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Plattform für Augenzeugen Dokumentier-Sucht des modernen Menschen hilft der Polizei

Wie in Boston sucht die Polizei nach dem Anschlag in Berlin nach Bildern. Die Auswertung braucht allerdings viel Zeit.

Legende: Audio In Boston halfen die Smartphon-Aufnahmen der Polizei abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
2:59 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutsche Polizei sucht Videos und Fotos von Augenzeugen des Anschlags in Berlin.
  • Diese Methode wurde bereits 2013 nach dem Anschlag am Bostoner Marathon angewandt.
  • In Boston hatte die Polizei Erfolg mit dem Sammeln von Bildmaterial und konnte die Täter rasch identifizieren. Es gab allerdings auch gefälschte Bilder.
  • Die Methode sei sehr zeitintensiv, sagt der damalige Polizeichef von Boston.

Die deutschen Ermittler suchen nach dem Täter von Berlin und hoffen auf die Hilfe der Bevölkerung: Das Bundeskriminalamt hat ein Hinweisportal, Link öffnet in einem neuen Fenster eingerichtet. Fotos oder auch Videos können dort hochgeladen werden.

Gefragt sind Augenzeugen, die auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ihr Smartphone zur Hand hatten. Neu ist die Methode ist nicht. Nach dem Bombenanschlag auf den Boston Marathon haben die Ermittler das Gleiche getan. Sie hatten Erfolg damit. Doch die Methode hat ihre Grenzen und birgt Gefahren.

Menschen dokumentieren ihre Gegenwart digital

Tausende waren am 15. April 2013 in Boston an der Rennstrecke. Auch der damalige Chef der Bostoner Polizei, Edward Davis, war anwesend. Noch vor dem Anschlag beobachtete er die vielen Menschen, wie sie mit Handys Bilder schossen, Videos machten.

An einen Kollegen gewandt sagte Davis: «Niemand kann hier unbeobachtet ein Verbrechen begehen. Alles wird gefilmt.» Dann explodierten beim Zielraum die zwei Bomben. Drei Menschen kamen um, weit über 200 wurden verletzt.

Polizeichef Davis war überzeugt, dass es im Smartphone-Zeitalter Fotos und Videos von der Tat geben muss, vielleicht auch von den Tätern. Deshalb haben die Ermittler die Menschen um Hilfe gebeten. Sie wurden mit Fotos und Videos überflutet.

Die Anzahl Dokumente überlastete die Ermittler

12'500 Dokumente haben die Ermittler der Bundespolizei FBI in den ersten 24 Stunden erhalten. Die Polizeicomputer stürzten ab, die Beamten waren anfänglich überlastet. Selbst heute, mit neuer Software, sei so eine Auswertung sehr zeit- und personalintensiv, sagt Davis. Trotzdem ist Davis von dieser Methode überzeugt.

Nach gut vier Tagen habe die Polizei die beiden Täter, zwei Brüder, getötet oder gefasst. Ohne neue Technologie und die Hilfe der Bevölkerung wäre das unmöglich gewesen, so Davis.

Doch er warnt davor, dass manche falsche, gar manipulierte Bilder in Umlauf gebracht hatten. Es sei auch versucht worden, via soziale Medien auf eigene Faust nach den Tätern von Boston zu suchen. Das habe die Ermittlungen behindert.

Diese Art der Fahndung müsse Sache der Polizei bleiben. Auf irgendeinem Smartphone befinde sich das entscheidende Bild oder das Video, davon ist Davis auch im Fall von Berlin überzeugt.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Und doch sollen wir glauben, dass einer einen Massenmord begeht, danach flieht, aber seinen Ausweis om Tatfahrzeug zuruecklaesst? Wie bei fast jedem amgeblich 'islamistischen Anschlag'. Scheint diese 'Islamisten' verlieren stets dann ihre Ausweise, wenn sie Anschlaege begehen. Naja, manche werden's glauben.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Möglich ist alles. Jedoch auch eine typischer Ablauf für False-flag-Operationen. Daher ist es nützlich, solche Informationen kritisch zu hinterfragen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Allgemeine Sicherheitslage in Deutschland: Da wird ein Tatverdächtiger festgenommen. Er war es zwar nicht, aber es heisst, "man könne die Identität nicht sicher bestimmen, eventuell sei er schon unter verschiedenen Identitäten aktenkundig geworden, er stamme vielleicht aus Pakistan oder aber auch aus Afghanistan und ist schon polizeibekannt."
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Über den neuen Verdächtigen: "Anis A. hat offenbar mehrere Pässe und mehr als zehn Namen benutzt" - "Er ist der Polizei wegen Körperverletzung bekannt, konnte aber noch nicht angeklagt werden, weil er untergetaucht ist" Das alles sagt doch schon ziemlich viel über die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland aus.
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  • Kommentar von Willi Meier (wm)
    Wieso findet man so oft Ausweispapiere an den terroristischen Tatorten. Das ist doch äusserst merkwürdig. Handelt es sich dabei vielleicht um ein Ablenkungsmanöver, um den Verdacht auf jemand anderen zu lenken und damit Zeit zum Verschwinden zu gewinnen?
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