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Legende: Video Jugendliche auf der Flucht abspielen. Laufzeit 01:07 Minuten.
Aus SRF News vom 17.12.2018.
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Drama an der US-Grenze Gestrandet in Tijuana

Tausende aus Zentralamerika warten in Camps darauf, in den USA um Asyl bitten zu können. Die Frustration ist gross.

Für die meisten Migranten aus Südamerika ist Tijuana vorläufige Endstation. An der Grenze zwischen den USA und Mexiko halten sich Tausende von Migranten auf. Sie sind vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern geflohen und hoffen auf Asyl in den USA. Ein Augenschein in Tijuana.

Grenzzaun, der im Meer mündet.
Legende: SRF / Matthias Kündig

Am Strand von Tijuana ragt der Grenzzaun rund 50 Meter weit ins Meer hinaus. Früher waren an dieser Stelle noch Begegnungen zwischen US-Bürgern mit Mexikanern möglich. Durch den Zaun konnten sich Menschen die Hand reichen. Seit einiger Zeit ist der Zugang von der US-Seite her nicht mehr möglich.

Autos vor der Grenze
Legende: SRF / Matthias Kündig

Fast 100'000 Menschen passieren täglich den Grenzübergang San Ysidro zwischen dem mexikanischen Tijuana und der US-Stadt San Diego. Viele von ihnen in Bussen oder Privatfahrzeugen.

Warteschlange vor der Grenze
Legende: SRF / Matthias Kündig

Wer zu Fuss die Grenze Richtung USA passieren will, muss mit einer Stunde Wartezeit rechnen. Die Migranten werden nur in kleinen Gruppen zum Grenzübergang San Ysidro zugelassen. Pro Tag sind es 40 bis 100 Personen. Bis es soweit ist, müssen viele mindestens zwei Monate in Tijuana warten.

Prekäre hygienische Verhältnisse

Brache vor der Grenze
Legende: SRF / Matthias Kündig

Die ersten Migranten der Karawane wurden von der Stadt zuerst im Sportstadion Benito Juarez untergebracht. Dort fehlte es an sanitären Einrichtungen, und nach wenigen Wochen waren die Zustände unhaltbar. Das Stadion wurde Anfang Dezember dann geschlossen.

Zeltstadt
Legende: SRF / Matthias Kündig

Eine Gruppe von rund 600 Migranten campiert aber immer noch auf der Strasse vor dem Sportstadion. Dieses liegt in Sichtweite des Grenzzauns und wenige Gehminuten vom Grenzübergang San Ysidro entfernt. Es fehlt jedoch an Wasser und Toiletten, aber auch an ärztlicher Versorgung.

«Ich will nur ein Dach über dem Kopf»

Frau vor einem Zelt.
Legende: SRF / Matthias Kündig

Die 29-jährige Myrna stammt aus Honduras und ist ein Opfer häuslicher Gewalt. Sie wurde mit 14 an einen alten Mann verkauft, der sie als Arbeits- und Sexsklavin gehalten hat. Sie sagt: «Ich will keinen Reichtum, ich will nur ein Dach über dem Kopf und mit meinen beiden Kindern zusammen sein, die man mir weggenommen hat.»

Kinder spielen vor einem Zelt des UNHCR.
Legende: SRF / Matthias Kündig

Die meisten Migranten der Karawane leben derzeit im neuen offiziellen Lager El Barretal im Stadtteil Matamoros. Dieser liegt 40 Autominuten vom Grenzübergang entfernt. Das Lager ist mittlerweile gut organisiert. Internationale Hilfs-Organisationen sind präsent.

Personen vor einem Hauseingang.
Legende: SRF / Mattias Kündig

Die Casa del Migrante in Tijuana ist eigentlich Anlaufstelle für Mexikaner, die aus den USA deportiert wurden. Seit dem Herbst beherbergt sie aber 150 Migranten. Das Haus wird vom Orden der Scalabriner geführt, er bietet auch Sprach- und Computerkurse an.

