeit zu ziehen», sagt Engbersen.

Ausloten des Graubereichs

Corbyn war in früheren Jahren als Friedensaktivist und glühender Anhänger von Befreiungsbewegungen bekannt. Kürzlich tauchte ein altes Video auf, indem sich Corbyn über britische Zionisten auslässt, berichtet Engbersen: «Darin wartet Corbyn mit deutlich negativen Verallgemeinerungen über eine Volksgruppe auf.»

Auch wenn er sich selbst immer gegen Rassismus eingesetzt habe, habe der Labour-Chef auch mit solchen Aussagen eine neue Klientel angezogen: «Entsprechend hat sich das Problem verschärft.»

Zum Schaden der Partei, schliesst die Korrespondentin. Sie könne angesichts der anhaltenden Antisemitismus-Debatte nicht von der Schwäche der regierenden Tories profitieren, die seit Monaten durch den Brexit schlingern.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

44 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Erwin Jenni  (ej)
    Corbyn ist ein glühender Antisemit und er ist als linker Politiker in Europa damit nicht alleine. Der links interlektuelle Judenhass ist genauso gefährlich wie der von rechts. Viele militante Terrororg. der Palästinenser haben eine marxistische Ideologie, so auch die PLO seit den Zeiten von Arafat. Wenn hier in diesem Forum dies verniedlicht oder bestritten wird, verwundert mich das nicht, denn auch SRF ist eher linkslastig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Corbyn kritisiert nicht nur die Politik Israels sondern auch den US-Imperialismus und seine Kriege und macht sich dabei mächtige Feinde in verschiedenen Lagern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    In der Washington Post wird Pompeo zitiert, wie er jüdischen Kreisen versprach, nicht bis zu den Wahlen zu warten, um gegen Corbyn vorzugehen... Auch im The Guardian findet man ein Artikel darüber. So von wegen Einmischung in innere Angelegenheiten...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen