Was ist die «Doomsday Clock»? Doomsday bedeutet so viel wie Weltuntergangstag oder Tag des jüngsten Gerichts. Anhand einer symbolischen Uhr stellt ein Gremium aus Wissenschaftlern und Expertinnen jährlich das Risiko dar, wie nah die Menschheit am Rande eines selbst verursachten Weltuntergangs steht. Die Uhr ist angelehnt an die Metapher «es ist fünf vor zwölf».
Wie wurde die «Doomsday Clock» 2026 gestellt? Sie wurde um weitere vier Sekunden vorgestellt – 85 Sekunden blieben noch bis zur Apokalypse. Die Herausgeberin «Bulletin of the Atomic Scientists» verweist bei ihrer jährlichen Bekanntgabe auf die Risiken eines Atomkrieges, den zunehmenden Klimawandel, den potenziellen Missbrauch von Biotechnologien und den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz ohne angemessene Kontrollen. Konkret sei die Gefahr eskalierender Konflikte zwischen atomar bewaffneten Ländern gestiegen. Zudem brächen «hart erkämpfte globale Vereinbarungen zusammen, was den Wettbewerb der Grossmächte um die Vorherrschaft beschleunigt und die internationale Zusammenarbeit untergräbt». Diese sei jedoch notwendig, um die existenziellen Risiken zu verringern.
Wie wird sie bestimmt? Die Weltuntergangsuhr ist kein wissenschaftliches Messgerät. Deren Bestimmung fusst nicht auf mathematischen Berechnungen, sondern auf Einschätzungen von Expertinnen und Experten. Die konkreten Kriterien, Berechnungen oder Gewichtungen sind unbekannt.
Wer steht dahinter? Die Non-Profit-Organisation «The Bulletin». Deren Vorgängerin wurde unmittelbar nach den Atomangriffen auf Japan 1945 von Forschern des Manhattan-Projekts (verantwortlich für die Entwicklung von US-Atomwaffen) gegründet. Seitdem erscheint das Magazin «Bulletin of the Atomic Scientists» – heute als Online-Magazin. Aktuell legt ein Gremium der Organisation die «Doomsday Clock» fest. Es sind Expertinnen und Experten der Atomwissenschaft und Klimaforschung. Beraten werden sie unter anderem von neun Nobelpreisträgern.
Seit wann gibt es die «Doomsday Clock»? Zum Ticken gebracht hatten sie 1947 namhafte Physiker wie Albert Einstein, J. Robert Oppenheimer und Eugene Rabinowitch. Damals stand sie auf sieben Minuten vor Mitternacht. Ursprünglich wollte das Gremium den Menschen die Gefahr eines Atomkriegs vor Augen führen. 1991, also nach dem Ende des Kalten Kriegs, standen die Zeiger noch nie so weit von Mitternacht entfernt – 17 Minuten. In den letzten Jahren hat das Gremium aufgrund der rasanten globalen Veränderungen den Countdown von Minuten bis Mitternacht auf Sekunden umgestellt.