«Viele machen sich Illusionen»

Mann im Porträt-
Legende: SRF / Matthias Kündig

Padre Pat Murphy stammt aus New York und leitet seit fünf Jahren die Casa Del Migrante. «Die meisten Menschen in der Karawane machen sich Illusionen über das Leben in den USA. Sie sind frustriert, dass es so lange dauert, bis sie an der Grenze ein Asylgesuch stellen können.»

Anschlagbrett an einer Häuserwand.
Legende: SRF / Matthias Kündig

Am Anschlagbrett in der Casa Migrante werden Stellen für Menschen aus Zentralamerika angeboten. In der Stadt Tijuana gibt es Tausende offene Stellen in Fertigungs- und Verpackungsfabriken. Immer mehr Migranten überlegen sich deshalb, in Tijuana zu bleiben, oder wenigstens Geld zu verdienen, bis ein Grenzübertritt möglich ist.

US-Soldaten überprüfen einen Migranten, fotografiert durch einen Maschendrahtzaun.
Legende: SRF / Matthias Kündig

Die amerikanische Border Patrol kann die Menschen nicht aufhalten, die durch Lücken im Zaun auf US-Territorium gelangen. Sie verhaftet die Geflüchteten, die anschliessend Einspruch gegen ihre Ausschaffung einlegen können, um ein Asylgesuch zu stellen. Erwachsene ohne Kinder landen dennoch für Wochen hinter Gitter. Nur Familien mit Kindern müssen nach zwanzig Tagen wieder freigelassen werden.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Emanuel Känzig (Hermsberg)
    Man kann vor den USA halten was man will, jedoch scheinen sie, diese Problematik besser zu meistern, als europäische Länder. Kein Land, auch nicht die Schweiz will Wirtschaftsflüchtlinge, so auch nicht die USA. Wenigstens sind dort die Flüchtlinslager oder wie man sie auch nennen mag, einigermassen i.O. Bei euroäsichen Ländern , wie z.B Griechenland, hält man es da keine Woche aus.
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  • Kommentar von Tumepeux Imiolsch (Tumepeux Imiolsch)
    SRF sollte in der Berichterstattung objektiv sein und müsste deshalb die korrekte Bezeichnungen benutzen. "Asyl" und "Migranten" haben verschiedene Bedeutungen und sollten nicht vermischt werden. Wenn ich als Pensionär Kindergeld verlangen würde, hätte ich keine Chance dies zu erhalten. Als Migrant kann ich kein Asyl verlangen. Pensionär kann nicht Kind sein, weil es ihm passt. Ein Migrant wird nicht zum Flüchtling,
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    1. Antwort von Daniel Bauer (danbauer)
      Der Artikel behauptet nicht, dass diese Personen Asylanten sind, sondern nur, dass sie Asylanträge stellen wollen. Das kann jeder Migrant tun, ob dem stattgegeben wird, ist eine andere Frage.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Es ist sehr bedauerlich, was sich hier abspielt. Ich denke, die meisten sind aus prekären, lebensfeindlichen Situationen geflohen.Vorab ist es schändlich, dass die Regierungen der Herkunftsländer der Flüchtlinge keine besseren Lebensbedingungen für diese Bürger hinkriegen. Korruption und Eigennutz scheinen an erster Stelle zu stehen. Dann könnten die USA mit ihren vielen reichen Politikern und sonst Bürgern wohl mehr für diese Flüchtende tun, als diese einfach durch Zäune und Mauern abzuhalten.
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    1. Antwort von Norbert Zehner (ZeN)
      Mit den Zuständen haben sich Menschen in den Ländern Mittelamerikas angepasst und arrangiert. Jedenfalls sind diese mit Sicherheit besser wie ein Zeltlager an der US-Mexiko Grenze, bei der sie noch mehr widerlichen Umständen ausgeliefert sind. DIE Frage ist, welche (NGO-)Organisationen sie für ihre US-innenpolitischen Ziele instrumentalisiert haben, indem sie sie auf diesen Caravan-Zug "geschickt" haben. Das sind die wirklichen Abscheulichen, die Not der anderen ausnutzen.
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