Zum Inhalt springen

Header

Menschen werfen Schatten auf die Flagge der USA.
Legende: Aus dem Schatten an die Schalthebel der Macht: Die Suche nach der Nummer 2 der USA läuft fieberhaft. Reuters
Inhalt

International Dringend gesucht: Die Nummer 2 im Weissen Haus

Spätestens bis zu den Parteitagen müssen sich Donald Trump und Hillary Clinton auf ihren Vize festgelegt haben. Die Demokratin kann sich kaum vor Bewerbern retten – anders sieht es bei ihrem Kontrahenten aus.

Präsident Franklin Delano Roosevelts Nummer 2, John Garner, soll gesagt haben, das Amt des Vizepräsidenten sei nicht viel mehr wert als ein Napf voll warmer Spucke. Das war vielleicht in den 1930ern so. Doch inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Al Gore, Dick Cheney und Joe Biden spielten allesamt eine wichtige Rolle und nicht bloss die zweite Geige.

«Deshalb sagt heute fast niemand mehr Nein, wenn das Vizepräsidentenamt angeboten wird», sagt Professor Joel Goldstein von der St. Louis University in Missouri. Sein Spezialgebiet: Vizepräsidenten.

Ausser der Kandidat heisst Donald Trump: «Bei den Republikanern haben viele Top-Kandidaten wie Gouverneurin Susanna Martinez aus New Mexico oder John Kasich aus Ohio bereits erklärt, sie würden eine Anfrage Trumps ablehnen», sagt Goldstein.

Audio
Wer wird US-Vizepräsident(in)?
aus Rendez-vous vom 04.07.2016.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 52 Sekunden.

Unterschiedliche Ausgangslage

Immer wieder genannt wird in den Medien Senator Jeff Sessions aus Alabama, der einzige Senator, der voll zu Trump steht. Auch der Name des früheren Chefs des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, kursiert. Dieser hat in den 1990er-Jahren die konservative Revolution angeführt.

Die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, hat gerade das gegenteilige Problem: Mit ihr wollen alle auf den Wahlzettel. Das wiederum bringt andere Probleme.

Clinton muss sich fragen, wie sie die Sanders-Fans auf ihre Seite zieht.
Autor: Joel Goldstein

Die Selektion des demokratischen Vizes dürfe den Republikanern nicht in die Hände spielen, sagt Professor Goldstein: «Eine Reihe möglicher Kandidaten wie Senatorin Elisabeth Warren, Senator Sherrod Brown oder Cory Booker kommen aus Bundesstaaten mit republikanischen Gouverneuren.»

Diese würden einen Demokraten bis zur nächsten Senatswahl mit einem Republikaner ersetzen, so Goldstein: «Das wiederum würde den Versuch der Demokraten erschweren, den US-Senat zurückzuerobern.»

Zudem müsse sich Clinton fragen, wie sie die Sanders-Fans auf ihre Seite zieht. Ein entsprechender Vize sei eine gute Möglichkeit, glaubt Goldstein. Die weit links positionierte Senatorin Warren wäre dafür ideal.

Hohe Mathematik

Aber auch sonst müssen beide Kandidaten viele Faktoren berücksichtigen: Die Geografie, das Geschlecht, die persönliche Chemie. In diesem Jahr spielt bei beiden auch das Alter eine besondere Rolle. Trump ist am Wahltag 70 Jahre alt, Clinton nur ein Jahr jünger.

«Frühere Kandidaten haben in solchen Situationen bewusst einen jungen Vize als Gegensatz gewählt», weiss Goldstein. Andere achteten wegen des hohen Alters darauf, dass der Vize erst recht reif fürs Präsidentenamt wäre. Schliesslich ist der Vize nur einen Herzschlag von der Präsidentschaft entfernt.

Box aufklappen Box zuklappen

Der Parteitag der Republikaner beginnt am 18. Juli in Cleveland, Ohio. Die Demokraten küren ihren Präsidentschaftskandidaten eine Woche später in Philadelphia, Pennsylvania. Bis dahin muss auch Klarheit über die Kandidatur für den Posten des Vizes herrschen.

Hintergrund zu den US-Wahlen

Box aufklappen Box zuklappen
Hintergrund zu den US-Wahlen
  • Alles über die US-Wahlen
  • Infografik: So funktioniert die Wahl zum US-Präsidenten
  • Das ABC zu den US-Wahlen
Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Klaus Kreuter  (Klaus Kreuter)
    Bin immer noch der Meinung dass TRUMP von der GOP nicht nominiert wird. Also muss er auch nicht intensiv suchen. Er hätte eh nur eine Chance mit erstklassigen Beratern und einem starken Vice.
  • Kommentar von andreas furrer  (andfurrer)
    nicht dass mir das konservative klima in den neunzigern entgangen waere, dass man aber von einer konservativen revolution der neunziger jahre (deren fuehrer newt gingrich gewesen sein soll) als einem allgemein so wahrgenommener fact spricht, passt doch eher zum revisionismus neueren datums.
  • Kommentar von Ursula Schüpbach  (Artio)
    "Die weit links positionierte Senatorin Warren wäre dafür ideal." Gleich zwei Frauen da? Ob das all die kleinen und grossen Trumps der Welt aushalten würden? ;)