Durchbruch bei Friedensverhandlungen in Kolumbien

Die kolumbianische Regierung und die Farc-Guerilla haben sich im umstrittensten Kapitel des Friedensprozesses geeinigt: bei der rechtlichen Aufarbeitung von über 50 Jahren Gewalt. In einem halben Jahr soll ein umfassendes Abkommen zur Beilegung des Konfliktes unterschriftsreif sein.

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Kolumbien: Neue Friedensverhandlungen

1:36 min, aus Tagesschau am Mittag vom 24.9.2015

Nach vielen Rückschlägen am Verhandlungstisch vermelden die kolumbianische Regierung und die Farc-Guerilla nach Gesprächen in Kuba nun Erfreuliches: Die letzte Hürde auf dem Weg zum Frieden sei gefallen. Die Übereinkunft zwischen der Regierung und der Guerilla zeige, dass man einem Friedensabkommen und der Beilegung von mehr als einem halben Jahrhundert Gewalt näher denn je sei, sagte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos.

Sondergerichte werden urteilen

Zentraler Punkt der neuen Übereinkunft ist die Einigung über die Rechtsnormen zur Aufarbeitung der zahllosen Menschenrechtsverletzungen – darunter Massaker an Zivilisten und gewaltsame Vertreibungen. Straftäter aus der Guerilla und aus der Armee werden sich vor Sondergerichten zu verantworten haben. Dabei drohen Höchststrafen von acht Jahren Gefängnis. Im Laufe dieser Verfahren soll es Klarheit geben über die Art der begangenen Verbrechen.

Umfassendes Friedensabkommen

Juristen aus vielen Ländern haben die nun erzielte Verhandlungslösung entwickelt. Damit kann auch der Internationale Strafgerichtshof ICC ein Friedensabkommen mit der Farc akzeptieren. Das umfassende Abkommen soll bis im März nächsten Jahres stehen. Dann soll es in der norwegischen Hauptstadt Oslo unterzeichnet werden, wo die Verhandlungen vor bald drei Jahren begannen.

So kam es zum Durchbruch

4:17 min, aus SRF 4 News aktuell vom 24.09.2015

Das letzte Wort wird die Bevölkerung in Kolumbien haben. Sie kann in einer Volksabstimmung das Abkommen zur Beilegung des längsten Guerillakrieges der Welt annehmen oder ablehnen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Letzte Hoffnung auf Frieden in Kolumbien

    Aus Echo der Zeit vom 19.7.2015

    Für die nächsten vier Monate hat die Farc einen einseitigen Waffenstillstand ausrufen. Gleichzeitig soll sich in dieser Zeit auch das kolumbianische Militär zurück halten. Für beide Seiten ist es die letzte Chance, den Friedensprozess zu retten.

    Denn die Bevölkerungsmehrheit glaubt nicht mehr an eine friedliche Lösung des Konflikts. Gespräch mit Wolf Grabendorff, Politikprofessor an der Universität in Quito.

    Simone Fatzer

  • F wie Friedensengel

    Aus Rundschau vom 11.2.2015

    Der Friedensengel der Woche ist Miss Universe Paulina Vega aus Kolumbien. Sie wurde von den Farc Rebellen für die aktuellen Friedensverhandlungen mit der Regierung eingeladen.