- Der vor Wismar an der deutschen Ostseeküste gestrandete Buckelwal ist noch am Leben. Seine Situation ist jedoch unverändert.
- Dem Meeressäuger gehe es sehr schlecht und er sei verletzt, erklärte Till Backhaus, der Umweltminister des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.
- Wasserproben sollen nun mehr über den Gesundheitszustand des Tieres aussagen.
- Seit Dienstag liegt der Meeressäuger vor der Insel Poel nahe der Stadt Wismar. Experten rechnen damit, dass der Wal sterben wird.
Die Betreuung des rund zwölf Meter langen Meeressäugers läuft weiter. Der Wal wird rund um die Uhr beobachtet und regelmässig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
Verletzungen wohl durch Schiffsschrauben
Fachleute untersuchen nun zudem das Wasser vor der Insel Poel, um mehr über den Zustand des gestrandeten Buckelwals zu erfahren. Das Wasser solle auf seinen Salzgehalt geprüft werden, erklärte Umweltminister Till Backhaus. «Wir wissen, dass das wenig salzhaltige Wasser dem Tier bereits schwer geschadet hat. Wir brauchen aber verlässliche Daten und die wollen wir heute gewinnen.»
Bei einem Grosswal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern.
Dem etwa 1.70 Meter hohen, 12 Meter langen und etwa 12 Tonnen schweren Tier geht es demnach sehr schlecht. «Er hat auch Verletzungen», hatte Backhaus am Karsamstag gesagt.
Ursache seien mutmasslich Schiffsschrauben. Zudem gebe es Abdrücke, wahrscheinlich von einem Netz. Backhaus schloss aus, dass das Tier getötet werde.
Nach Einschätzung von Fachleuten wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.
«Bei einem Grosswal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern, während denen der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die Organe schädigt», erläuterte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig werde dies zu einem Kreislaufkollaps und Organversagen führen.
Gase und Verwesungsgerüche
Jüngsten Angaben zufolge hat sich der Wal rund 50 Zentimeter in den Ostseeboden eingegraben.
«Wenn der Buckelwal gestorben ist, wird sich dies durch völlige Regungslosigkeit sowie insbesondere eine fehlende Atmung über einen längeren Zeitraum von etwa einer Stunde bemerkbar machen», erläuterte die Expertin.
Dass der Wal gestorben ist, werde sich zudem wenige Tage später durch Gase zeigen, die den Walkadaver aufblähen und für Verwesungsgerüche sorgen.